Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

Es können keine neue Fragen mehr gestellt oder bewertet werden. Bisherige Anfragen und Antworten sind weiterhin sichtbar.

Beantwortet
Autor Jan Eicke am 14. April 2009
11518 Leser · 70 Stimmen (-17 / +53) · 0 Kommentare

Mobilität und Verkehr

Fahrradwege in München

Sehr geehrter Herr Ude,

auch wenn man als Fahrradfahrer zur Zeiten der Umweltprämie nicht umbedingt die besten Karten hat, aber das ist ein anderes Thema, würde ich ihnen als umweltfreundlicher Verkehrsteilnehmer gerne eine Frage stellen.

Warum hat das Schaffen von sicheren und vor allem durchgängingen Fahrradwegen in München, vor allem unter dem Gesichtspunkt der Feinstaubproblematik, nicht absoluten Vorrang?

Es wäre doch schön wenn immer mehr Menschen auf das Rad umsteigen würde weil es umweltfreundlich, schnell aber auch sicher ist.
Letzterer Punkt ist in München leider nur zu oft Mangelware.

Mein Weg führt täglich aus der Au nach Schwabing, und ich habe noch keinen Fahrradweg gefunden der mich sicher aus dem Süden in den Norden bringt. Realität ist eher das man ständig auf der Straße unterwegs ist weil keine Wege vorhanden (z.B. Frauenhofer Str.), ständigunterbrochen (Herzog-Heinrich-Str.) oder durch Lieferverkehr zugeparkt (Dachauer Str.) sind. Wenn man dann auf die Straße ausweichen muss kommt es nur zu oft vor das rücksichtslose Autofahrer hupen, zu eng überholen oder einen sogar absichtlich abdrängen.

Ich finde das eine Stadt wie München es sich nicht länger erlauben kann so wenig für seine umweltfreundlichsten Verkehrsteilnehmer zu tun.

In Hochachtung vor Ihrer Arbeit

Jan E.

+36

Über diesen Beitrag kann nicht mehr abgestimmt werden, da er bereits beantwortet wurde.

Antwort
von Christian Ude am 28. Mai 2009
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Eicke,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Bereits im Jahr 2002 beschloss der Münchner Stadtrat einen Verkehrsentwicklungsplan mit Fokus auf den Radverkehr. Und erst vor wenigen Tagen hat der Münchner Stadtrat einen umfangreichen Grundsatzbeschluss zur Förderung des Radverkehrs in München gefasst.

Ziel dieses Beschlusses ist es, den Anteil des Radverkehrs in München von bisher 10% auf 15% zu steigern. Daher sollen die Radverkehrsbelange in der Verkehrsplanung zukünftig höhere Priorität erhalten. Außerdem soll die sog. „Radwegepauschale“ zur Anlage von Radwegen von derzeit 1,5 Mio.€ pro Jahr auf 4,5 Mio. € pro Jahr verdreifacht werden.

Dass München schon jetzt gute Voraussetzungen zum Radfahren bietet und die bisherigen Anstrengungen zur Förderung des Radverkehrs in die richtige Richtung gehen, zeigen die hohen Zuwächse der im Stadtgebiet gezählten Radlerinnen und Radler innerhalb der letzten zehn Jahre. So hat sich der Radverkehr über die Isarbrücken im Jahr 2005 mit über 35.000 Radlerinnen und Radlern pro Tag gegenüber der Zählung im Jahr 2000 nahezu verdoppelt.
Die Münchnerinnen und Münchner nutzen das Fahrrad nicht nur im Freizeit- und Schülerverkehr, sondern als vollwertiges Verkehrsmittel im Alltag.

Bereits in den letzten Jahren ist deshalb viel geschehen: So wurde das Münchner Radwegenetz auf über 1.200 km erweitert. Zum Vergleich: Das gesamte Münchner Straßennetz umfasst 2.300 km.

Soweit baulich bedingt möglich, ist die Verwaltung bemüht, Radwegelücken wie in der Herzog-Heinrich-Straße zu schließen.

Allerdings sind separate Radwege aus Platzgründen nicht überall realisierbar. Die von Ihnen genannte Fraunhoferstraße ist hierfür ein klassisches Beispiel. Ein Radwegeeinbau, bzw. die Abmarkierung eines Radfahrstreifens ist in dieser Straße, die nicht nur von Autos sondern auch von der Straßenbahn befahren wird, leider schlicht nicht möglich. Die von Ihnen beschriebene Rücksichtslosigkeit der Autofahrer ist leider ein Problem, welches die Stadt nicht lösen kann. Seitens der Polizei und der kommunalen Verkehrsüberwachung wird versucht, im Rahmen der personellen Möglichkeiten die Verkehrsverstöße, wie Parken auf Rad- und Gehwegen zu ahnden.