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Autor A. Rothenbusch am 08. Mai 2012
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Freizeit und Sport

Das Aus des EHC München

Sehr geehrter Herr Ude,

mit großer Trauer musste ich heute die Meldung über das wohl nun endgültige Aus des EHC München lesen. Die Verhandlung zwischen dem DEL Club und der Stadtverwaltung sind am Montagnachmittag für gescheitert erklärt worden, weil ein vom EHC angestrebter fraktionsübergreifender Antrag zur Unterstützung des Vereins durch ein städtisches Unternehmen nicht zustande kam.
Wie aus diversen Berichten zu erfahren war, scheiterte dieser Antrag an der SPD, also Ihrer Partei, wohingegen sich anderer Parteien für die Unterstützung des EHC einsetzten.
Die Begründung, dass man es nicht rechtfertigen könne, einen Profiverein zu unterstützen, wenn es noch so viele andere Vereine gibt, die Unterstützung benötigen, ist in meinen Augen leider nicht mehr als eine einfache Ausflucht, da die gewünschten finanziellen Mittel ja nicht von der Stadt selbst, sondern von einem der städtischen Unternehmen gekommen wären.
Mit dem EHC München hätte man auf lange Sicht das Potential gehabt neben Fußball und mittlerweile auch Basketball eine dritte große Sportart in München zu etablieren und München so zu einer der Sporthauptstädte in Deutschland zu machen.

Leider scheint es aber so, dass der Eishockeysport in München mit dem Aus des EHC wohl nun endgültig keine Zukunft mehr hat, sondern dass dieser Sport, der jede Menge Fans begeistert, der Stadt München schlichtweg egal ist. Anders kann ich mir nicht erklären, warum München der einzige der 14 DEL Standorte ist, in denen der Verein nicht von der Stadt oder einem städtischen Unternehmen unterstützt wird.
München präsentiert sich gerne als Weltstadt, aber in diesem Falle zeigt sich leider wieder Mal, dass dieser Eindruck leider nicht immer zutrifft.

Mit der Entscheidung Ihrer Partei versetzten Sie nicht nur dem Eishockey in München den Todesstoß, sondern es werden auch noch die Hoffnungen und Leidenschaften von Fans, Spielern und Verantwortlichen begraben. Für eine Stadt, die sich um die olympischen Winterspiele bemüht, ist es meiner Ansicht nach ein Armutszeugnis, das für Eishockey kein Platz ist.

Es ist einfach schade und schwach, dass das was in 13 anderen Städten in Deutschland funktioniert, nämlich die Unterstützung des DEL-Vereins durch die Stadt, in München nicht funktioniert und anscheinend von Seiten der Stadtoberhäupter auch nicht erwünscht ist. Ob das wirklich die Ausnahmestellung ist, die sich eine große Stadt wie München wünscht, ist mehr als fraglich.

Auch wenn dieses Schreiben leider keine Auswirkungen mehr auf die Zukunft des EHC München haben wird, möchte ich Sie wissen lassen, dass es in München tausende von Fans gibt, die ebenso denken wie ich und ich hoffe, dass Ihnen zumindest bewusst wird, welche Tragweite die Ablehnung des Antrags durch Ihre Partei für diesen tollen Sport in der Stadt München hat. Mit dem EHC hat man wohl die letzte Chance auf erfolgreiches Eishockey in München begraben.

Was mir zum Schluss noch in Gedanken bleibt sind zwei simple Fragen -Warum ist für den Eishockeysport in München kein Platz? Warum wird Eishockey in München so vernachlässigt- und ein Zitat von EHC Gesellschafter Bochanski "Wir haben es neun Jahre versucht bei der Stadt, jetzt muss man wohl attestieren: Es interessiert hier keinen".

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Rothenbusch

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  1. Autor Susan Auerswald
    am 09. Mai 2012
    1.

    Auch ich muss mich dem Autor anschließen. Es ist eine Schande für München, wie seit Jahren mit dem EHC umgegangen wird. Scheinbar regiert in München nur der Fußball. Nicht nur die dringend notwendige Eishalle wird seit Jahren verwehrt, nun tritt man einem sportlich erfolgreichem Verein auch noch finanziell mit Füßen. Eine Schande für eine Stadt, die Millionen Euro in die Bewerbung für Olympia steckt. In München darf es nicht nur den Fußball geben. Mir stellt sich die Frage was wäre, wenn Uli Höneß Eishockeyfan wäre? Da gäbe es sicher einen Weg...

  2. Autor Stefan Zirps
    am 13. Mai 2012
    2.

    Auch ich möchte mich dem Beitrag von Herrn Rothenbusch anschließen.
    Es ist für wahr eine Schande das es in einer Stadt wie München keiner auf die Reihe bekommt einen Eishockey Verein zu etablieren.
    Das von Seiten der Fans ein Interesse bestand hat sich in den letzten Jahren deutlich gezeigt.
    Es scheint so als wolle man in München nicht den Sport für den " kleinen Mann " haben.
    Für viele Mitbürger war das Eishocky eine Alternative zu Fußball der ja inzwischen auch bald unbezahlbar wird.
    Aber wie schon in anderen Beiträgen beschrieben interessiert das die Stadt München nicht.
    Hauptsache man kann sich große Events hinstellen, an denen man gute Geld scheffeln kann.
    Wozu dann die Bewerbung für die Winterspiele gewesen sein sollte wüßte ich zu gerne.
    Hallo, das beißt sich doch gewaltig.
    Aber schon klar, großes Event, tolles Image zeigen. Geht ja bei einer Eishockeymannschaft nicht. Da schaut ja die Welt nicht zu, gell.
    Es ist in meinen Augen ein Armutszeugnis für München, das zeigt das die Mittel - und Unterschicht nicht großartig zählt.

    Mfg

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