Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Horst Zimmerhackl am 02. August 2013
7674 Leser · 297 Stimmen (-48 / +249) · 4 Kommentare

Planen und Bauen

Bewohner kämpfen um alten Baumbestand im Innenhof

Wie die Bewohner der „Ludwig-Richter-Höfe“ am 30. Juli 2013 in der Sitzung des Bezirks­ausschusses Laim (BA 25) unter TOP 5.8 erfuhren, plant die PATRIZIA AG, die „Neuer­richtung eines Daches zur Schaffung neuen Wohnraums, Neubau einer Tiefgarage und Anbau von Außenaufzügen (Agnes-Bernauer-Str. 1-5 / Lautensackstr. 6-16 / Ludwig-Richter-Str. 20 / Schedelstr. 1-11)“.

Die Pläne sehen vor, dass 19 Wohnungen in den Dachgeschossen der 16 Hausaufgänge sowie 30 Tiefgaragenstellplätze und 8 Außenaufzüge im Innenhof entstehen sollen. Dafür ist geplant, dass 12 der 20 bis zu 80 Jahre alten Bäume gefällt werden sollen, darunter alte Linden- und Ahornbäume.

Diese Baumaßnahme stößt bei Mietern und Wohnungseigentümern auf Widerstand, denn es stellt sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. Soll ein idyllischer Innenhof mit altem Baumbestand aufgegeben werden, den die Patrizia selbst bei der Werbung für ihre Wohnungen mit den Worten anpries: „Ein gepflegter Innenhof mit altem Baumbestand schenkt den Bewohnern ihre grüne Ruhe-Oase mitten in der Stadt.“

Die jetzige Wohnungsverteilung beträgt 36 Wohnungen pro Stockwerk. So dass man fragen muss, warum nur 19 Wohnungen geschaffen werden sollen. Auch bei den Aufzugs­plänen stellt sich die Frage, ob das in angemessener Relation steht, wenn von den Auf­zügen vor allem die Dachgeschoßbewohner und von den jetzigen Bewohnern nur weniger als die Hälfte profitieren; und das auch nur partiell, denn die Aufzüge werden in den Zwischengeschossen enden, so dass keine einzige barrierefreie Wohnung dadurch geschaffen wird. Bei der Zufahrt zur Tiefgarage ist geplant, dass der Verkehr zunächst oberirdisch im Innenhof geführt wird und erst dort mit einer Rampe in die Tiefgarage führt, so dass es mit der Ruhe-Oase im Innenhof vorbei ist. Eine weitere ungeklärte Frage bleibt die Entlüftung der Tiefgarage, die dann wohl auch direkt in den Innenhof mit den Balkonen erfolgen soll, so dass die Feinstaub-Emission direkt auf die Balkone geführt wird.

Die Bewohner werden die Fällung dieser Bäume und die Zerstörung der Innenhof-Idylle, die erheblich zum sozialen Zusammenleben beiträgt, nicht kampflos hinnehmen.

Haben Sie verständnsi dafür, dass wegen 19 (Luxus-)Wohnungen eine ganze Hausgemeinschaft ihren schönen Innenhof verliert und kommen Sie am Montag, den 5. August, um 19:30 Uhr zu der Informationsveranstaltung?

+201

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Antwort
von Christian Ude am 24. Oktober 2013
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Zimmerhackl,

die Prüfung des hier anhängigen Bauantrags ist noch nicht abgeschlossen. Sie werden sicher verstehen, dass sich eine Diskussion über die Genehmigungs- aussichten eines laufenden Bauantrags, außerhalb des dafür gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrens, quasi über den Kopf des Bauherrn hinweg, von selbst verbietet.

Ich darf deshalb allgemein antworten:
Zu dieser Problematik gibt es eine eindeutige Rechtslage, welche durch ständige Rechtsprechung der zuständigen Verwaltungsgerichte gefestigt ist. Der Bauherr hat Anspruch auf Erteilung einer Baugenehmigung, wenn das beantragte Vorhaben den maßgeblichen öffentlich-rechtlichen Vorschriften entspricht. Die Gesichtspunkte des Baumschutzes treten dabei grundsätzlich hinter einem gegebenen Baurecht zurück, sofern nicht durch eine Ver- schiebung oder Modifikation Bäume erhalten werden können. Diese Verschiebung/Modifikation muss allerdings nach Rechtslage ausdrücklich für den Bauherrn vertretbar sein. Dies wird im laufenden Verfahren zu klären sein.

Die Mitarbeiter des Referates für Stadtplanung und Bauordnung sind immer bemüht, einen Ausgleich zwischen den oft widerstrebenden Interessen des Bauherrn und der Nachbarschaft zu erreichen. Im Rahmen der gesetzlichen Zulässigkeit ist die Erhaltung von schützenswertem Baumbestand sowie eine Herstellung von angemessener Eingrünung ein ebenso wichtiges Anliegen wie die Schaffung dringend benötigten Wohnraums.

Ich hoffe sehr, dass auch in diesem Fall ein Ausgleich der verschiedenen Interessen gelingt.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (4)Schließen

  1. Autor Oliver Bohlen
    am 04. August 2013
    1.

    Heute war wieder ein Buntspecht im Hof zu Besuch. Habe mit meinem Sohn dem Klopfen gelauscht. Es saß in der alten Linde. (Der Buntspecht, nicht mein Sohn....)

  2. Autor Mechthild Otto
    am 05. August 2013
    2.

    Liebe Mitstreiter!

    Ich glaube, einige haben die Abstimmungsbestimmungen nicht richtig verstanden. Ist auch nicht ganz klar aber es ist gemeint, dass die Abstimmung nur bei "dafür stimmen" ein positives Ranking erfährt.
    Also unbedingt "dafür stimmen" anklicken ; )

    DANKE

  3. Autor Michael Köhler
    am 12. August 2013
    3.

    Leider ist es bei den Abtsimmungen hier so, das eine Negativstimme sogar zum Verlust einer Positivstimme führt. Wo das nun demokratisch ist verstehe wer will, ist aber leider so..Daher pflichte ich Ihnen vollständig bei: DAFÜR stimmen!

  4. Autor Erhard Jakob
    am 23. August 2013
    4.

    Hier ist ganz wichtig, inwieweit das amtliche Genehmigungsverfahren
    abgeschlossen ist. Wenn die Bauherren bereits die Genehmigung
    für das Fällen der Bäume in der Tasche haben, kommt doch
    dieser Aufschrei jetzt viel zu spät.
    .
    Allerdings weiß ich nicht, inwieweit das
    bereits alles fortgeschritten ist.
    .
    Wichtig sind hier vor allem Fristen, welche
    überschritten sind oder eben noch
    nicht überschritten sind.

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