Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor T. Schmiegelt am 31. Mai 2013
4581 Leser · 85 Stimmen (-10 / +75) · 6 Kommentare

Bildung und Kultur

Buddah

Sehr geehrter Herr Ude,

heute bin ich mit meinem Sohn durch München gegangen. Dabei ist mir am Viktualienmarkt die liegende oder in den Dreck geworfene Buddha Statue aufgefallen. Ich muss jetzt als erstes sagen, wenn Kunst einem zum Nachdenken anregen soll, so hat dieses Kunstwerk das geschafft.
Ich habe darüber spekuliert, was mir dieses Machwerk sagen soll und habe keine befriedigende Antwort gefunden. Auch was das "Made in Dresden" sagen soll, keine Ahnung. Als Dresdner würde ich mich aber beleidigt fühlen.

Wissen sie, meine Ehefrau kommt aus Vietnam. Sie ist katholisch. Ich versuche mich nun in Menschen aus anderen Kulturkreisen hineinzuversetzen. Was mag ein Buddhist denken, wenn er dort ein Religiöses Symbol liegen sieht? Und nicht mal eine Erklärung dazu! Und dann diese Friedhofskerzen. Gehen sie davon aus, dass sämtliche Inder, Chinesen, Vietnamesen, Taiwanesen, Japaner,... die München besuchen, sich mit dem Kunstprojekt "A space called public" auseinandersetzten?
Und woher soll ich wissen wer Han Chong ist und aus welchem Grund er dieses Kunstwerk erstellt hat. Die Vita auf der Homepage "A space called public" ist nicht sehr aufschlussreich.
Ich hoffe Han Chong ist selbst Buddhist und findet sich durch unseren, deutschen, Umgang mit religiösen Symbolen beleidigt. Wir Deutsche, Bayern, Münchener haben ja auch einen durchaus fragwürdigen Umgang mit religiösen Symbolen anderer Kulturkreise. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass in so manchem Vorgarten ein Buddha als Gartenzwerkersatzt zu finden ist. Und das ist auch sehr beleidigend. Ich hoffe Han Chong hat sich über unseren Umgang mit religiösen Symbolen geärgert und dann dieses Kunstwerk erschaffen.

Daher nun eine Bitte.
Bringen sie bitte ein mehrsprachiges Schild mit einer Erklärung dieses Kunstwerkes an. Auch soll es Informationen zu dem Künstler enthalten. Und vielleicht stellen sie auch eine Bank dorthin, das man über diese Werk auch Nachdenken kann.

Und nun die Frage
Wann bringen sie dieses Schild dort an?

Freundliche Grüße

+65

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Kommentare (6)Schließen

  1. Autor Igo Kirchlechner
    am 03. Juli 2013
    1.

    Es ist traurig, dass Künstler Symbole pazifistischer Religionen - (so auch der Kunst-Schlachter Nitsch mit dem Christenum) dazu benutzen, sich über einen provozierten Skandal einen Namen zu machen. Täten sie das in Verbindung mit einem Symbol des Islam, wäre dies zumindest mutig. Makabrer Vorschlag: Das Heilige Buch, überdimenional als aufblasbares Trampolin. Kinder werden sich freuen, die Gummiballon-Firma wird in Flammen aufgehen und der Aktionskünstler wird eine deutlich verkürzte Lebenserwartung haben.

    Buddha-Statuen - ob sitzend, stehend oder liegend - passen nicht auf Europas Marktplätze und sind auch kein Gartenzwerg-Ersatz. Letztlich sind sie Meditationshilfen und gehören - wenn überhaupt - nur an Orte, an denen man sich geistig sammeln kann. So z.B. die Buddha-Figur in der Thai-Sala des Westparks. Sie ist auf der Insel geschützt und wurde 1994 bei ihrer Installation von einem hohen Thai-Mönch begutachtet und dann auch von ihm geweiht. Hierzu siehe auch www.shopart.com/khamlae/munich1.html

    Und ein Skulpturen-Plagiat "Made in Dresden" - welchen Wert könnte es haben? In Thailand gibt es solche Figuren schon ab ca. 500 Euro. Aber nicht für den Export und schon gar nicht zur Verwendung als Deko- oder Provokationsobjekt.

    Lieber Christian Ude, bitte lass das Plastikteil konfiszieren und schenke es dann denen, die wissen, was sie (damit) tun. - Einem Buddhistischen Kloster in Europa z.B., oder einer der vielen friedlichen Buddhistischen Vereinigungen in Deutschland.
    Igo Kirchlechner, Vorsitzender ShopArt e.V., München

  2. Autor Klaus Schwaiger
    am 03. Juli 2013
    2.

    Ich als Buddhist kann hier keinen Bezug zur Kunst erkennen und finde es nur zutiefst beleidigend und es tut mir in der Seele weh wenn ich sehe wie Menschen diese heilige Statue als Sitzgelegenheit benutzen, darauf herum klettern und dann auch noch ganz stolz Bilder davon ins Netz stellen. Hier sollte sich die Stadt München in den Abgrund schämen das sie so etwas überhaupt zulässt. Dies ist etwas was unmöglich zu akzeptieren ist und nicht nur mich als Buddhisten beleidigt, sondern mich auch beschämt Bayer zu sein wenn andere Länder auf uns blicken.
    MÜNCHEN, SCHÄM DICH!!!

  3. Autor Igo Kirchlechner
    am 05. Juli 2013
    3.

    Naja, lieber Herr Schwaiger, als Buddhist sollten Sie doch wissen, dass der Gautama Buddha es sich noch zu seinen Lebzeiten verbat, dass irgendwelche Abbildungen von ihm gemacht oder als Skulpturen zur Anbetung aufgestellt werden. Buddha kannte auch keinen Gott. Zur Erinnerung und als Symbol für seine Lehre diente lediglich des Rad mit den 8 Speichen (= der Achtfache Pfad). So kam es dann auch, dass seine Lehre und der Buddhismus schon nach ca. 400 Jahren fast in Vergessenheit geriet, bis die Menschen dann anfingen, allenthalben Buddha-Statuen zu errichten und diese anzubeten. Der Buddhismus blühte wieder auf, und Buddha - wäre er nicht ins Nirwana verschwunden - hätte sich im Grab umgedreht. Eine Renaissance des Buddhismus - jedoch unter anderer Bezeichnung - fand dann auch im Westen statt. Denn Alexanders Mannen - sofern sie heil zurück kamen - brachten Teile der buddhistischen Lehre nach Europa und gaben dadurch wohl auch der Christlichen Ideologie die Initialzündung. Leider dann wieder mit dem Gott der Israeliten vornan und allen Heiligen, die danach kamen, zum Anbeten.
    Ich selbst bin nicht sonderlich gottgläubig, und allein schon deshalb bin ich einer der friedlichsten, aber auch simpelsten "Religionen" dieser Erde sehr zugetan. Und da Figuren im Buddhismus unrsprünglich unerwünscht waren, denke ich, wir sollten den "Machern" dieses Markt-Unsinnes verzeihen, zumal sie scheinbar nicht wissen, was sie da tun. Und hoffentlich rafft sich nun jemand auf und lässt das Polyester-Plagiat einfach verschwinden.

  4. Autor Matthias Schorer
    am 06. Juli 2013
    4.

    Ich habe fünf Jahre in Thailand gelebt und bin mit einer Thailänderin verheiratet. Aus meiner Zeit in Asien weiß ich wie sehr die Menschen dort Buddha verehren und kann es absolut verstehen, dass die umgeworfene, im Dreck liegende Statue am Viktualienmarkt für große Entrüstung sorgt. Diese Statue ist genauso wenig Kunst wie ein Heiland am Kreuz oder eine Marienstatue. Ich gehe davon aus, dass die Stadt München sich nicht trauen würde letztere auf dem Viktualienmarkt in den Dreck zu legen. In diesem Sinne Herr Ude, bitte zeigen Sie Respekt vor den heiligen Symbolen anderer Völker und lassen Sie die Statue entfernen und woanders - z.B. m Westpark stehend wieder aufstellen.

  5. Autor Klaus Schwaiger
    am 09. Juli 2013
    5.

    @ Herrn Kirchlechner
    Ich gebe ihnen natürlich Recht, leider haben sie dennoch den Sinn des Protests nicht verstanden. Das Symbol der Buddha-Statue hat für viele gläubige Buddhisten eine wichtige Bedeutung. Der Glaube ist der Grundpfeiler ihres Lebens und das Licht in ihrer Mitte. Es als Kunstobjekt zu nutzen: Ok. Es als Sprungbrett für die eigene Karriere zu nutzen: Auch noch Ok. Aber es in den Schmutz legen, Menschen darauf herumklettern, ihre Bierflaschen darauf abstellen, es als Sitzgelegenheit nutzen usw. das ist keine Frage der Religion sondern eine Frage des Anstandes, der Würde und des Respekts. Viele Menschen dieser Erde glauben an Buddha und für diese ist eine Buddha-Statue heilig, ganz egal wie man das betrachtet. Dann ein religiöses Symbol zu schänden und zu sagen, Ist doch nur Kunst, sollte (ist es auch in vielen Ländern) strafbar sein. Hätte Jesus gewollt dass man seinen toten, blutenden, halb nackten Körper anbetet? Dennoch würde niemand ein Jesuskreuz in den Schmutz legen, darauf rumklettern, es als Sitzbank nutzen, oder seine Bierflaschen darauf abstellen. Was passieren würde wenn man das mit einer Mohammed-Statue machen würde will ich mir gar nicht ausmalen. Ich habe viele Münchner befragt und fast alle sprechen sich ganz klar gegen diese Aktion aus. Diese Aktion hat und wird Herrn Ude tausende Wählerstimmen kosten und hat sein Ansehen national sowie international dauerhaft geschädigt. Darüber hinaus hat auch das Image von München sehr unter dieser Aktion gelitten. Ein Ehepaar aus China blieb mir hier brennend im Gedächtnis. Die Frau blieb stehen und hatte Tränen in den Augen und ihr Ehemann fragte mich auf Englisch: Ist dies gesetzlich erlaubt in Deutschland? Ich konnte nicht antworten, denn die Antwort hätte auch mir das Herz gebrochen. Für manche Politiker ganz normal. Mein Vorschlag: Stellt die Statue auf und platziert daneben das Kunstwerk vom Odeonsplatz, denn >>It`s-never-too-late-to-say-SORRY<<

  6. Autor Hugo Rune
    am 02. August 2013
    6.

    Sehr geehrter Herr Ude,

    ich möchte Ihnen meine Bewunderung und meinen Respekt für Ihre tiefe Einsicht in das Wesen des Buddhismus aussprechen, den Sie durch die Aufstellung dieses Kunstwerks zum Ausdruck bringen!

    Erleuchtung braucht keine Götzenbilder. Jede Buddha-Statue ist in Wirklichkeit ein Standbild der Göttin Maja, der Götze des materiellen Scheindaseins.

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