Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Mathias Ueblacker am 22. Oktober 2013
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Planen und Bauen

Die Einen sind gleicher als die Anderen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

"die Untere Naturschutzbehörde ist für die Baumschutzverordnung zuständig und setzt sich für den Arten- und Biotopschutz ein".
So heißt es auf der Website der Stadtverwaltung.

Meine Frage ist nun, ob das überall in der Stadt gilt oder ob es Ausnahmeregelungen für einige Stadtteile gibt. Diesen Eindruck hat man nämlich bei der Beobachtung des Gebäudeabbruchs in der Pienzenauerstrasse 125. Dass hier offensichtlich ein Neubau das Gebäude aus den 60-er Jahren ablösen soll, ist wohl Teil der gegenwärtigen Entwicklung im Herzogpark. Das überwältigend schnelle Verschwinden verdankt sich der Effektivität der Baumaschinen.

Allgemeines Entsetzen - nicht nur der Nachbarschaft - aber ruft hervor, dass heute, am 22. Oktober 2013, an e i n e m Tag, der gesamte Grünsaum entlang der Pienzenauerstrasse einschließlich der Bäume, die auf dem Grundstück standen und gewiss unter die Baumschutzverordnung fielen, vollständig abgeholzt wurden. Wenn man weiß, dass auf dem Grundstück zehn Eigentumswohnungen nicht geringer Größe entstehen sollen, wird man den Verdacht nicht los, dass nicht alles mit rechten Dingen zugehen kann.
Unwillkürlich vergleicht man das mit der Tatsache, dass nicht weit entfernt von diesem Grundstück, für den Bescheid zu einem Baum-Rückschnitt - nicht für eine Fällung - eine Gebühr von 60 Euro erhoben wurde. Wird hier mit ungleichen Maßstäben gearbeitet? Wie glaubwürdig ist die Untere Naturschutzbehörde, wenn sie derart rabiate, wichtigen Bestand vernichtende Maßnahmen zulässt - wenn sie davon tatsächlich weiß?

Wie mag die Olympiade (die ich nicht grundsätzlich ablehne) in München einschlagen, wenn schon das "normale" Verhalten der Stadtverwaltung / Lokalbaukommission derartige Entwicklungen nicht zu verhindern weiß?

Mit freundlichen Grüßen
Dr.-Ing. Mathias Ueblacker

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