Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Detlef Hirth am 05. September 2011
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Umwelt und Gesundheit

Fluglärm über der Parkstadt Schwabing

Sehr geehrter Herr Ude,

wir wohnen seit dem Mai 2010 in der Parkstadt Schwabing Nord. Mit der Kalenderwoche 14/2011 werden wir direkt von ankommenden und abfliegenden Flugzeugen überflogen, die eine erhebliche Lärmbelastung verursachen. Besonders laut ist sog. "schwerer Fluggerät", welches sehr häufig zwischen 22:00 und 23:00 die Startschleife direkt über dem Wohngebiet fliegt. Ebenso die "ultramodernen" Propellerflugzeuge wie bspw. die AT72.

Auf Beschwerden beim Lärmschutzbeauftragten des Flughafens sowie der Regierung von Oberbayern hin wurde uns geraten, uns an die politischen Vertreter zu wenden:

1. Was unternehmen Sie, Herr Ude respektive Ihr Apparat gegen diese Lärmbelästigung?

2. Sind Sie oder ein Vertreter der Stadt München Mitglied in der Lärmschutzkommission des FH MUC? Wenn ja, weshalb haben Sie für die Verlegung der Flugrouten zu Ungunsten des nördlichen Münchens und die Absenkung der Flughöhen über dem dichtbesiedelten Gebiet gestimmt?

3. Was empfehlen Sie uns, gegen diese Lärmbelästigung zu unternehmen?

In Erwartung einer baldigen Antwort verbleibe ich mit freundlichen Grüßen.
Detlef H.

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Antwort
von Christian Ude am 17. Januar 2012
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Hierth,

herzlichen Dank für Ihr Schreiben in Sachen Fluglärm. Ihr Anliegen stößt bei uns auf offene Ohren, aber leider sind der Stadt hier die Hände gebunden.

Denn die Landeshauptstadt München hat nach wie vor keine eigenen rechtlichen Befugnisse, auf den Flugverkehr im Luftraum über dem Stadtgebiet einzuwirken und auch keine Sanktionierungsmöglichkeiten. Überwachungs- und Anordnungsbefugnisse liegen bei der DFS – Deutsche Flugsicherung GmbH -, die im Auftrag des Bundesministers für Verkehr handelt, sowie bei der Regierung von Oberbayern, dem Luftamt Südbayern. Hier ist bereits seit langem ein Fluglärmschutzbeauftragter (Tel.: 089 / 2176 – 2587) bestellt.

Die Benutzung des Luftraums über München ist seit Schließung des Flughafens München-Riem freigegeben und unterliegt nur wenigen Beschränkungen, wie z.B. einer Mindestflughöhe von 600 Metern über Grund.

Die Landeshauptstadt München, vertreten durch den jeweiligen OB oder berufsmäßigen Stadtrat, hat eine Vielzahl von Forderungen, Anregungen und Initiativen aus der Bürgerschaft, des Stadtrats und der Bezirksausschüsse an den Bundes- bzw. Landesgesetzgeber, die Bundes- und Landesministerien sowie die jeweiligen Minister bzw. die nachgeordneten Behörden gerichtet. Die Forderungen reichten von Überflugverboten des Stadtgebietes, Änderung der Flugrouten, Beschränkungen der Flugzeiten, Erhöhung der Mindestflughöhe bis hin zum Erhalt von Mitwirkungsrechten.

Bisher hatte allerdings keine der zahlreichen Initiativen der Stadtspitze beim Landes- und Bundesgesetzgeber, in denen um Unterstützung für Beschränkungen und/oder zeitliche Einschränkungen des Flugverkehrs gebeten wurde, Erfolg.

Ungeachtet dessen werde ich wie auch das Referat für Gesundheit und Umwelt auch in Zukunft im Rahmen der Möglichkeiten auf einen verbesserten Lärmschutz im Bereich des Flugverkehrs drängen.

Mit freundlichen Grüßen