Sehr geehrte Frau Heydebrand,
als Befürworter der „Münchner Tafel“, die auch von der Stadt wirksam gefördert wird, habe ich mich Ihres Anliegens „Essen wegwerfen – bitte spenden“ gerne angenommen. Leider kann ich nur sehr begrenzt eine Lösung anbieten.
Erst einmal vorneweg: Bei unseren Nachfragen bei den verschiedenen Organisationen, die Essen an Bedürftige abgeben, waren wir immer wieder beeindruckt, mit welchem Engagement sich Münchnerinnen und Münchner, Firmen (und hier auch Großbäckereien und Bäckereien) und Institution sich hier einsetzen und wie groß die Spendenbereitschaft ist. Gleichzeitig ist uns bei diesen Gesprächen auch eindrucksvoll vor Augen geführt worden, wie groß der Bedarf an gespendeten Lebensmitteln ist.
Die "Münchner Tafel" teilt an 18.000 Menschen wöchentlich 100 Tonnen Lebensmittel aus. Um diese riesigen Menge bewältigen zu können, sind täglich 15 Fahrzeug von morgens bis abends unterwegs, um gespendete Lebensmittel einzusammeln und anschließend an soziale Einrichtungen und Verteilstellen im Stadtgebiet München auszugeben. Um diese logistische Herausforderung zu bewältigen, geht die "Münchner Tafel" nach differenziert ausgearbeiteten Tourenplänen vor. So werden jeden Tag allein 70 Märkte angefahren. Die "Münchner Tafel" ist mit diesen riesigen Mengen an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen. Sonderabholungen bei kleinen Bäckereien sind daher oft gar nicht möglich.
Die "Münchner Tafel" unterliegt zu Recht der Lebensmittelaufsicht. Entsprechend werden die Lebensmittel nach Vorschrift in Kühlfahrzeugen und Kühlboxen transportiert. Empfindliche und somit leicht verderbliche Lebensmittel dürfen gar nicht transportiert werden. Darunter fallen auch belegte Semmeln. Diese hatten Sie ja in Ihrem Schreiben angesprochen.
Darüber hinaus hat die "Münchner Tafel" ein festes Prinzip: Sie nimmt keine abgelaufenen Lebensmittel an, da sie um eine würdige Vermittlung sehr bemüht ist und keinesfalls das Gefühl entstehen lassen möchte, dass hier Abfall weitergegeben wird.
Auch die „Möwe Jonathan“ die sich mit ihrem Bus um Obdachlose kümmert, ist immer wieder über die immense Spendenbereitschaft der Münchnerinnen und Münchner überrascht. Sie sieht sich aber auch aus den oben geschilderten Gründen nicht in der Lage belegte Brote und Semmeln anzunehmen. Gleiches gilt auch für die Heilsarmee, die jedoch immer wieder Bedarf an Brotleiber aus Bäckereien hat.
Mit freundlichen Grüßen
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am 11. April 2012
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