Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Mirko Mueller am 01. Dezember 2009
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Sonstige

Fragen an OB Ude einer 4. Klasse

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude ,

ich heiße Mirko und bin Schüler in der Bazeillesschule in München und besuche die 4. Klasse.
Im HSU-Unterricht behandeln wir zur Zeit die Bürgermeister und Stadträte in München.
Deshalb war meine Klasse am 01.12.2009 im Rathaus und hat zuvor Fragen für Sie erstellt. Da wir sie leider nicht persönlich stellen konnten, hat mich meine Klasse gebeten, Ihnen diese Fragen über diesen Weg zu stellen:

1. Mit wie vielen Jahren wollten sie Bürgermeister werden?
Wollten Sie schon als Kind Bürgermeister werden?
Wieso wollten sie Bürgermeister werden?

2. Ist es viel Arbeit Bürgermeister zu sein?

3.Verstehen Sie sich mit den anderen 2 Bürgermeistern gut?

4. Wie gefällt es ihnen jetzt Oberbürgermeister zu sein?

5. Haben sie auch Freizeit?

6.Haben sie Kinder und wie heißen sie?

7. Haben sie schon einmal die Bundeskanzlerin getroffen
wann und wo war das?

8. Was tun sie für die Obdachlosen unter den Brücken an der Isar?

9. Ist es schwierig als OB sich bei Sitzungsgleichheit für eine Meinung im Stadtrat zu entscheiden?

10. Wie ist der Alltag als Oberbürgermeister?

11. Wie kann man sich als Kandidat aufstellen lassen?

12. Haben sie im Stadtrat schon einmal heftig diskutiert?
Welches Thema war es?

13. Sind Sie für den Nichtraucherschutz?
Haben Sie schon unterschrieben?

14. Wollen sie im Jahr 2014 noch einmal kandidieren?

Vielen Dank im Vorraus für die Beantwortungen unserer Fragen .
Im Namen der Klasse 4b
Mirko Mueller

+18

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Antwort
von Christian Ude am 16. Dezember 2009
Christian Ude

Lieber Mirko, liebe Schüler der 4. Klasse der Bazeillesschule in München,

anbei die Antworten zu Euren Fragen.

1. Mit wie vielen Jahren wollten Sie Bürgermeister werden? Wollten Sie schon als Kind Bürgermeister werden? Wieso wollten Sie Bürgermeister werden?

„Den Entschluss, OB von München zu werden, habe ich noch in der Grundschule gefasst, weil mir das Amt des Stadtoberhauptes extrem vielseitig und abwechslungsreich erschien.“

2. Ist es viel Arbeit, Bürgermeister zu sein?

„Allerdings. Die Arbeitszeiten kann man wirklich nicht empfehlen. Es gibt keine Mittagspause, fast nie einen freien Abend und auch noch viele Verpflichtungen am Wochenende. Dafür ist die Arbeit aber auch extrem anregend und befriedigend.“

3. Verstehen Sie sich mit den anderen 2 Bürgermeistern gut?

„Ja, wir verstehen uns blendend, ohne wechselseitiges Vertrauen und Verständnis könnten wir unsere Aufgaben gar nicht erfüllen.“

4. Wie gefällt es Ihnen jetzt, Oberbürgermeister zu sein?

„Mir gefiel es immer schon sehr gut, sonst hätte ich ja nicht immer wieder kandidiert. Jetzt gefällt es mir sogar besonders gut, weil ich keinen Wahlkampf mehr vor mir habe – 2014 ist nach über 20 Jahren dann wirklich Schluss.“

5. Haben Sie auch Freizeit?

„Äußerst wenig, siehe oben. Die Ferien lasse ich mir aber nicht nehmen, die verbringe ich mit meiner Frau und meistens mit weiteren Familienmitgliedern oder Freunden in unserer Ferienwohnung in Griechenland.“

6. Haben Sie Kinder und wie heißen sie?

„Meine Frau hatte sogar 6 Kinder als wir heirateten. Das liegt daran, dass sie zweimal Zwillinge bekommen hat. Das Tolle ist, dass wir mit 4 Kindern und ihren Ehegatten sowie vielen Enkelkindern unter einem Dach wohnen.“

7. Haben Sie schon einmal die Bundeskanzlerin getroffen?

„Die Kanzlerin habe ich schon öfters getroffen, manchmal in München, meistens in Berlin, wo ich als Präsident des Deutschen Städtetags die Interessen der deutschen Städte zu vertreten hatte.“

8. Was tun Sie für die Obdachlosen unter den Brücken an der Isar?

„Die Stadt tut sehr viel für alle Obdachlosen in München. Vor allem sorgt sie dafür, dass keiner auf der Straße leben muss, sondern eine Unterkunft bekommt. Manche Menschen leben aber lieber als kleine Gemeinschaft unter der Brücke als in einer sozialen Einrichtung, wo man mit Fremden zusammenleben muss, die man sich nicht selbst aussuchen konnte.“

9. Ist es schwierig, als OB sich bei Sitzungsgleichheit für eine Meinung im Stadtrat zu entscheiden?

„Sich eine Meinung im Stadtrat zu bilden, ist manchmal sehr einfach, weil die eigene Überzeugung zu einem klaren Ergebnis führt, manchmal sehr schwierig, weil die Argumente pro und contra recht gleichwertig sind. Von den Stimmverhältnissen im Rathaus hängt die Schwierigkeit nicht ab.“

10. Wie ist der Alltag als Oberbürgermeister?

„Sehr stressig dank eines dicht gedrängten Terminkalenders vom frühen Morgen bis zum späten Abend.“

11. Wie kann man sich als Kandidat aufstellen lassen?

„Man muss von seiner Partei als Kandidat aufgestellt werden. Das macht die eigene Partei nur, wenn sie die politischen Überzeugungen des Bewerbers teilt und ihm gute Erfolgschancen zuspricht.“

12. Haben Sie im Stadtrat schon einmal heftig diskutiert? Welches Thema war es?

„Es wird oft heftig diskutiert. Das hängt aber nicht nur vom Thema ab, sondern auch von der Art und Weise, wie sachlich oder unsachlich sich andere äußern.“

13. Sind Sie für den Nichtraucherschutz?

„Ich bin schon seit 1980 Nichtraucher und halte den Nichtraucherschutz für sehr wichtig. Allerdings hätte ich auch mit dem Gesetz leben können, das jetzt schon gilt. Nach dem Volksentscheid werden wir uns in Bayern noch ein paar Monate mit diesem Thema befassen müssen.“

14. Wollen Sie im Jahr 2014 noch einmal kandidieren?

„Nein, denn 20 Jahre sind wahrlich genug – und außerdem verbietet es das Gesetz den Bürgermeistern, mit 65 Jahren nochmals anzutreten.“

Mit freundlichen Grüßen