Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Sandra King am 10. Juni 2011
12419 Leser · 286 Stimmen (-65 / +221) · 8 Kommentare

Freizeit und Sport

Einspruch gegen die Hallenzeitverlegung des TSV Großhadern

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Ude,

entsetzt musst ich von der Handballabteilung meines Sohnes hören, dass die Planung des Sportamtes der Stadt München im neuen Hallenbelegungskonzept ab dem neuen Schuljahr
vorsieht, der Handballabteilung des TSV Großhadern für Ihre Handballkinder die Handballzeiten zu verlegen und gleichzeitig zu kürzen.

Ich bin ratlos, wenn ich daran denke, dass damit einhergeht, dass das für die Kinder untragbare Folgen hätte.

1) Minis + E-Jugend + z.T. D-Jugend : Kompletter Wegfall von Trainingszeiten für die ganz jungen Handballkinder , da der Montag und Mittwoch komplett gestrichen würde.

2) Die bisherigen Trainer könnten nach Wegfall des Montags- u. Mittwochstrainings die Kinder nicht mehr trainieren, wenn diese zum Teil (D-Jugend) auf Donnerstag verschoben wird.

Mein Sohn ist selbst in der D-Jugend und als Mutter kann ich Ihnen sagen, dass eine ständiges Herumjonglieren von Trainingszeiten im Wochentag auch für Mütter nicht einfach ist und schon garnicht für Trainer/Innen, die Ihre Zeit den Kindern schenken und sich feste Trainingstage freigeschaufelt haben.

3) C-Jugend: Training zu unangebrachten Zeiten, in Anbetracht des Alters (Freitag abend 19:00 – 22:00!!!)

Meine Bitte an Sie: Diese Planung soll nach meinem Kenntnisstand im Juni durch den Stadtrat abgesegnet werden –

Bitte überdenken Sie diese Planung und belassen den Trainingsplan der Handballabteilung so wie er ist und verschlechtern sie in nicht.

Als Mutter eines 11-jährigen und eines 4-jährigen Jungen weiss ich, dass auch das Sportamt und die Stadt München in Ihren Schulen froh ist, um jede Mutter, die dafür sorgt, dass das Kind in der Freizeit Sport treibt und somit ausgeglichen und gesund ist.

Eine Sportstätte im Viertel der Kinder MUSS selbstverständlich sein, wenn man bedenkt, dass die Kinder selbständig erzogen werden wollen und nicht auf weite Wege zum Sport angewiesen sind.

Bitte erschweren Sie

1) dem TSV Grosshadern das Ausführen seines tollen Engagements im Handball nicht und belassen zumindest die alten Trainingszeiten,

2) mir als Mutter es nicht, meinen Beitrag in der Erziehung zu leisten und meinem Kind Sport in direkter Wohnortnähe zu ermöglichen.

Noch eine Frage:

Wer kann denn im geplanten Hallenbelegungsplan so wichtig sein, dass den Kindern der Montag & Mittwoch komplett genommen wird?

Ich hoffe auf ein offenes Ohr Ihrerseits und ebenfalls auf eine schnelle, inhaltliche Reaktion auf die Belange des TSV Großhadern und seiner jungen Mitglieder und

verbleibe mit freundlichen Grüßen

Sandra King

+156

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Antwort
von Christian Ude am 17. August 2011
Christian Ude

Sehr geehrte Frau King,

in Ihrem Beitrag sprechen Sie die Neuregelung der Vereinsnutzung städtischer Sporthallen an. Diese Neuregelung wurde vom Stadtrat am 27. Juli beschlossen und dient dazu, die Wettkampf- und Trainingsbedingungen der Sportlerinnen und Sportler in den Münchner Sportvereinen zu verbessern.

Auch für den TSV München-Großhadern von 1926 e.V. konnten die Trainingsbedingungen quantitativ und qualitativ verbessert werden. Die nun dem Verein angebotenen Sporthallen in Fürstenried, Hadern und Sendling/Westpark sind von Großhadern aus gesehen die nächstgelegenen Hallen. Damit entspricht die Neuregelung auch Ihrem Wunsch nach einem nah gelegenen Trainingsort, um für die Kinder und Jugendlichen möglichst kurze Wege zu erhalten. Eine weitere Belegung der Dreifachhalle am Marsplatz erfolgte auf Wunsch des Vereins, der damit eine unerwünschte Freitags-Belegung in der Engadiner Straße vermeiden konnte.

Für Hallensportarten wie z.B. Handball sind Trainingszeiten in den großen Zwei- und Dreifachhallen besonders begehrt. Die Vereinsführung des TSV München-Großhadern von 1926 e.V. versucht seit Jahren, mehr Trainingszeiten in Dreifachhallen für das Handballtraning von Erwachsenen und Jugendlichen zu bekommen. Durch die Neuregelung konnte diesem Wunsch nun entsprochen werden: der Verein erhält ab dem neuen Schuljahr vier Wochenstunden mehr in Dreifachhallen (9 Wochenstunden statt bisher 5); die bisher schon genutzten 16 Wochenstunden in Doppelhallen blieben erhalten.

Bei der Zuteilung der Zeitkontingente wurden frühe und späte Trainingstage sowie „gute“ und „schlechte“ Wochentage gemischt, um allen Vereinen gleiche Chancen zu ermöglichen. Die konkrete Einteilung der Trainingszeiten für die verschiedenen Mannschaften ist allerdings Sache des Vereins, der die Bedürfnisse der Sportlerinnen und Sportler und der Übungsleiterinnen und Übungsleiter am besten kennt. Die städtischen Regelungen geben nur einen Zeitrahmen vor und nehmen keinen Einfluss auf die Organisation der Trainingszeiten von einzelnen Mannschaften.

Deshalb bitte ich Sie, sich wegen etwaiger Verlegungen oder Kürzungen von Trainingszeiten der Kinder- und Jugendmannschaften an die Vereinsleitung zu wenden. Ich bin überzeugt, dass sich die Situation im neuen Schuljahr rasch einspielen wird und wünsche Ihren beiden Söhnen weiterhin viel Spaß beim Sport.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (8)Schließen

  1. Autor Detlef Ammer
    am 11. Juni 2011
    1.

    Wir schließen uns den Ausführungen von Frau King in vollen Umfang an. Unsere beiden Töchter (8 und 12 Jahre) spielen beide beim TSV Handball, für uns würde es bedeuten, dass die jüngere kein Handballtraining mehr hätte und die 12jährige abends zwischen 19 Uhr und 22 Uhr. Das kann doch nicht sein. Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum ein Verein so komplett aus dem Hallenbelegungsplan gedrängt werden soll.

    Mit freundlichen Grüßen

    Detlef und Maria Ammer

  2. Autor Uwe H. Erzinger
    am 16. Juni 2011
    2.

    Da auch andere Vereine davon betroffen sind (insbesondere im Bereich des Breiten- und Freizetsports) und damit auch die Freizeitplanung einer nicht unerheblichen Menge Münchner Familien, halte ich derartige Hallenzeitverlegungen für schlichtweg unsozial und unterstütze die Ausführungen von Frau King uneingeschränkt (auch wenn ich nicht Mitglied in diesem Verein bin und auch keine betroffenen Kinder habe).

  3. Autor Hanna Kröber
    am 19. Juni 2011
    3.

    Auch ich unterstütze den Beitrag von Frau King uneingeschränkt, ich habe selbst einen Brief zu diesem Thema verfasst, in meinem handelt es sich um Volleyball, da ich selbst als Spielerin davon betroffen bin. Nicht nur die Jugendarbeit bei allen Volleyballvereinen in ganz München wäre damit gestorben, sondern auch wir als Erwachsene könnten so nicht weitertrainieren.
    Mit freundlichen Grüßen

  4. Autor Daniel Schumacher
    am 20. Juni 2011
    4.

    Ich kann mich diesem Einwand voll und ganz anschließen.

    Eine Verbesserung der Hallensituation könnte z.B. auch durch eine Erweiterung der Hallenöffnungszeiten geschaffen werden. 21.30 Uhr ist für eine Großstadt, leicht übertrieben gesagt, "kurz nach Feierabend". Öffnen Sie die Hallen, so dass leidenschaftliche Sportler auch weiterhin in unserer Stadt ein Zuhause finden. So entstehen mehr Kapazitäten für Kinder-, Jugend- und Erwachsenen-Sportgruppen

  5. Autor Elke Hagg
    am 22. Juni 2011
    5.

    Auch wir (zwei Kinder 8 und 12 Jahre) sind bei den Minis und der D-Jugend von dieser Maßnahme betroffen und möchten uns dagegen wehren. Es kann nicht im Sinne der Stadt München sein, dass das Sportangebot für Kinder derartig unattraktiv gemacht wird, dass man gezwungen wird die Kinder in anderen Stadtteile zum Sport zu bringen.

    Wir möchten Sie eindringlich bitten, diese Planungen wieder rückgängig zu machen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Familie Hagg/Riegg

  6. Autor Uwe H. Erzinger
    am 23. Juni 2011
    6.

    Der Stadtrat stimmt darüber in einer Sitzung am 29.06. ab.
    Da die Informationes des Zentralen Immobilienmanagements (ZIM) an die Vereine erst zum 31.05. raus ging, ist diese Plattform mit einer Abstimmungsfrist von einem Monat wohl ungeeignet, um dem Herrn Oberbürgermeister VORHER davon in Kenntnis zu setzen und ggf. zum Einschreiten zu bewegen.
    Hat das ZIM damit etwa auch kalkuliert?

    Wenn jemand den Herrn OB dazu bewegen könnte, sich der Dringlichkeit entsprechend VORHER damit zu befassen, wäre das gut.

  7. Autor Sabine von Dobschütz
    am 27. Juni 2011
    7.

    Auch unsere Tochter (Minis) wäre hiervon betroffen. Wir waren froh im Stadtteil eine Ballsportart gefunden zu haben, da wir -wenn immer möglich - Freizeitaktivitäten für unsere Kinder bevorzugen, die diese früher oder später auch alleine erreichen können.
    Die Hürden, die durch die angedachten Hallenzeitenverkürzungen dem Breitensport sowie dem Ehrenamt der Trainer in den Weg gestellt werden, strafen alle Lippenbekenntnisse der Politik Hohn wie "Bewegung unserer Kinder u. Jugendlichen fördern", "Teamfähigkeit vermitteln" aber auch "Ehrenämter unterstützen".
    Wir bitten daher, den Fortbestand der Abteilung Handball des TSV durch angemessene Hallenbelegungszeiten auch weiterhin zu ermöglichen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Familie von dobschütz

  8. Autor Stefan Schulz
    am 29. Juni 2011
    8.

    Diese Entscheidung des Sportamts ist ein Skandal. Auf der einen Seite soll Sport in München gefördert werden und es werden Unsummen für die Winterolympiade ausgegeben, auf der anderen Seite ist es nicht möglich für unsere Kinder Hallen zur Verfügung zu stellen, damit sie ihren Sport nachgehen können.

    Hier muß unverzüglich eine Änderung erfolgen und wir bitten Sie eindringlich hier einzuwirken damit schnellstmöglich wieder Hallenplätze zur Verfügung stehen.

    Wir zählen auf Ihre Unterstützung für unsere jungen Sportler.

    Mit freundlichen Grüßen

    Familie Schulz

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