Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Katja Seifert am 04. Juni 2012
7003 Leser · 358 Stimmen (-111 / +247) · 4 Kommentare

Gesellschaft und Soziales

Fluglärmbeauftrager = Pilot

Sehr geehrter Herr Ude,

wie stehen Sie eigentlich dazu, dass der Fluglärmschutzbeauftragter bei der Regierung von Oberbayern nebenbei als Pilot für Geschäftsreisende tätig ist:

"Kurz zu meiner Person: ....Nach dem Abitur habe ich an der Universität der Bundeswehr München Luft und Raumfahrttechnik studiert und mein erworbenes Wissen mit einer Promotion im Bereich der Satellitennavigation vertieft. Anschließend fiel der Startschuss für mich bei der Regierung von Oberbayern als Referent für Fluglärmfragen und Fluglärmschutzbeauftragter.

Nebenbei bin ich als Kapitän bei einem deutschen Luftfahrtunternehmen tätig und fliege dort zweistrahlige Geschäftsreiseflugzeuge im innereuropäischen Verkehr.
Dr. Robert Biberger"

Diese Tätigkeit macht er nebenbei, aber diese Zeiten werden ihm vermutlich als Vollzeit-Beamter auch voll auf seine Arbeitszeiten angerechnet. Oder wissen Sie anderes?

Ist so etwas vertrauenswürdig und kann sich ein Bürger von diesem Fluglärmschutzbeauftragten für ernst genommen fühlen? Wie stehen Sie dazu?

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Antwort
von Christian Ude am 26. September 2012
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Seifert,

der für den Bereich München örtlich zuständige Fluglärmschutzbeauftragte ist als Mitarbeiter des Luftamts Südbayern Beamter des Freistaats Bayern – und nicht der Landeshauptstadt München, deren Dienstherr der Oberbürgermeister ist. Sie haben sicherlich Verständnis dafür, dass ich zu dienstlichem wie auch privaten Verhalten von Einzelpersonen, die für andere Behörden tätig sind, keine beamtenrechtlichen Einschätzungen geben kann.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (4)Schließen

  1. Autor Maria Käser
    am 04. Juni 2012
    1.

    Das ist ja ein dickes Ding, wenn dem so ist! Nimmt dem guten Dr. biberger alle Glaubwürdigkeit.

  2. Autor Katja Seifert
    am 04. Juni 2012
    2.

    Liebe Frau Kneißl,

    diesen Auszug habe ich wortwörtlich einer Vorstellung, die Herr Dr. Biberger über sich geschrieben hat, entnommen. Sein Jahrgang, Foto etc... habe ich ausgelassen, ist ja nicht weiter relevant.

    Und was meinen Sie, wie ein Vollzeitbeamter diese Geschäftsfliegerei nebenbei bewerkstelligen könnte? Fliegen Geschäftsreisende nur nachts oder am Wochenende? Aber vielleicht weiß Herr Ude ja hierzu näheres.

    Übrigens: Schauen Sie mal nach Frankfurt, was der dortige Fluglärmschutzbeauftragte eigentlich von Beruf ist-->Pilot. Und in Facebook sagen die Hessen, dass er sich überhaupt nicht für ihre Belange interessiert resp. einsetzt.

    In Facebook kommen die Leute aus Hessen auch auf die Seiten der Pro- und Contra-Initiativen und beknien die Münchner regelrecht, dass sie bloß nicht den selben Fehler machen sollen.... Es gibt auf diesen Seiten wirklich viele interessante und wichtige Hintergrundinformationen, die mit Dokumenten belegt sind oder Links zu Artikeln etc.. Vieles war mir vorher überhaupt nicht bekannt.

    Daher habe ich mich bereits mit den direkt Betroffenen, die nicht abstimmen dürfen, solidarisch gezeigt und meine Stimme auf der Seite www.meine-muenchner-stimme.de einem Betroffenen gewidmet. Ist eine tolle Aktion und viel menschlicher als diese ganze Plakatiererei!

    Viele Grüße

    K. Seifert

  3. Autor Detlef Hirth
    am 05. Juni 2012
    3.

    Die Kenntnis dieses Umstandes läßt so manche Äußerung des Herrn Beauftragten in einem klareren Licht erscheinen.
    Herr Dr. Biberger vertritt bspw. die Ansicht, dass das Führen vor allem der Linienflugzeuge der Lufthansa auf dem kürzesten Weg (über dem Münchener Norden) zum Flughafen München richtig ist. Das spart Kerosin und erzeugt völlig unnützen Lärm über der Stadt.
    Herr Dr. Biberger kolportiert ebenso unkritisch und ungeprüft- wie übrigens auch die Antwortschreiber unseres verehrten Oberbürgermeisters - die unrichtigen Angaben der Deutschen Flugsicherung zur Führung der Verkehrsflugzeuge über dem Münchener Norden vor und nach dem 8. April 2011.
    Herr Dr. Biberger ist auch bspw. der Meinung, dass das sog. schwere Fluggerät, z.B. Maschinen der Serien A 33X, A 34X oder gar Boing 747-X, welches u.a. bei Westwind zwischen 22:00 und 23:00 Uhr über den Münchener Norden hinweg donnert, richtigerweise zu den besonders leisen Verkehrsmaschinen gezählt wird.
    Eigentlich jagt er doch nur Piloten von Privatflugzeugen, die die vorgeschriebene Mindesthöhe von 600m über Grund unterschreiten. Da es von diesen sehr, sehr wenige gibt hat er wohl ausreichend Zeit, im Nebenjob für die Fluggesellschaften zu jobben, die er eigentlich qua Amtes überwachen soll.
    Fazit: Der Mann ist außerordentlich glaubwürdig, ebenso wie die Politiker, die aus welchen Gründen auch immer für die 3. Startbahn werben, damit die Stadt noch mehr mit Lärm zugemüllt wird. Aber von den Einnahmen aus der FMG- Beteiligung baut die Stadt u.a. Flüsterasphalt in verkehrsreiche Straßen ein, um den Fahrzeuglärm zu mindern.
    Toll!

  4. Autor Maria Käser
    am 06. Juni 2012
    4.

    Werter Herr Hirth,
    ich will ja nicht kleinlich seien, aber von welchen Einnahmen aus der FMG-Beteilung der Stadt, sprechen Sie? Soviel ich weiß, zahlt die Stadt München, wg. ihrer verbilligten bzw. recht flexibel gestalteten Zins- und Darlehenskonditionen eigentlich nur drauf. Deshalb finde ich es auch immer irrwitzig, wenn es da heißt, der Ausbau der 3. Bahn wird von der FMG finanziert und der Steuerzahler ist so gar nicht davon betroffen. Was für eine Augenwischerei und Verdoofung der Bürger!

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