Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Birgit Ackermann am 10. März 2010
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Gesellschaft und Soziales

Finanzierung von Tagesmutter

Sehr geehrter Herr Ude,

da ich eine Ablehnung für einen Krippenplatz bekommen habe, (trotz Anmeldung in der Schwangerschaft und bei 6 Krippen auf der Warteliste!!!) habe ich mich heute auf den Weg gemacht, um eine Tagesmutter beim Jugenamt für mich zu finden. An sich würde es auch welche geben, allerdings nur mit einem Privatvertrag. Hier liegen die Kosten zwischen 4,50-5,00 € pro Stunde. Da wir den Grenzwerten nach, zu den Besserverdienenden gehören, müssen wir diese Kosten auch voll übernehmen, was bei einem 20 Std. Halbtagsplatz durchschnittlich schlappe 433 € pro Monat (!!!) sind.
Einer Tagesbetreuung bei einer Tagesmutter, die einen der raren Ersatzbetreuungsplätze hat, muss ich dagegen maximal 3,50 pro Stunde bezahlen und die Differenz übernimmt die Stadt München (auch bei Besserverdienenden).

Mich würde nun die Logik hinter dieser Vorgehensweise interessieren, da ich sehr verärgert darüber bin.

Die Betreuungsmisere bestand ja schon zu Zeiten als mein heute 7 jährigen Sohn klein war. Scheinbar hat sich seitdem jedoch zu wenig getan, denn die Lage nehme ich als verschärft war.
Und statt wenigsten dafür Sorge zu tragen, dass die "Übriggebliebenen" eine Betreuung über eine Tagesmutter (TM) erhalten können, werden auch hier wieder nicht nachvollziehbare Barrieren errichtet.

Ein Kind, dass bei einer TM mit Ersatzbetreuung unterkommt, hat den Vorteil betreut zu sein, wenn die TM mal ausfällt. Zugleich fallen auch nur Kosten mit max. 3,50 € pro Stunde an (was immernoch viel ist, wenn man die Kosten eines Vollzeit-Krippenplatzes gegenüberstellt).

Eltern die nicht das Glück haben eine Tagesmutter mit einem ausreichenden Kontingent Ers.betr.plätzen zu finden, werden dagegen voll zur Kasse gebeten und haben auch keine Ersatzbetreuung im Falle eines Falles und müssen hierfür frei nehmen.
Rechne ich das ganze durch, rentiert es sich für mich in wirtschaftlicher Hinsicht überhaupt nicht arbeiten zu gehen (Fahrtzeiten etc. müssen ja auch noch hinzugerechnet werden & kosten wieder). Am besten ich bleibe also gleich daheim.

Soviel zur Gleichstellung von Mann und Frau.

Und das macht mich ehrlich gesagt wütend. Ich empfinde, dass einem nicht nur Steinchen, sondern Riesenbrocken in den Weg gelegt werden, bei dem Versuch Kind und Beruf in Einklang zu bringen. Nicht nur von Arbeitgeberseite ist eine oft mangelnden Flexibilität zu beklagen - auch die Betreuungssituation ist desaströs und wird durch das Bestehen solcher finanziellen Barrieren nochmals verschärft.
Die Aussage der Sozialpädagogin beim Jugendamt "Mei, Kinder kosten halt und es trifft ja in ihrem Fall nicht die Ärmsten" ärgert mich zusätzlich. Schliesslich sind die Steuern, die gerade die Besserverdienenden zahlen und gezahlt haben auch nicht zu schade genommen zu werden. Und ich rede hier von normalen Akademikergehältern!! und nicht von Millionengehältern irgendwelcher Manager. Im Hinblick auf die Kinderbetreuung und den zu wenigen vorhandenen Plätzen, schauen aber genau die in die Röhre, da andere Personengruppen höhere Dringlichkeitsstufen haben. Gerecht ist das auch nicht!!!

Bleibt für mich also die Frage, zu Hause bleiben bei Kind und Herd & später dann Vater Staat zur Last fallen oder Arbeiten gehen - allerdings zum größten Teil für die Betreuung des Kindes. Vielleicht können Sie mir helfen, die Antwort hierauf zu finden.

Herzlichen Dank und beste Grüße

Birgit Ackermann

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