Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Amina Pfister am 21. Mai 2010
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Bildung und Kultur

Einschreibung ins Gymnasium

Sehr geehrter Herr Ude,

nach monatelanger Suche und zahlreichen Eltern- Informationsabenden, hatten wir uns endlich für ein Gymnasium entschieden, unser Sohn, mein Mann und ich, wußten nun welches Gymnasium das richtige war.

Die Wahl viel auf das nahe gelegene städtische Gymnasium nämlich auf das Heinrich Heine, es liegt ca. 2,4 km von uns entfernt. Dieses Gymnasium war eigentlich schon immer unser Plan gewesen und wir waren richtig froh das unser Sohn dieses Gymnasium auch so toll fand und er wollte da unbedingt hin !!!

Wir wählten das benachbarte Werner von Siemens Gymnasium als Ausweichsschule.....waren jedoch sehr zuversichtlich das unser Sohn einen Platz am Heinrich Heine Gymnasium bekommt.

Dann der Schock am Freitag den 14.05.2010 bekamen wir den telefonischen Bescheid der Ablehnung.......kein Platz am Wunschgymnasium kein Platz am Werner von Siemens Gymnasium ..... das Michaeli Gymnasium ist nun auch voll ....was nun ? warum ? unser Sohn ist fix und fertig noch können wir nicht verstehen was die ganzen Monate zuvor zu bedeuten hatten, was war passiert ??? Wieso müssen wir uns nun zuordnen lassen ???

Er soll auf das Asamgymnasium gehen, da wären noch Plätze frei ! ... Er will da nicht hin ... es ist auch nicht unsere Gegend...es ist ein völlig anderes Gymnasium mit anderen Methoden und anderem Konzept es ist nicht das was wir wollten !!!

Unser Sohn kann es einfach nicht begreifen wieso alle seine Mitschüler einen Platz im Wunschgymnasium bekamen und nur er nicht ?????

Er hatte doch so sehr darauf hingearbeitet, er hatte ein Bild im Kopf eine Vorstellung und er hatte Wünsche .....

Wir sind mit dieser Entscheidung nicht einverstanden und bitten um Aufnahme an dem Heinrich Heine Gymnasium.

Das Heinrich Heine Gymnasium ist das nächst gelegene Gymnasium für unseren Sohn, welches die Wünsche, Kriterien und Förderungsgrundlagen besitzt und die Wunsch-Anforderungen allgemein erfüllt.... Es ist das Gymnasium auf welches sich unser Sohn schon seit Monaten freut!... um dahin zu kommen hat er gelernt und gelernt und einen Einser nach dem anderen geschrieben !!!!

Aus sozialen sowie beruflichen Gründen und im Interesse des Kindes, ist es für uns außerordentlich wichtig, ein Gymnasiumplatz mit fakultativem Ganztagsangebot und in unserer Umgebung zu bekommen.

Wir bitten Sie um eine Auskunft darüber, wie es sein kann das man die freie Wahl des Gymnasiums hat....aber trotzdem zum Schluß zugewiesen wird ......-und warum es dann für das betroffene Kind so ungerecht ist !

es ist sehr diskriminierend für Kinder welche keinen Platz bekommen ..... zumal alle im Fall unseren Sohnes einen Platz bekamen nur er nicht !!

Herr Ude was bitte sollen wir unserem Kind sagen ???
Wir erbitten eine Stellungnahme und erhoffen uns eine schnelle Lösung.

mit freundlichen Grüßen

Michael und Amina Pfister

+81

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Antwort
von Christian Ude am 12. August 2010
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Pfister,
sehr geehrter Herr Pfister,

mir ist bewusst, dass es für Eltern und Kinder unbefriedigend ist, wenn am Wunschgymnasium kein Platz vorhanden ist und Kinder abgewiesen werden müssen.

Der Grund für die Abweisungen liegt darin, dass die Stadt leider gezwungen ist, die Zahl der Eingangsklassen an ihren insgesamt 14 Gymnasien auf insgesamt jährlich 50 mit jeweils bis zu 30 Schülerinnen und Schülern zu begrenzen. Dies ist leider notwendig, weil der Freistaat, der nach der Verfassung eigentlich alleine für das Bildungsangebot zuständig wäre, der Stadt nur 38% der real anfallenden Kosten für das Lehrpersonal an städtischen Schulen erstattet und die Stadt den Rest selbst tragen muss. Deshalb kann die Stadt nur über die Deckelung der Eingangsklassen-Zahl sicherstellen, dass ihre Schulen auch in Zukunft mit den erforderlichen Finanzmitteln ausgestattet werden können.

Am Städtischen Heinrich-Heine-Gymnasium haben sich für das Schuljahr 2010/2011 insgesamt 147 Schülerinnen und Schüler eingeschrieben. Aufgrund des auf die 14 städtischen Gymnasien bezogenen Einschreibeergebnisses 2010 konnten dort lediglich vier Eingangsklassen gebildet werden. Hätte das Schulreferat der Schule die Bildung einer fünften Eingangsklasse zugebilligt, hätte an einem anderen städtischen Gymnasium eine Eingangsklasse weniger gebildet werden können. Auch am Städtischen Werner-von-Siemens-Gymnasium, an dem sich insgesamt 148 Kinder angemeldet haben, konnten nur vier Eingangsklassen gebildet werden.

Werden mehr Kinder an einem Gymnasium angemeldet, als Plätze zur Verfügung stehen, so ist ein Auswahlverfahren durchzuführen, das vorrangig auf die Entfernung zwischen Wohnort und Schule abstellt. Wenn Schülerinnen und Schüler abgewiesen werden müssen, so bemühen sich die Schulleitungen der staatlichen und nichtstaatlichen Gymnasien um einen örtlichen Ausgleich. Dieser gilt als erfolgt, wenn ein gymnasialer Platz benannt werden kann - die gesetzlichen Vorschriften gewähren dabei keinen Rechtsanspruch auf die Aufnahme in eine bestimmte Schule an einem bestimmten Ort.

Mit freundlichen Grüßen