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Beantwortet
Autor C. Heppekausen am 19. November 2012
5771 Leser · 140 Stimmen (-4 / +136) · 1 Kommentar

Freizeit und Sport

FIS Ski Weltcup im Olympiapark

Sehr geehrter Herr Ude,

nachdem für den zum Jahreswechsel im Olympiapark stattfindenden Skiweltcup bereits wieder die Vorbereitungen laufen, und insbesondere das Wasser des Olympiahauptsees schon vollständig abgelassen wurde, stellt sich mir Frage, ob dieser Aufwand, insbesondere seine Auswirkungen v.a. für die Wassertiere und Vögel (diese sollen dann im Vordersee zusammengepfercht werden) noch im Verhältnis zu den angestrebten Zielen (Einnahmen/Werbung/Unterhaltung für den Olympiapark/Olympia) steht ?

Soweit ich weiss musste das Event bereits 1x wegen des Wetters/dem Schneemangel kurzfristig abgesagt werden, zum anderen wird dessen sportlicher Wert von den Athleten selbst in Frage gestellt. Skirennen finden jedes Jahr in großer Zahl statt, können aber selbst in den Skiorten aufgrund der Schneeverhältnisse oft nur mit enormen Aufwand durchgeführt werden.

Daher meine konkrete Frage:

Ist dieser jährliche Aufwand für ein FIS Skirennen mit all seinen negativen Begleiterscheinungen (Kunstschnee, ev. notwendige Schneetransporte, Vertreibung der Wassertiere/Vögel etc.) WIRKLICH noch vertretbar ?

Mit freundlichen Grüßen

Christian Heppekausen

+132

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Antwort
von Christian Ude am 07. Juni 2013
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Heppekausen,

der Olympiapark versucht, bei seinen Events die Beeinträchtigungen für Parkbesucherinnen und -besucher sowie für die Umwelt immer so gering als möglich zu halten. Das frühe Ablassen des Olympiasees ist daher nicht nur dem Ski Weltcup geschuldet, sondern es wurden gleichzeitig auch notwendige Unterhaltsmaßnahmen durchgeführt. Alle Eingriffe sind zudem mit den zuständigen Behörden, insbesondere mit dem Naturschutz, abgestimmt. Die Beeinträchtigungen für die Tierwelt sind daher tragbar und zumutbar. Beispielsweise werden Wasservögel nicht „zusammengepfercht", sondern können jederzeit auf umliegende Gewässer (z.B. in Nymphenburg) ausweichen. Die Fische werden unter Aufsicht abgefischt und versetzt.

Der Aufwand für einen internationalen Spitzen-Event ist vor diesem Hintergrund tatsächlich vertretbar. Die Bilder des FIS Skiweltcups werden live in alle Welt übertragen, allein die ARD sendete dieses Jahr über zwei Stunden national zur Primetime bis kurz vor die Tagesschau mit einer der besten Einschaltquoten im gesamten Ski Weltcup. Der Werbe- und PR-Wert ist daher von größter Bedeutung, nicht nur für den Olympiapark, sondern auch für die Stadt München.

Für das Teilnehmerfeld ist der Parallelslalom in München ein attraktiver Wettbewerb. Von den 32 Startern äußerte sich eine große Mehrheit sehr positiv zu dieser Veranstaltung, angefangen von der Art des Rennens bis hin zur einmaligen Atmosphäre. Immer wieder betonen die Athleten, dass es kaum ein anderes Rennen gibt, bei dem so viele Fans so nah an der Strecke für Stimmung sorgen.

Vor diesem Hintergrund sieht die Landeshauptstadt München dieses Wintersportevent als eine besondere Spitzensport-Attraktion mitten in der Stadt an, das nicht nur für die Athleten, sondern auch für die Zuschauerinnen und Zuschauern weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus ein echtes Highlight darstellt.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Susanne Wiegner
    am 04. Januar 2013
    1.

    Als Anwohnerin des Olympiaparks kann ich über den Aufwand, der hier betrieben wird auch nur noch den Kopf schütteln.
    Da wurde vor Monaten der Olympiasee komplett abgelassen, mit Baggern leergeräumt und mit Containern, Bretterbuden und Dixi Klos vollgestellt. Der Olympiaberg wird über Wochen, Tag und Nacht mit Schneekanonen künstlich beschneit, einhergehend mit einem enormen Energie- und Wasserverbrauch, nur damit dieses kostbare Gut während des - inzwischen hinlänglich bekannten - Wärmeeinbruchs zu Weihnachten wieder wegschmelzen kann. Die Rennstrecke selber wird mit einer riesigen Plastikplane abgedeckt, um sie vor Regen und Sonneneinstrahlung zu schützen. Das alles hilft aber letztendlich nichts und der Schnee muss in zahllosen LKW Ladungen aus den Bergen angeliefert werden.
    Man wird den Eindruck nicht los, dass hier ohne ökologische und ökonomische Bedenken eine einmalige innerstädtische Erholungslandschaft über Monate traktiert und okkupiert wird, nur um dem Hauptsponsor ein kurzfristiges und fragwürdiges Großereignis in unmittelbarer Sichtweite seines Konkurrenten zu ermöglichen. Während des Rennens fahren dann auch noch die Autos des Hauptsponsors unentwegt den Olympiaberg auf und ab, um als Lift für die Skifahrer zu fungieren.

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