Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

Es können keine neue Fragen mehr gestellt oder bewertet werden. Bisherige Anfragen und Antworten sind weiterhin sichtbar.

Beantwortet
Autor M. Kraszewski am 23. Oktober 2012
7018 Leser · 126 Stimmen (-3 / +123) · 1 Kommentar

Gesellschaft und Soziales

Bettelmaffia

Sehr geehrter Herr Ude,

wir sind eine junge Familie mit einem kleinem Sohn und zwei Hunden. Wir leben in München-Süd. Uns beschäftigt schon seit längerer Zeit folgendes. Warum ist es erlaubt auf der Straße mit kleinen Kindern und zu Betteln. Unserer Meinung nach gehören die kinder in den Kindergarten, oder Schule, und wir fragen uns immer wieder ob diese Hunde geimpft, gechipt und ob sie steuerlich angemeldet sind. Oft sind reinrassige und teuere Hunde dabei wir fragen uns wo sie diese Hunde her haben und ob sie artgerecht gehalten werden können.
Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung und Wünschen Ihnen alles Gute!

+120

Über diesen Beitrag kann nicht mehr abgestimmt werden, da er bereits beantwortet wurde.

Antwort
von Christian Ude am 21. Februar 2013
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Kraszewski,

Betteln in der Öffentlichkeit ist per se nicht verboten. Lediglich in der Münchner Fußgängerzone ist es satzungsgemäß in jeglicher Form untersagt. 

Anders zu betrachten ist aggressives und störendes Betteln oder Betteln durch z. B. organisierte Banden, da diese Bettelformen nicht mehr dem Gemein- gebrauch von öffentlichen Straßenflächen unterliegen. Diese Bettelformen werden auch konsequent bußgeldrechtlich verfolgt.

Als besonders problematisch wird es überdies angesehen, wenn Kinder zum Betteln angeleitet und angehalten oder Kleinkinder und Säuglinge zum Betteln mitgenommen und mitleiderregend in den Vordergrund gestellt werden.

Grundsätzlich wertet das Stadtjugendamt das Betteln von Eltern als einen gewichtigen Anhaltspunkt für eine potentielle Kindeswohlgefährdung, insbesondere wenn Eltern die Kinder unmittelbar zum Betteln anhalten. Bei Bekanntwerden solcher familiärer Verhältnisse bei der Bezirkssozialarbeit in den Sozialbürgerhäusern ist eine nähere Betrachtung der Lebensumstände dieser Kinder erforderlich. Die Bezirkssozialarbeit bietet für die Familien Beratung und Unterstützung an und leitet ggf. geeignete Hilfen ein.

Im öffentlichen Raum besteht die Möglichkeit, über die Fachkräfte von Streetwork Kontakt zu den bettelnden Eltern herzustellen und die Situation der Kinder anzusprechen. Grundsätzlich wird hierfür allerdings die Mitwirkungs- bereitschaft der Eltern benötigt. Erst in einer akuten Gefährdungslage kann das Stadtjugendamt zur Sicherheit des Minderjährigen eine Inobhutnahme (§ 42 Sozialgesetzbuch VIII) veranlassen. Das Kind muss dann von der Polizei in Gewahrsam genommen werden und wird anschließend vom Stadtjugendamt in einer altersentsprechenden Schutzeinrichtung untergebracht.
Das Betteln mit Hunden unterliegt keinem Verbot, soweit keine Anhaltspunkte gegeben sind, die auf einen tierschutz- oder tierseuchenrechtlichen Verstoß durch den Halter hinweisen. Besteht ein entsprechender Verdacht, geht das Kreisverwaltungsreferat konsequent nach den geltenden Bestimmungen gegen den Hundehalter vor.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Johann Strauss
    am 12. November 2012
    1.

    Tagtäglich können Sie die BETTELMAFIA im Tal beobachten, wie Sie mit Bussen in die Innenstadt gebrachte werden. 10 -15 Personen mit Hunden und Utensilien Kissen -Holzbein usw. Das agressive Bettel nimmt Überhand. Das Thema ist schon lange bekannt und Überfällig.

  2. Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein.