Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Uta Wüst am 18. März 2011
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Planen und Bauen

Erhaltung der Kuvertfabrik

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

bitte tun Sie alles, um dieses Baudenkmal zu retten!

Natürlich will sich die Stadt Mühe und Kosten sparen (am Ende drohen ihr Entschädigungszahlungen für vermindertes Baurecht), aber da sich das Planungsamt an so vielen Brennpunkten (Irmonherplatz, Trafo Neuhausen) derzeit nicht besonders sensibel und bürgernah zeigt, sollte es hier beweisen, dass es auch einfühlsam mit der städtebaulichen Substanz umgehen kann!

Es kann doch nicht sein, dass ein schützenswertes Gebäude geopfert wird für eine neu zu bauende, mit einem Lineal gezogene "Promenade" und um Abstandsflächen zu einem noch nicht gebauten Hochaus einzuhalten.

Die Planung sollte sich am Bestand orientieren. Man kann doch sicher einen Weg so gestalten, dass er auf die Kuvertfabrik Bezug nimmt...eine steckerlgerade Promenade halte ich sowieso nicht für erstrebenswert...wer mag da schon gehen?

Natürlich wäre es am schönsten, wenn in die Kuvertfabrik entweder Kultur einziehen würde (wird doch schon für ein nahes Bahngebäude aus der Nazizeit überlegt , das an der Offenbachstraße liegt, aber bei weitem nicht soviel Charme hat wie die Kuvertfabrik!) oder ein traditionsreiches Kaufhaus wie der BECK dort einen Kontrapunkt zum Konsumtempel der Arkaden bilden würde.

München hat kaum Industriedenkmäler (im Gegensatz zu Augsburg, Nürnberg, Berlin oder dem Ruhrgebiet).
Die Stadt München darf nicht auf so ein gut erhaltenes Industriedenkmal ohne mit der Wimper zu zucken verzichten!

Viele Münchner verstehen ihre Stadtplanung nicht mehr, die so wenig Bezug auf Bestehendes nimmt.
Leider geht so auch das Heimatgefühl verloren.

Bitte setzen Sie sich für eine kreative Erhaltungslösung ein!

Würde es der Stadt helfen, wenn man interessierte Nutzer für die KUVERTFABRIK anbieten könnte?

Mit besten Grüßen

Uta Wüst
denkmalagentur

+105

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Antwort
von Christian Ude am 26. Mai 2011
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Wüst,

vielen Dank für Ihr Interesse an der Pasinger Kuvertfabrik. Es laufen derzeit Gespräche zwischen dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung und dem neuen Eigentümer, dessen Anwalt und Architekten. Gemeinsam prüfen wir intensiv sowohl Möglichkeiten der Bebauung als auch sämtliche denkmalrechtliche Aspekte und versuchen, den divergierenden Interessen gerecht zu werden. Dies ist leider nur eine Zwischennachricht, aber ich werde selbstverständlich noch einmal auf Ihr Anliegen zurückgekommen.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (2)Schließen

  1. Autor Sabine Kiermaier
    am 14. April 2011
    1.

    Den Erhalt der Kuvertfabrik finde ich ebenfalls sehr wichtig. In Pasing und Laim wird soviel gebaut, und es handelt sich fast ausnahmlos um die ewig gleichen Glas-Metallklötze, die wirklich keinen Reiz haben. Meiner Meinung nach sind sie auch nicht zeitgemäß, da die Glasflächen ständig gereinigt werden müssen und sicher die Räume klimatisiert werden müssen. Da wäre ein viel schöneres Gebäude, wie das der Kuvertfabrik sehr viel besser. man könnte sogar in diesem Stil weitere Gebäude dazubauen, das wäre wirklich mal was anderes und schöneres!

  2. Autor Christine Bauer
    am 17. April 2011
    2.

    Liebe Frau Wüst,

    Danke für Ihren Beitrag!! Wie schön, dass es noch einige mehr Menschen gibt, die das auch so empfinden wie ich....die schönsten alten Häuser werden abgerissen und müssen diesen katastrophalen Beton-Klötzen weichen. Wo ist der Denkmalschutz?? München verliert zusehends sein ehemals wirklich schönes Gesicht und auch ich habe in meiner Verzweiflung darüber eine Bitte an Herrn Ude geschrieben http://direktzu.muenchen.de/ude/messages/32064

    Das gleiche ist übrigens mit der denkmalgeschützten Lokhalle in Thalkirchen..... diese traumhafte Anlage verfällt und gleich nebenan werden riesige Betonschachteln mitten in die Natur, in ein hinreißendes, altes Viertel geklatscht!
    Vielleicht können wir alle, die wir diese Entwicklung so wenig mögen (und das sind sehr, sehr viele...) uns zusammentun und so auf Dauer bei Frau Merk, der zuständigen Stadtbaurätin, etwas bewirken? Man kann doch nicht einfach nur tatenlos zuschauen, wie diese Stadt "ermordet" wird???
    Beste Grüße
    Christine Bauer Fotografie

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