Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Eric Reumann am 13. Januar 2014
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Mobilität und Verkehr

Elektromobilität - Innenstadt

Sehr geehrter Herr Ude,

zunächst vielen Dank für die Möglichkeit, sich direkt an Sie zu
wenden, wir schätzen diese Einrichtung sehr.

Es wird ja allgemein sehr viel über die Vorteile der Elektromobilität in Verbindung mit dem Verkehr in Ballungsräumen wie München gesprochen. Es werden auch regelmäßig ambitionierte Ziele verkündet, bis wann soundsovielte Millionen (!) Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sein werden.
Meine Frau und ich wohnen und arbeiten in München und unser Mobilitätsbedarf lässt sich gut mit der Elektromobilität vereinbaren (überwiegend Kurzstrecken im Stadtgebiet und nähere Umgebung deutlich unter 100 km/Tag), so dass wir uns
im November 2013 ein kleines Elektrofahrzeug (Smart ED) angeschafft haben.
Wir sind von der elektrischen Fortbewegung ohne Emission (wir laden regenerativen Strom der SWM in der heimischen Garage) von CO2 und Lärm sehr angetan.
Wir haben allerdings den Eindruck, dass sowohl von der Industrie als auch von der Politik wenig getan wird, um die verkündeten Ziele zu erreichen, wobei bekanntlich zwei Haupthürden im Weg stehen.
Das Problem der Reichweite eher eines, das in den Köpfen besteht, da die überwiegende Zahl der Autofahrer deutlich unter der Schallgrenze von 100 km/Tag liegt, wie zahlreiche Untersuchungen zeigen.
Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass man sich nach
anfänglichem Unwohlsein daran gewöhnt, dass man der Ladestandsanzeige (anders als der Tankuhr) praktisch jeden Kilometer ansieht. Dieses Problem wird sich wohl langsam
selbst abbauen (parallel wird die Reichweite zunehmen, wenn auch voraussichtlich nicht sprunghaft).
Die zweite Hürde liegt in recht hohen Anschaffungskosten. Wir
haben diese Kröte geschluckt, weil wir einen Beitrag zur Entlastung der Umwelt leisten wollen und vom elektrischen Fahren begeistert sind.
Um bezüglich Elektromobilität in der Breite einen Durchbruch zu erzielen wären sichtbare Denkanstöße und finanzielle Anreize notwendig, die wir aber bisher (außer einer Steuerbefreiung) nicht wirklich erkennen können.
Daher unsere konkreten Fragen an Sie:
1. Wäre es nicht eine gute Idee, Elektroautos im Innenstadtbereich in den blauen Zonen gebührenfrei parken zu lassen? Der Verwaltungsaufwand für eine entsprechende Plakette hält sich in engen Grenzen, der Nachweis für die Berechtigung ist problemlos.
2. Wären nicht für Elektroautos reservierte Parkplätze im Innenstadtbereich (auch ohne Lademöglichkeit) eine gute Idee? Bei den momentanen Zulassungszahlen für den Münchner Raum wäre der Bedarf vermutlich überschaubar, ohne Lademöglichkeit (die viele nicht brauchen) sind auch die Investitionskosten für die Kommune gering. Nicht belegte "Elektro-Parkplätze" hätten eine hervorragende Signalwirkung und wären ein ständiger Denkanstoß für parkplatzsuchende Verbrennungsmotornutzer.

Eine spürbare Zunahme von Elektrofahrzeugen im Innenstadtbereich würde eine deutliche Entlastung bezüglich CO2, Feinstaub und Lärm bedeuten.

Wir freuen uns auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Kristine und Eric Reumann

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