Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Karsten Hahn am 24. September 2012
8323 Leser · 155 Stimmen (-15 / +140) · 6 Kommentare

Gesellschaft und Soziales

Einfahrtserlaubnis auf das Festgelände für Fahrräder von Sanitätspersonal/Ärzten

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

am zurückliegenden Wochenende konnte weltweit verfolgt werden, wie Sie mit viel Engagement eines der größten Volksfeste eröffnet haben.
Neben all den Gewerbetreibenden und natürlich den Gästen, werden auch viele ehrenamtliche Helfer zum Gelingen der diesjährigen Wies´n beitragen.

Dabei zeigt die nachstehend zu Ihrer Information angehängte E-Mail wieder einmal, welcher Stellenwert dem ehrenamtlichen Engagement in unserer Stadt eigentlich beigemessen wird. Während unsere Kameraden für den, durchaus attraktiven, Wies´n Dienst oftmals Urlaub in ihren Unternehmen beantragen genießen Ihre Chefs schon seit Jahren auf Firmenkosten mit Kunden und Geschäftspartnern das bunte Treiben.

Gut oder auch nicht, da kann die Stadt, können Sie natürlich nur bedingt Einfluss nehmen, dass die Einsatzkräfte allerdings in diesem Jahr 10,- Euro Gebühr für eine Einfahrt ins Festgelände mit Fahrrädern zahlen sollen, das ist eine Entscheidung aus Ihrem Haus und diese ist mehr als fragwürdig! Einige Kammeraden wählen dieses Verkehrsmittel ohnehin, weil alle anderen An- und Abfahrtsmöglichkeiten ja schon seit Jahren stark eingeschränkt sind.

Wenn ich mich recht erinnere, standen aber im letzten Jahr zu meiner Dienstzeit zwischen fünf und zehn Fahrräder auf dem Behördenhof. Die, daraus resultierende, „Gebühreneinnahmen“ füllt weder das Stadtsäckel, noch rechtfertigt es diese Gebühr überhaupt in irgend einer Art und Weise. Diese Entscheidung des KVR erreicht wieder einmal nur eins, dass sich jeder ehrenamtliche Helfer zum wiederholten Mal die Frage stellt, wie sein Einsatz in unserer Gesellschaft eigentlich bewertet wird.

Ich für meinen Teil werde in diesem Jahr, wie auch in der Vergangenheit, mit dem Fahrrad zum Dienst am 3. Oktober erscheinen. Sollte mir an diesem Morgen der Eintritt oder besser gesagt die Einfahrt verwehrt werden, werde ich wieder nach Hause fahren, meine Dienstkleidung gegen die Lederhose tauschen und zwei Stunden später die diesjährige Wies´n ohne Einfahrtsgebühr als Besucher genießen. Meine Kammeraden von der Bereitschaft bitte ich schon jetzt um Entschuldigung, Sie werden für meine Trage dann kurzfristig Ersatz finden müssen.

Allerdings und daran glaube ich fest wird es dazu nicht kommen. Weil ich mir gern sicher sein möchte, dass diese Regelung bis dahin aufgehoben ist. Weil sie, wie so vieles in dieser Zeit, einfach den Vorschriften (welchen auch immer) dient und wenig den Menschen!

Ich wünsche uns allen eine erfolgreiche und friedliche Wies´n, herzliche Grüße Karsten Hahn.

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Antwort
von Christian Ude am 26. November 2012
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Hahn,

der für die Wiesn zuständige Wirtschaftsreferent Dieter Reiter berichtet, dass noch während der ersten Festwoche sichergestellt wurde, dass Mitarbeiter- innen und Mitarbeiter der Sanitätswache ihre Räder kostenlos beim Behörden- hof abstellen konnten. Diese Möglichkeit können sie auch künftig nutzen. Damit wurde auch ein Missverständnis ausgeräumt, denn von der allgemeinen Einfahrtsregelung für Fahrräder auf das Festgelände wären sie ohnehin nicht betroffen gewesen.

Ich kann Ihnen versichern, dass die Stadt zu keiner Zeit beabsichtigt hat, ausgerechnet durch Fahrradparkgebühren von den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des Roten Kreuzes das Stadtsäckel zu füllen.

Mit freundlichen Grüßen


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  1. Autor Karsten Hahn
    am 24. September 2012
    1.

    Diese Information gehört natürlich noch ergänzend dazu:

    Hallo liebe Leitungs-/und Führungskräfte,
    heute wurde Sanitätspersonal des BRK von den beauftragten Ordnern angesprochen, dass für eine Einfahrt ins Festgelände mit Fahrrädern ein Erlaubnisschein des KVR notwendig ist. Dieser Einfahrtsschein kann beim KVR gegen eine Gebühr von € 10,00 ausgestellt werden. Nach Rücksprache mit dem KVR kann leider für ehrenamtliche BRK-Kräfte keine Ausnahmeregelung gefunden werden.
    Nach Rücksprache mit dem Kreisbereitschaftsleiter möchten wir Euch deshalb bitten, Eure eingeteilten Einsatzkräfte darauf hinzuweisen, dass eine Einfahrt auf das Festgelände mit Fahrrädern nicht ohne Gebühren möglich ist. Aufgrund der Vielzahl der in Frage kommenden Einsatzkräfte kann der KV-München leider die Gebühr von € 10,00 auch nicht übernehmen und erstatten.
    Das Fahrrad müsste dann am Rande des Wiesn-Geländes (Gehweg, Baum etc.) abgestellt werden, um eine Gebühr zu vermeiden. Ich bitte um eine Weitergabe dieser Information an alle in Frage kommenden Einsatzkräfte
    Mit freundlichen Grüßen
    Bereich Einsatz, Ehrenamt und Ausbildung
    BRK-Kreisverband München

  2. Autor Christoph Müller
    am 26. September 2012
    2.

    Sehr geehrter Herr Hahn,
    ihr Anliegen in allen Ehren, aber ich versteh nicht, warum man nicht einfach mit den Öffentlichen oder zu Fuß zur Wiesn hinkommen kann, auch als ehrenamtlicher Helfer! Ich würde niemals mit dem Fahrrad dorthinfahren, niemals! Dann stellt mans halt vorher ab und geht dann zu Fuß! Verstehe ihr Anliegen einfach nicht! Und die Drohung anschließend den Dienst zu verweigern spricht auch nicht für einen ehrenamtlichen Helferdaseins, den man mit Stolz ausüben will. Denkt daran, es gibt noch andere Sanitätische Hilfsdienste in München, wie die Malteser, die auch gerne ihren Dienst tun wollen. Daher sollte ich mit Dienstverweigerung wegen sowas kleinkariertem etwas vorsichtig sein!
    Hochachtungsvoll
    C. Müller

  3. Autor Karsten Hahn
    am 27. September 2012
    3.

    Sehr geehrter Herr Müller,
    Ihre Einwände kann ich zwar nicht verstehen aber ich akzeptiere diese. Auch für Ihren Hinweis doch zu Fuß zu kommen danke ich Ihnen. Dies wird vor allem zum Ende der Dienstzeit spannend wenn der öffentliche Nahverkehr in der Stadt seine Aktivitäten spürbar einschränkt.
    Was Ihre Einschätzung meines ehrenamtlichen Engagements betrifft muss ich Sie leider korrigieren. Hier geht es bei weitem nicht um eine Dienstverweigerung sondern eine mögliche Dienstverhinderung. (P.S. Auch haben Sie meinen letzten Abschnitt überlesen.)
    Ihr Hinweis auf andere Dienste welche es gibt, ist in der Sache nicht zielführend, da mein Anliegen natürlich für alle ehrenamtlichen Helfer von Interesse sein sollte. Niemand, da geben Sie mir sicher recht, wird in der selbsternannten Radl-Hauptstadt Verständnis dafür aufbringen, dass er seinen Arbeitsort zukünftig nur gegen Gebühr mit dem Fahrrad erreichen kann. Wie machen das z.B. Siemens, BMW oder die Stadt? Zahlen da die Mitarbeiter um auf´s Firmengelände zu kommen? Würde mich wirklich interessieren. Mein Arbeitgeber stellt kostenlos, überdachte Plätze für die Fahrräder der Mitarbeiter zur Verfügung, der BRK-Kreisverband im Übrigen auch – warum wohl?
    Wie gesagt, ich bin mir sicher auch in diesem Jahr den Dienst zur Wies´n mit dem Fahrrad zu erreichen. Und bitte entschuldigen Sie, dass eine Gebühr von 10 Euro für mich nicht „…sowas kleinkariertes“ ist.
    Herzlichst Karsten Hahn

  4. Autor Karsten Hahn
    am 28. September 2012
    4.

    An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen Beteiligten, welche eine schnelle und einvernehmliche Lösung für die kostenfreie Anfahrt der ehrenamtlichen Einsatzkräfte zum Dienst gefunden haben (siehe auch weiter unten).
    Ich vertraue darauf, dass sich zukünftig solche und auch ähnlich Irritationen vermeiden lassen, wenn man nur miteinander spricht …

    Herzliche Grüße Karsten Hahn

    <... hat sich der Veranstalter und das KVR zusammengesetzt, und eine Lösung für das Problem der Zufahrt von ehrenamtlichen BRK-Einsatzkräften zur Sanitätsstation Behördenhof gefunden. Diese sieht wie folgt aus:

    • BRK-Einsatzkräfte dürfen mit dem Fahrrad ausschließlich über den Fußgängertunnel in den Behördenhof fahren.
    ...
    • Die Einsatzkräfte müssen sich gegenüber dem Sicherheitsdienst beim Fußgängertunnel entweder mit dem BRK-Dienstausweis ausweisen, oder aber erkennbar in Einsatzbekleidung unterwegs sein.
    • Die Fahrräder dürfen entweder im Fußgängertunnel oder aber entlang des Zaunes vom Behördenhof (nähe Container Fundbüro, Nordseite), aber keinesfalls entlang der Rettungs-/und Fahrstraßen am Zaun abgestellt werden. ...

    Ich bitte diese Information an alle Mitglieder umgehend weiterzuleiten. Ich hoffe, dass damit das Problem für die Wies´n 2012 gelöst ist.>

  5. Autor Maria Käser
    am 28. September 2012
    5.

    Sehr geehrter Herr Hahn,
    ich gebe Ihnen völlig Recht. Es ist eine Unverschämtheit von der Stadt hier für ein Fahrrad eine Parkgebühr oder Einlaßgebühr, wie immer man es nennen will, zu verlangen, von ehrenamtlich Tätigen! Jeder, der einen Job, auf der inzwischen größten Besäuffnisveranstaltung der Welt ,tut, zumal ehrenamtlich, leistet Aussergewöhnliches und es wird einem schon viel abverlangt! Deshalb sollte sich die Stadt schämen, hier auch noch einen Profit daraus ziehen zu wollen.
    Ach und Herr Müller, kleinkariert ist das Verhalten der Stadt München, und nicht das von Hr. Hahn!

  6. Autor Christoph Müller
    am 30. September 2012
    6.

    Entweder man akzeptiert die 10€, wenn man unbedingt mit dem Radl ins Festgelände will, oder man stellt es außerhalb irgendwo ab bzw. benutzt den MVV, der während der Wiesn auch bis weit nach Schankschluss fährt... Außerdem sei das ne Sache zwischen dem KV und der Stadt! Wenn die sich net einigen können, mei, damit musste dann halt leben... Aber stell dir vor, wenn das jeder so machen würde, mit dem Radl durchs Festgelände, geberts Chaos! Darum finde ich es gut, dass es diese Regelung gibt! denn es geht hier auch um Sicherheit! Aber letztendlich muss es der KV selber mit der Stadt klären, ob seine Helfer mit dem Radl gebührenfrei zur Wiesn fahren dürfen! Aber dann stündte wohl der Vertrag auf der Kippe... Glaube kaum, dass andere Hilfsdienste, wegen sowas, kleinbeigeben würden... Denn die würden alles tun, nur um federführend die Wiesn-Sanitätswache zu leiten! das sollte dir auch bewusst sein!
    Cheers CM

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