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Autor Peter Désilets am 29. Juli 2010
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Bildung und Kultur

Drohende Geldverschwendung - Missstand an der Forellenschule

Sehr geehrter Herr Ude,

ich bin Elternbeiratsvorsitzender der Grundschule in der Forellenstraße in München-Trudering und wende mich heute wegen eines drohenden Missstandes an der Grundschule an Sie.

Die Schule war in den letzten drei Jahren Baumaßnahmen unterzogen, die auch die Außensportmöglichkeiten fast gänzlich einschränkten, neben den erheblichen Einschränkungen des Außenspielgeländes im letzten Jahr durch Neugestaltung. Nun soll das geplante Gelände des Außensportbezirks für mindestens 2 Jahre für Container geblockt werden, die dort schon stehen. Diese Container wurden in den letzten Jahren als Ausweichstätte des bestehenden Horts der Schule sowie die Mittagsbetreuung der Schule genutzt und ausgelagert. Beide Einrichtungen sind nun in die neuen bzw. renovierten Räumlichkeiten der Schule wieder umgezogen. Die Container stehen seit Ende Mai leer.

In den ersten Augusttagen soll der Stadtrat nun beschließen, dass diese Container für mindestens zwei Jahre als neue Hort- und Kindertagesstätte dienen sollen (Entscheidung der Stadtschulrätin Frau Weiß-Söllner vom Mai 2010).

Generell unterstützen wir als Eltern die Schaffung von Hort- und Kindertagesstätten, da die Situation in München per se eine Katastrophe darstellt.

Die Lösung der Container stellt in unseren Augen jedoch eine Totgeburt dar. Denn es reicht ja nicht, ein Haus zur Verfügung zu stellen, um Betreuungsplätze für Kinder zu schaffen. Das Nadelöhr sind ja bekanntlich die Erzieherinnen und Erzieher, die in nicht ausreichender Zahl verfügbar sind. Benachbarte Kindergärten, deren Neubau in den nächsten Wochen beendet sein wird, können heute schon nicht alle Plätze anbieten oder erst mit monatelanger Verspätung, weil die ErzieherInnen fehlen.

Wir stellen uns daher die Frage, wieso ausgerechnet ein solcher Containerbau die ErzieherInnen in Scharen von 8-12 an der Zahl anziehen sollte? Und befürchten dadurch den monatelangen und jahrelangen Leerstand und uneffiziente Nutzung des Geländes sowie unsinnige Kosten.

Auch wenn hier einzelne KiTa-Plätze geschaffen werden können, die Kosten für die Container sind komplett zu bezahlen - diese betragen nach ersten Schätzungen zwischen 10.000 und 15.000 Euro im Monat (Vergleichsangebote holen wir gerade ein, da uns die zuständigen Stellen der Stadt keine tatsächlichen Kosten nennen möchten). Monatliche Fixkosten, die schon seit 2 Monaten auflaufen und bis überhaupt die ersten ErzieherInnen gefunden sind und Mobiliar und Spielgeräte besorgt sind, schätzen wir, dass mindestens weitere 4-6 Monate garantiert ungenutzt ins Land ziehen.

Wir haben dem Bezirksausschuß München-Trudering Vorschläge unterbreitet, wie in Kürze Plätze geschaffen werden könnten, die deutlich weniger Kosten verursachen und bedarfsorientiert sind. Diese reichen wir gern nach. Aber den BA interessieren mehr die einzelnen Eltern, die sich über die mangelhafte Situation vor dem BA beschweren. Und diese Proforma-Lösung der Container stellt zumindest die Eltern ruhig.

Ich hoffe, Sie können unserem Anliegen folgen, sehen sowohl das sportliche Wohlergehen unserer Kinder, als auch die verpasste Chance, auf anderem Wege kurzfristig KiTa- und Hortplätze zu schaffen und das Bürgerinteresse auf Kostenseite. Kosten, die an anderer Stelle sinnvoller einzusetzen wären, als leerstehende Container anzumieten. In unseren Augen eine Farce, wenn die Stadt der Schule gleichzeitig die notwendigen Malerarbeiten in den Klassenräumen nach den Baumaßnahmen aus Kostengründen verweigert. Und das selbst nach der Bereitschaft der Elternschaft, die Räume in Eigenleistung zu streichen, sofern die Stadt das Material zur Verfügung stellt.

Wir bitten Sie daher um Ihre Unterstützung und Ihr Einwirken auf die Entscheider der Stadt München, damit diese Geldverschwendung verhindert wird und sinnvolle Wege der Kita- und Hortplatzbeschaffung verfolgt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Désilets
Elternbeiratsvorsitzender der Grundschule an der Forellenstraße

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