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Autor Clemens Heer am 06. Dezember 2011
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Mobilität und Verkehr

Endlich sichere Radwegführung auf der Rosenheimer Straße

Sehr geehrter Herr Dr. Ude,

in der heutigen „Süddeutschen Zeitung“ musste ich lesen, dass gestern eine 23jährige Fahrradfahrerin tödlich verunglückte, als sie, auf der Rosenheimer Straße stadtauswärts fahrend, auf Höhe der Balanstraße gegen ein geparktes Auto prallte und anschließend von einem Lastkraftwagen überrollt wurde. Übrigens war es wohl wenigstens der zweite tödliche Verkehrsunfall auf diesem Straßenabschnitt in kurzer Zeit.
Auch ich fahre mit meinem Fahrrad regelmäßig an der Unfallstelle vorbei- schon bisher stets mit einem mulmigen Gefühl, da dort die Fahrradfahrer den Radweg verlassen und in den zum Teil bereits recht zügigen Autoverkehr einfädeln müssen.
Auch wenn in dem gestrigen Fall offensichtlich die verunglückte Fahrradfahrerin durch Selbstverschulden ums Leben kam, frage ich mich doch, ob dieser Unglücksfall nicht vermeidbar gewesen wäre, zumal die Problematik der Verkehrsführung auch den Verantwortlichen der Stadt München bekannt ist und auch schon mehrfach in den örtlichen Medien diskutiert wurde.
Wenn München, wie so gern vom Stadtmarketing behauptet, tatsächlich so etwas wie eine „Radlerhauptstadt“ werden möchte, dann sind solche unübersichtlichen Stellen endlich entscheidend abzusichern.
Die Kreuzung Rosenheimer -/ Balanstraße ist hier nur ein Einzelfall, auch an der Elisenstraße / Sophienstraße oder Paul-Heyse- / Bayerstraße kann man als Radfahrer immer wieder erleben, dass manche Autofahrer wohl von der Unsterblichkeit Ihrer Mitbürger ausgehen.
Da auch Radfahrer nicht immer fehlerfrei fahren, müssen sich die Verantwortlichen in dieser Stadt nun doch allmählich die Frage stellen lassen, was sie in der Verkehrspolitik eigentlich möchten:

Eine Fortführung des Primats des Automobils oder sichere Wegführungen für schwächere Verkehrsteilnehmer.

Ich selbst fahre täglich von Berg-am-Laim mit dem Fahrrad zur Arbeit, nutze aber regelmäßig in der Stadt auch unser Familienauto.
Schon aus Gründen der geringeren Lärmbelästigung und der reduzierten Abgasmengen würde ich mir in München ein allgemeines Tempolimit von 30km/h wünschen- schneller fahren nach der allgemeinen Lebenserfahrung schließlich alle von alleine ( sie werden mir beipflichten, wenn Sie täglich auf der Elisenstraße mit 30km/h Fahrrad fahren und in 50cm Abstand von Autos und Reisebussen überholt werden, die geschätzte 70-80km/h fahren).
Den Verkehrsfluss dürfte diese Maßnahme kaum nachhaltig schwächen, da man in der Münchner Innenstadt tagsüber ja sowieso ständig im Stau steht.

Wichtig wäre mir aber, dass nicht nur vereinzelt auf Nebenstraßen Fahrradspuren angelegt werden, sondern auch für die radelnde Bevölkerung auf den genannten Straßen breite Fahrwege angelegt werden- auch wenn das zu Lasten des Kfz-Verkehrs ginge. Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, äquivalent zum Autoverkehr auch einen „Altstadtring für Radler“ mit den dazugehörigen „Ausfallradwegen“ zu installieren?

Für Ihre Antwort vielen Dank im voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Clemens Heer

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