Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Helmut Wallner am 04. März 2010
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Umwelt und Gesundheit

Der Transrapid von Forstenried

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Christian Ude,

wir wissen, Sie haben täglich viele wichtige Aufgaben zu erledigen, aber die Verhinderung des Durchstichs der Stäblistraße ist für die Forstenrieder und für die Bewohner des Münchner Südwestens so wichtig, dass wir uns direkt an Sie wenden müssen.

Der Grund für den Durchstich war immer die Reduzierung der Verkehrsbelastung des Forstenrieder Ortskerns.

Eine verlängerte Stäblistraße, wird die Verkehrsbelastung im Forstenrieder Ortskern nicht verringern, sondern sogar erhöhen. Der erhöhte Verkehr wird nur innerhalb des Ortskerns um etwa 100 Meter weiter nach Norden verlagert.

Da mit dem Durchstich eine Erleichterung für den Durchgangsverkehr geschaffen würde, wird die Verkehrsbelastung für den Ortskern Forstenried und der Umgebung sich wesentlich erhöhen und weitere Gefahren direkt in den Ort bringen. Dies bedeutet für die Anwohner der Stäblistraße und der vollkommen ungeschützten weiterführenden Straßen, mehr Lärm, mehr giftige Abgase, mehr Feinstau und mehr Gefahren für Kinder, Erwachsene und Umwelt.

Im Einzelnen sprechen nochmals folgende wichtige Argumente gegen den Durchstich:

· Selbst eine bis zu 6 Meter hohe Lärmschutzwand würde gegen den Lärm nicht ausreichend schützen, wie neueste Studien zeigen - Lärm weicht aus! Ganz abgesehen von der Verschandelung des ganzen Ortes!

· Die Belastung mit gesundheitsschädlichem Lärm, giftigen Abgasen, Ruß und Feinstaub würde trotz einer Lärm- und Staubschutzwand im Ortskern und damit im Wohngebiet von Forstenried drastisch steigen. Der größte Teil von Forstenried erhält keinen Schutz gegen die Mehrbelastungen! Bei Wind wird der gesundheitsschädliche Lärm, die giftigen Abgasen, Ruß und Feinstaub über die Schutzwand hinweg direkt in die Schule, den Kindergarten, die Häuser und Gärten getragen.

· Durch die Wandlung der Stäblistraße zur Staatsstraße, könnte nun erstmals Schwerlastverkehr und sogar Gefahrguttransport bei Tag und bei Nacht mitten durch den Ortskern von Forstenried - ein gewachsenes Wohngebiet - fahren. Dieser neue zusätzliche Verkehr fährt dann direkt hinter der ungeschützten Forstenrieder Grundschule vorbei, keine 10 Meter entfernt von über 200 Kindern des Kindergartens, der Grundschule, der Mittagsbetreuung und des Kinderhorts.

Deshalb nochmals unsere eindringliche Bitte:
Stoppen Sie das unsinnige Projekt „Durchstich“ umgehend und für immer im Sinne aller vernünftigen und verantwortungsvollen Forstenrieder.

Sinn einer umweltfreundlichen Verkehrsplanung sollte sein, die Verkehrsbelastung der Bewohner zu verringern. Das erreicht man aber nicht, indem man den Durchgangsverkehr erhöht und mit dem Durchstich mitten durch ein gewachsenes Wohngebiet leitet.

Eine echte Verkehrsberuhigung für den Ortskern von Forstenried könnte nur ein moderner Tunnel zwischen Autobahnausfahrt und der Drygalskiallee bringen oder eine „echte“ Ortsumfahrung weit südlich von Forstenried.

Es wäre verantwortungslos, wenn mehr als 10 Millionen Euros (Planung?) für den Durchstich ausgegeben werden, nur um ein Verkehrsproblem zu vergrößern und um 100 Meter weiter in ein bestehendes, intaktes und seit Jahrzehnten gewachsenes Wohngebiet zu verlagern. Eine Ortsbesichtigung würde Sie davon sofort überzeugen.

Mit den 10 Millionen könnte der Platzmangel in der Forstenrieder Schule, dem Kindergarten und dem Kinderhort beseitigt werden oder sie tun etwas für die Jugend im Münchner Südwesten und bauen ein „olympiataugliches“ Eissportzentrum.

Wir hoffen Sie sind nun überzeugt, dass der Durchstich Stäblistraße genauso ein unsinniges und kostspieliges Projekt ist, wie damals der Transrapid. Wir haben Sie damals mit unserer Stimme gegen den Transrapid unterstützt. Bitte unterstützen Sie uns gegen den Stäbli-Durchstich.
Jeder Euro für die weitere Planung könnte tausendmal sinnvoller verwendet werden.

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Wallner, im Namen aller vernünftigen und verantwortungsvollen Forstenrieder

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