Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Anke Bergmann am 14. Mai 2010
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Gesellschaft und Soziales

Festungshaft der Altstadtbewohner

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Ihr Beitrag über den ÖKT liest sich sehr schön und für München wünschenswert.
Haben Sie aber auch einmal an die Altstradtbewohner gedacht, die für jeden Großevent, den die Stadt München möglich macht, mit der Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit, ihrer Nachtruhe und ihrer Zeitplanung einstehen müssen?
Ich lebe gern in München, bin ein großer Fan von münchner Lebensgefühl und wohne nun schon seit der 3. Generation in der Altstadt am Sendlinger Tor. In den letzten Jahren hat aber die Eventdichte so zugenommen, dass ich nicht mehr uneingeschränkt positiv über diese Art des münchner Stadtlebens denken kann.
Die Erlebnisse heute haben meine Geduld aber überstrapaziert.
Als schwangere Arbeitnehmerin bin ich auf die Benutzung meines KFZ angewiesen. Die Organisatoren des ÖKT haben es versäumt, den Anwohnern mitzuteilen, dass die Zufahrt zur Kreuzstraße über den Altstadtring unmöglich ist. Auch die Polizei hat trotz Vorlage des Mutterpasses sowie des Personalausweises keinen Durchlass gewährt.
Ich erwarte aber von der Stadt München, dass sicher gestellt wird, alle Informationen an alle Anwohner auszuhändigen, um ein Mindestmaß an Vorbereitung treffen zu können. Sollten ganze Straßenzüge gesperrt werden, möchte ich das im Vorfeld wissen, bzw. als Schwangere die Möglichkeit haben, meine Wohnung aufsuchen zu können, auch mit dem KFZ.
Die Organisatoren des ÖKT speisten mich mit einer wenig hilfreichen Entschuldigung und dem Hinweis, sie hätten 39 Freiwillige beauftragt, Informationen an die Anwohner zu verteilen, ab. Keine Information ist den Bewohnern meines Anwesens ausgehändigt worden.
Ich habe von Sicherheitskonferenzen, Stadtgeburtstagen und vielen anderen Events langsam genug. Traurig angesichts der eigentlich guten Intensionen der Organisatoren.

Ich bitte Sie, Herr Oberbürgermeister, zu bedenken, dass alle Münchner von diesen Events etwas haben sollen, und dazu gehört nun einmal auch, dass diejenigen, die beständig Zugeständnisse machen müssen, mit Respekt und in menschenwürdiger Weise behandelt werden.
Ich erwarte, von der Stadt München offiziell informiert zu werden, stehen solche Einschränkungen meiner Bewegungsfreiheit an. Ich erwarte zudem von der münchner Polizei, als Schwangere nicht eiskalt abgefertigt zu werden.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit,

Mit freundlichen Grüßen,

A. Bergmann

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