Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Sarah Simbad am 21. November 2011
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Planen und Bauen

Effektivere Mittel gegen knappen Wohnraum und hohe Mieten

Sehr geehrter Herr Ude!

Wenn Sie in Interviews bezüglich der Problematik des knappen Wohnraums und der steigenden Mieten gefragt werden, antworten Sie stets, dass ihnen die Hände gebunden sind und dass bereits neue Wohnungen an viele Stellen in München gebaut werden.

Dazu möchte ich ihnen folgendes sagen:

1. bei den meisten Neubauten liegen die Quadratmeterpreise bei 5,000-8,000 Euro - teilweise noch darüber. Um solche teuren Wohnungen noch lohnend zu vermieten, müsste rechnerisch 25-35 Euro pro Quadratmeter Miete verlangt werden, und wird teilweise auch. Im Dreimühlenviertel (Rodenstock Garten) ist dies der Fall. Anstatt die Mieten durch neuen Wohnraum zu senken, ziehen die hohen Mietpreise auch das Mietniveau der Bestandswohnungen nach oben. Daher ist der Neubau oft auch kontraproduktiv und die durchschnittlichen Mietepreise werden erhöht.

2. Der Schlachthof oder die Großmarkthalle nehmen eine sehr große Fläche in sehr guter Lage ein - Areale die auch gut in einem Gewerbegebiet am Stadtrand platz hätten. Bei Bebauung eines solchen Areals, würden soviele Wohnungen geschaffen, dass dies auch zu günstigeren Preisen möglich wäre - und es müsste nicht die ganzen Tiere zum Schlachhot quer durch die Stadt gefahren werden Es gibt auch noch andere Beispiele von ausreichend Platz in der Innenstadt. Auch stimmt das Verhältnis von Büroräumen zum Wohnraum nicht mehr

3. München sollte nicht versuchen, mit allen Mitteln und aller Macht die Wirtschaft weiter zu fördern und noch mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Bereits jetzt sind viele in München aus anderen Städten hier hergezogen, die in anderen Städten fehlen. Andere Städte und Orte sterben aus in München platzt aus allen Nähten. Dies schafft Probleme in München aber noch grössere in anderen Städten. Ist es nicht unmoralisch auf Kosten anderer Städte zu leben? Für den eigenen Nachwuchs macht München wenig. Nicht mal für die gesetzliche Garantie von Krippen und Kindergartenplätze 2013 ist München vorbereitet und macht nichts für den Nachwuchs. Den Nachwuchs sollen andere Städte übernehmen, und München schnappt sich die gut ausgebildeten Leute und profitiert davon.

Ich frage mich auch, warum bei den Studenten nicht mehr Werbung für andere attraktive Universitätsstädte gemacht wird - dort kann man auch gut (oder besser?) und günstiger studieren, und es muss nicht immer München sein.

Auch wenn Sie als Bürgermeister selbst "machtlos" sind, haben Sie zumindest die Möglichkeit bestimmte Themen in Diskussionen einzuwerfen und Gespräche zu führen, um bestimmte Dinge in die Wege zu leiten.

Auf eine Antwort würde ich mich freuen,

Sarah Simbad

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