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Beantwortet
Autor Sonja Steckhan am 02. Mai 2011
9449 Leser · 150 Stimmen (-6 / +144) · 1 Kommentar

Umwelt und Gesundheit

Drama am Marienhof - Münchner Spatzenkolonie verliert ihr letztes Refugium

Sehr geehrter Herr Ude,

wie ich einer Pressemeldung des LBV entnehmen musste, spielt sich bei den Bauarbeiten für die zweite Münchern S-Bahn-Strecke ein Drama bzgl. der letzten Münchern Spatzen-Innenstadt-Kolonie ab:
Durch die Abholzung der Hecken im Marienhof verlieren die Spatzen einen wichtigen und lebensnotwendigen Lebensraum.
Vorschläge des LBV für alternative Pflanztröge mit entsprechender Bepflanzung wurden vom Baureferat Gartenbau abgelehnt.

Ich hoffe, dass auch Sie der Meinung sind, dass der Spatz zur Münchner Innenstadt dazugehört und nicht verschwinden darf - ich möchte Sie daher bitten, den Vorfall zu prüfen und sich für den Erhalt eines Teils der Hecken oder für die Bereitstellung der Alternativen einzusetzen.

Vielen Dank

mit freundlichen Grüßen aus Neuhausen,

+138

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Antwort
von Christian Ude am 17. August 2011
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Steckhan,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Es ist richtig, dass durch die Vorwegmaßnahmen am Marienhof für den Bau der 2. S-Bahn-Stammstrecke - es handelt sich um Baumverpflanzungsmaßnahmen und die Rodung der Hecken durch die Deutsche Bahn AG - eine kleine Spatzenpopulation einen Teil ihres Aufenthaltsbereiches verloren hat, nicht aber ihren vollständigen Lebensraum.

Denn die Brutplätze der Spatzen, die so genannte Halbhöhlenbrüter sind, befinden sich in der Regel in kleinen Mauer- oder Dachöffnungen umliegender Gebäude. Außerdem sind Spatzen als Kulturfolger sehr anpassungsfähig und finden bei gleichbleibendem Nahrungsangebot schnell Ausweichräume – und ihre Ernährung ist in diesem Fall u.a. durch die zahlreichen Lebensmittelreste gewährleistet, die die vielen Besucher der Innenstadt verlieren.

Weil Spatzen einen Aktionsradius von bis zu drei Kilometern haben, kann man davon ausgehen, dass sie nun Hecken und Gebüsche z.B. im Hofgarten oder im Finanzgarten als Treffpunkt und Schutzzone nutzen. Pflanzcontainer mit Heckenpflanzen aufzustellen, ist daher zur Erhaltung dieser Spatzenpopulation nicht notwendig - und aus Platzgründen auch kaum durchführbar, da die Container ja doch eine gewisse Größe haben müssten, um eine entsprechende Schutzfunktion zu erfüllen.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Sabine Kiermaier
    am 05. Mai 2011
    1.

    In München werden Spatzen generell immer seltener, was vermutlich daran liegt, das immer mehr zugebaut wird, und dabei auch kleine Brachflächen nicht ausgespart werden. Ich bin wie Sie der Meinung, dass man das ausgleichen sollte und könnte. Stattdessen wird gemäht, gekürzt, ausgeschnitten und abgeholzt in zunehmendem Maße. Warum das so ist, kann ich nicht sagen, ich habe den Verdacht es handelt sich um Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. In anderen Großstädten, beispielsweise Dresden, sind Spatzen alles andere als selten, das war hier auch mal so.

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