Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor C. Dellmann am 18. April 2012
4471 Leser · 96 Stimmen (-12 / +84) · 4 Kommentare

Mobilität und Verkehr

Finanzierung 2. S-Bahnstrecke unsicher

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

aus den Nachrichten musste ich leider heute vernehmen, dass die Finanzierung der zweiten S-Bahn-Stammstrecke möglicherweise (wieder einmal) vor dem Aus stehe, da sich die beteiligten Partner Bund, Freistaat Bayern und die Stadt München nicht auf eine gemeinsame Finanzierung einigen können ...

Als ein eifriger Nutzer des Münchner Nahverkehrs bedauere ich diesen Zustand auf das Äußerste. Ein funktionierender Nahverkehr basiert in München zu einem großen Teil auf einer zukunfts- und leistungsfähigen S-Bahn.

Ich kann schon nachvollziehen, dass die Stadt München sich an der Finanzierung nur bedingt beteiligen will, da die S-Bahn München als Unternehmen der Deutschen Bahn AG Teil eines Bundesunternehmens ist. Weil die Stadt München jedoch auch Gesellschafter/Partner im MVV ist, trägt sie aus meiner Sicht aber trotz allem auch eine gewisse Mitverantwortung für die S-Bahn München.

Ich frage mich ernsthaft, wann wir in unserem Land wichtige Verkehrsprojekte einmal entschlossener angehen werden, um wirklich Weichen in die richtige Richtung zu stellen. Solch eminent wichtigen Infrastruktur-Projekte wie eine zweite Stammstrecke der S-Bahn dürfen nicht weiter für Wahlkampf-Manöver - welcher Couleur auch immer - missbraucht werden. Da will ich ausdrücklich keiner politischen Partei den schwarzen Peter zuschieben. Hier geht es aber um wirklich wichtigere Ziele als den Gewinn der nächsten Landtagswahlen: Hier geht es um eine nachhaltige Weiterentwicklung eines zentralen Verkehrssystems.

Die Realisierung der zweiten Stammstrecke dauert ohnehin einige Jahre. Jahre, in denen das Projekt mal mit Sicherheit nicht billiger werden und auch der Leidensdruck zum Finden einer effektiven Lösung nicht abnehmen wird.

Aus diesem Grunde möchte ich Sie, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, eindringlich bitten, alles daran zu setzen, die zweite Stammstrecke in München nicht scheitern zu lassen. Die Höhe der Beteiligung Münchens an der Gesamtsumme sei einmal dahingestellt - ganz aus der Affäre ziehen sollte sich die Stadt allerdings nicht, da ein funktionierendes Verkehrssystem nicht zuletzt auch für die Landeshauptstadt einen nicht zu unterschätzenden Nutzen bringen wird!

Auch wenn man in diesem Forum oft andere Meinungen lesen kann: München hat schon ein sehr gutes öffentliches Verkehrsnetz - bitte helfen Sie daher aktiv mit, es weiterzuentwickeln und ein weiteres großes Stück besser zu machen! Zum Nulltarif wird es allerdings (leider) nicht gehen. Viele der immer wieder vorgetragenen Mängel lassen sich nur mit einer entschlossenen Verkehrsentwicklung abwenden.

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort, wie sich die Stadt München in Sachen Finanzierung der zweiten Stammstrecke stellen wird!

Beste Grüße aus Germering

Christian Dellmann

+72

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  1. Autor Lothar Volz
    am 18. April 2012
    1.

    T, ja....baut euch halt einen Transrapid und eine dritte und eine vierte und eine fünfte Startbahn, dann gibt‘s solche Probleme nicht mehr! Aber ihr müsst den auch selber bezahlen! Bayern kann nicht für Alles bezahlen, was in München benötigt wird!

    Man kann häufig lesen, dass die Stadt München schon längst an ihre Grenzen gekommen ist! Warum tun sich die Münchner so Etwas an? Die Stadt soll immer größer, immer schneller, immer besser immer moderner werden. In den ländlichen Gegenden werden reihenweise Bahnhöfe stillgelegt. Das hat dann zur Folge, dass noch mehr Menschen in die Städte ziehen.

    Bayern besteht nicht nur aus der Stadt München! Und die Stadt München könnte ruhig die doppelte oder dreifache Größe haben. Dann ginge es in der Stadt nicht so eng zu. Man bräuchte keine Tunnels, nur Brücken. S-Bahnen könnten dann oberirdisch fahren. Das wäre nicht so teuer. Aber baut euch doch einen Tunnel, aber zahlt den auch selber! Das ist doch euer Problem!

    Wenn es aber darum geht, einen geeigneten Platz zu finden für ein Kernkraftwerk oder Endlager für Atommüll, dann kommt die Stadt München rein geologisch nicht dafür in Frage! Die Stadt München ist auch rein geologisch nicht geeignet für die Austragung einer Winter-Olympiade! München hat nicht einen einzigen Skilift! Keine Bob-Bahn, keine Skisprungschanze! Aber unser Fichtelgebirge wäre ein geeigneter Ort für eine Winter-Olympiade. Aber das kommt ja rein aus Prinzip nicht in Frage! Aber das Fichtelgebirge ist aufgrund seiner steilen steinigen Landschaft ideal geeignet für die Einlagerung von radioaktiven Müll! Da geht je eh keine S-Bahn hin. Wer will da schon leben! Mit denen kann man es ja machen!

    Baut am besten einen Tunnel mit fünf Röhren quer durch die Stadt München und lagert dort euren Atommüll ein!

  2. Autor Peter Illig
    am 19. April 2012
    2.

    Mein persönlicher Eindruck ist, dass in den vergangenen Jahren alles auf eine Karte "2. Stammstrecke" gesetzt wurde. Optionen die U4 nach Johanneskirchen und Pasing zu verlängern um die Ost-West Achse zu entlasten oder zahlreiche andere Maßnahmen an den Außenästen werden zwar immer wieder mal angesprochen aber scheinen bei weitem nicht die Priorität zu genießen.
    Liegt es vielleicht daran, dass es verschiedene Töpfe sind, aus denen U-Bahn und S-Bahn finanziert werden?

  3. Autor Maria Käser
    am 19. April 2012
    3.

    @Lothar Volz;
    finden Sie Ihre Beiträge eigentlich sinnvoll und zielführend?

  4. Autor Lothar Volz
    am 22. April 2012
    4.

    @Karola Kneißl;
    welcher Satz ist Ihrer Meinung nach nicht sinnvoll und nicht zielführend?
    S-Bahnen sind "ländliche Einrichtungen", dafür bezahlt das Land! U-Bahnen sind "städtische Einrichtungen", dafür bezahlt die Stadt! Warum braucht dann München quer durch die Innenstadt eine zusätzliche S-Bahn, wenn es doch eine zusätzliche U-Bahn auch bringen würde?

    Wieso soll das Land für etwas bezahlen, was eine Stadt braucht?
    Wo kommt der Strom her, den diese Züge verbrauchen?
    Wo wird der Müll, der aus dieser Stromerzeigung stammt, gelagert?

    Das Problem wird doch von Jahr zu Jahr schlimmer! Die Stadt München könnte von der Fläche her die dreifache Größe haben; das war der einzige Tippfeheler in meinem Beitrag.

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