Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

Es können keine neue Fragen mehr gestellt oder bewertet werden. Bisherige Anfragen und Antworten sind weiterhin sichtbar.

Beantwortet
Autor Udo Grüner am 02. April 2012
6780 Leser · 222 Stimmen (-39 / +183) · 0 Kommentare

Planen und Bauen

Eventpark Taxisstraße?

Sehr geehrter Herr Ude,

als Mitglied des "Gemeinnützigen Wohnungsvereins München 1899 e. V." wohne ich seit nunmehr 30 Jahren in der Esebeckstraße. Ich schätze diese Wohngegend sehr, da trotz der Nähe zur Dachauer Straße und Landshuter Allee durch die vielen Schrebergärten, das ehemalige Kriegsversehrtenbad (Erholungspark Taxisstraße) und die beiden Biergärten "Concordia Park" und "Taxisgarten" mit ihrem gewachsenen Baumbestand ein relativ ruhiges Wohnen möglich ist. Nicht zuletzt durch die vielen Sackgassen ist das Viertel vom Durchgangsverkehr verschont. Deshalb bin ich sehr besorgt darüber wie die künftige Bebauung/Nutzung des Geländes des Erholungsparks Taxisstraße geplant sein soll!

Am 29.03.2012 fand auf dem Gelände des Erholungsparks eine Begehung mit dem zukünftigen Investor statt - die betroffenen Anwohner waren nicht geladen! -, bei der ein Konzept über die künftige Nutzung vorgestellt wurde:
- Kletterturm und Kletterwand und Eislauffläche (im Freien?)
- Durchstich der Sackgassen Esebeck- und Nürnbergerstraße
- Zufahrt von der Landshuter Allee durch den Concordia Park
- keine Vorlage eines Bebauungsplans.
Aufgrund der spärlichen Informationen, die mir vorliegen, habe ich den Eindruck, daß unter dem Deckmantel des Gemeinwohls, nämlich der Schaffung einiger weniger Arbeitsplätze für Behinderte, auf dem Gelände des Erholungsparks eine rein profitorientierte Eventarena hochgezogen werden soll.

Können Sie mir bitte folgende 2 Fragen beantworten?
Wie sind die konkreten Planungen für das Gelände?
- Bebauungsplan
- bauliche Veränderungen an den angrenzenden Flächen
- Baumfällaktionen
- Zukunft des Concordia Biergartens und des Vereinsheims
- Rolle des Alpenvereins
- Parkplätze
Wie stellt sich die Stadt München dazu?
- allgemeiner Erholungspark vs Eventarena
- Erhalt des schützenswerten Baumbestandes
- Erhalt des Grünzugs

Es wäre schade wenn wieder einmal eine ruhige Wohngegend und ein erhaltenswerter Grünzug mit altem Baumbestand - als Puffer zur mit Feinstaub erheblich belasteten Landshuter Allee - dem Profit geopfert wird!
Der Investor ist sicherlich an einer hohen Frequentierung seiner Anlagen interessiert, was sich m. E. nur in den Abendstunden von ca 17.00 Uhr bis ca 24.00 Uhr darstellen läßt, bei der die Gäste vorwiegend mit dem eigenen PKW anfahren werden. Die Zufahrt bzw. der Zugang wird dann hauptsächlich über den Concordiapark und die Esebeck- und Nürnbergerstraße erfolgen.

Herzlichen Dank, daß Sie sich meiner Sache annehmen:

Mit freundlichen Grüßen

Udo Grüner

+144

Über diesen Beitrag kann nicht mehr abgestimmt werden, da er bereits beantwortet wurde.

Antwort
von Christian Ude am 11. Mai 2012
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Grüner,

die Planungen auf dem Grundstück des ehemaligen Kriegsversehrtenbads (Erholungspark Taxisstraße) sind der Stadt lediglich aus ersten mündlichen Anfragen der Investoren beim Referat für Stadtplanung und Bauordnung bekannt.

Dort hat der potentielle Investor erläutert, dass das Grundstück vom Freistaat Bayern für eine Integrationseinrichtung von Behinderten und Nichtbehinderten ausgeschrieben wurde, die zum einen wirtschaftlich tragfähig sein und zum anderen Arbeitsplätze für Behinderte bieten soll. Die künftigen Betreiber sind wohl ein Netzwerk von Behindertenverbänden und -einrichtungen.

Sie möchten im Sommer einen Kletterturm, im Winter eine Eislaufbahn betreiben. Soweit deren Grobkonzept.

Da das Grundstück, wie Sie in Ihrem Schreiben ja ebenfalls dargestellt haben, schwierige Rahmenbedingungen nicht nur hinsichtlich Erschließung und Baumbestand aufweist, und sich aus der Nutzung eventuell auch eine Lärmentwicklung ergeben kann, wurde den potentiellen Betreibern vom Referat für Stadtplanung und Bauordnung geraten, Kontakt zum zuständigen Bezirksausschuss und den Nachbarn aufzunehmen, und die Planungen dort vorzustellen und die Verträglichkeit der Nutzung abzuklären. Dies scheint, so entnehme ich Ihrem Schreiben, mittlerweile geschehen zu sein.

Eine schriftliche Anfrage oder ein Antrag zur Nutzung des Grundstücks liegt dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung bislang nicht vor. Es ist lediglich das oben erwähnte Grobkonzept bekannt. Auch unterhält die Stadt keinerlei Planungen zur Nutzung des Grundstücks.

Es bleibt abzuwarten, ob und wie die zukünftigen Betreiber ihr Konzept den Randbedingungen des Grundstücks und der Nachbarschaft anpassen. Erst wenn man hier zu einem auch im Zusammenhang mit der benachbarten Bebauung und den Anwohnerinnen und Anwohnern verträglichen Konzept gekommen ist, wird sich eine solche Planung realisieren lassen.

Mit freundlichen Grüßen