Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Andreas Hagenkord am 30. April 2010
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Mobilität und Verkehr

Das Fahrradfahren

Sehr geehrter Herr Ude,

stelle mich zunächst kurz vor: Wohne seit 1992 in München, bin 46 Jahre alt und fahre so gut wie täglich mit dem Rad zur Arbeit. Moderates Tempo. Ein Auto haben wir nicht, sondern sind schon viele Jahre Mitglied bei Stattauto München.

Die Debatte um das neue Marketing-Konzept pro Fahrrad nehme ich zum Anlass, Ihnen nun tatsächlich zu schreiben - mit dem Gedanken gespielt habe ich schon öfter. Das Konzept will ich hier gar nicht bewerten, grundsätzlich freue ich mich über jede Initiative, die den Anteil des Rads am Verkehr insgesamt erhöht. Und da bin ich dann auch bei meiner Frage:

Wenn München tatsächlich mehr Menschen für das Rad gewinnen - und das heißt zugleich: begeistern, überzeugen - will, dann frage ich mich, ob nicht zugleich an anderen Stellen Verbesserungen notwendig sind. Als täglicher Radler erlebe ich folgende Unzulänglichkeiten:

- zu schmale Radwege. Überholen findet ganz häufig via Ausweichen auf den Bürgersteig statt; ansonsten besteht akut "Anbandelungsgefahr" (dass die alten Schwellen hin zum Gehweg zusätzlich eine Gefahrenquelle darstellen, kommt gerade für ältere, unsichere Mitbürger erschwerend hinzu);

- Radwege in schlechtem, bis sehr schlechtem Zustand. (Ich rede nicht von aktuellen Frostschäden!) Fahren Sie mal den Radweg entlang der Schlüsselbergstraße oder der Säbener Straße oder der Grünwalder Straße; ein einziges Gehoppel! Wenn man sieht, wie gut die Straßenbeläge gepflegt sind, muss man sich schlicht wundern. Denn: Ein Auto ist gefedert, da fällt eine kleine Unebenheit kaum auf. Auf dem Rad "darf" man die genannten Unebenheiten (geflickte Stellen, unterschiedliche Beläge, Baumwurzeln, die von unten hochdrücken, Löcher) direkt mit dem Körper ausgleichen.

- baulich mangelhaft ausgeführte Straßeneinmündungen. Besonders ärgerlich ist es, wenn nach Neu-, eher Umbauarbeiten Übergänge vom Radweg zur Straße so hoch belassen werden, dass es einem fast den Lenker aus der Hand schlägt, der Fahrradkorb vom Gepäckträger saust (kein Witz!), wenn man darüber fährt. So z.B. Ecke Grünwalder Straße/Wettersteinplatz oder Anzinger Straße/Baldhamer Straße - diese letzgenannte ist erst kürzlich umgebaut worden, der Radweg selbst nun vorbildlich, aber ... (Hier frage ich mich auch, wer bei der Abnahme der Baustellen so etwas durchgehen lässt?)

Frage mich also: Ist daran gedacht, Budget umzuschichten? Von der Straße hin zum Radwegebau? Maßnahmen wie z.B. das Radlring-Konzept im Rahmen der BUGA sind schön und gut, bringen aber für den Alltag wenig, denn da möchte ich doch möglichst direkt von A nach B gelangen. Es wäre wünschenswert, wir hätten in München (endlich) ein solides Radwegenetz. Es wäre gut angelegtes Geld.

Können Sie mir Hoffnung machen? Ich freue mich auf Ihre Antwort und sende liebe Grüße!

Andreas Hagenkord

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