Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Linda Hruby am 23. April 2012
4933 Leser · 86 Stimmen (-8 / +78) · 4 Kommentare

Politik und Verwaltung

Einbürgerung

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

immer wieder lese ich, dass Sie, wie viele andere Politiker auch, sich wünschen, dass junge ausländische Mitbürger die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen.
Ich, 19 Jahre alt, geborene Münchnerin mit Realschulab-schluss und in Kürze gelernte Bürokauffrau mit Übernahmezusage meines Arbeitgebers, würde gerne die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen, kann aber die aufgebauten bürokratischen und finanziellen Hürden nicht verstehen.
Warum muss ich 255,00€ Gebühren zahlen, obwohl ich angeblich doch so willkommen bin?
Warum muss ich einen Berg von Formularen ausfüllen, obwohl ich hier geboren, einen mittleren Schulabschluss und in acht Wochen meine Berufsausbildung beendet habe?
Ich spreche und schreibe die deutsche Sprache besser als meine Muttersprache tschechisch.
Sind wir wirklich so willkommen wie Sie es immer sagen?
Bin auf Ihre Antwort gespannt.

Mit freundlichen Grüßen
Linda Hruby
PS: Mein Bruder, 21 Jahre mit FOS-Abschluss und auch in Ausbildung, ist in der gleichen Situation wie ich.

+70

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  1. Autor Maria Käser
    am 24. April 2012
    1.

    Werte Frau Hruby,
    ich glaube Sie verwechseln hier etwas entscheidendes. Diese Gebühr für eine Einbürgerung hat nicht's damit zu tun, ob jemand willkommen ist, oder wie Sie vermuten, eben nicht. Hier handelt es sich um einen Verwaltungsakt, der entprechenden Gebühren unterliegt. Sie müssen ja auch Gebühren zahlen, wenn Sie von einem Ort in den anderen ziehen, zwecks Ummeldung, oder ein Führungszeugnis beantragen, oder einen Handwerkerausweis haben wollen usw. usw. Also bitte in diese Gebühr nicht's falsches hinein interpretieren. Außerdem ist mir kein Land bekannt, das für eine Einbürgerung bzw. deren Formalitäten, keine Gebühr verlangt.

  2. Autor Dolores Fischer
    am 30. April 2012
    2.

    Die 255 Euro sind einfach Bearbeitungpauschalen die jeder zahlen muss.

    Man muss auch zahlen wenn man:
    - ein Auto anmeldet
    - Führerschein beantragt
    - Reisepass beantragt
    - Führungszeugnis

    Es hat wohl wenig damit zu tun ob man Willkommen ist oder auch nicht.

  3. Autor Bodo Kolb
    am 31. Mai 2012
    3.

    Warum sollte Frau Hruby hier etwas falsch interpretiert haben?
    Ich kann mir gut vorstellen, dass sie sich sehr gut informiert hat, bevor sie an die Öffentlichkeit getreten ist.

    Auch für mich, von Geburt auf Deutscher, ist es unverständlich, dass wir von qualifizierten, jungen ausländischen Mitbürgern, die wir eingebürgert haben wollen, eine Bearbeitungsgebühr verlangen.

    Wenn es uns Deutschen wirklich ernst ist, sollten wir auf die Einbürgerungsgebühr verzichten.
    Oder zielt das ganze Werben unserer Politiker nur auf die Darstellung in den Medien?

    Ich meine mit dem Verzicht auf die Einbürgerungsgebühr könnte die Politik ein starkes Signal senden.

    Auch wenn andere Länder eine Gebühr verlangen, sollte nicht der Maßstab sein, an den wir uns orientieren.
    Ob Gebühr oder nicht sollte ein politische Entscheidung und keine Entscheidung der Verwaltung sein.

    Verwaltungsakt hin oder her, die Hoheit hat die Politik!!

    Auch bin ich der Meinung, dass wir in der Lage sein sollten zu differenzieren.

    Für mich macht es einen sehr großen Unterschied ob man Gebühren für ein Auto anmelden, Führerschein beantragen etc. zahlen muss, oder für eine, ich wiederhole mich, für eine sehr gewünschte Einbürgerung.
    Neid ist hier fehl am Platz.

    Was machen Firmen, wenn sie dringend qualifiziertes Personal suchen?
    Sie zahlen Prämien für geworbene Mitarbeiter.

    Sollten wir uns daran ein Beispiel nehmen, wenn es uns ernst ist?

    Ich bin gespannt wie Herr Ude, Oberbürgermeister und Spitzenkandidat der SPD für die nächste Landtagswahl, Frau Hruby antworten wird

  4. Autor Alexandre H.
    am 14. Juni 2012
    4.

    Hallo Frau Hruby,

    Ich denke Ihre Belange trifft. Dafür habe ich Sie auch dabei unterstützt, und den Beitrag positiv bewertet. Ich möchte Sie aber dran erinnern, dass der OB Ude Ihnen nicht groß helfen kann.
    Sie sollten sich eher bei der Bundesregierung äußern, oder besser gesagt, direkt beim Auswertigen Amt. Das Auswertige Amt hat für die abstruse Bürokratie zu verantworten.

    Ich bin auch ausländischer Herkunft, lebe in München seit 11 Jahren, und so wie Sie habe eine Hochqualifizierte Ausbildung.
    Schon seit einigen Jahren hätte ich die deutsche Bürgerschaft erwerben dürfen. Dafür möchte ich aber meine ursprüngliche/bisherige nicht gern aufgeben müssen...

    Schöne Grüße,
    Alexandre Heil França

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