Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Phil Hacke am 23. April 2013
6752 Leser · 219 Stimmen (-9 / +210) · 1 Kommentar

Sonstige

Bessere Warnung im Katastrophenfall

Sehr geehrter Herr Ude,

in den 1990er Jahren wurde das bundesweit flächendeckende Sirenennetz zum Zwecke des Katastrophen- und Zivilschutzes aus Kostengründen durch den Wegfall der Warnämter des Zivilschutz-Warndienstes stark ausgedünnt. In Folge dessen kam es u.a. auch in München zu eine Deinstallation der Hochleistungssirenen, die die Bevölkerung bis dahin im Notfall warnen sollten.

Seitdem können die Bürgerinnen und Bürger nur noch über Massenmedien, wie Radio und Fernsehen, über eine mögliche Gefahr informiert werden; ein System, das aber z.B. nachts leider nur einen kleinen Teil der Bevölkerung erreichen kann, da der sog. "Weckeffekt" nicht gegeben ist. Der massenhafte Einsatz von Telefonanrufen, oder SMS sind technisch nicht bewältigbar, Möglichkeiten von Weckrufen über Rauchmelder, Autohupen ("eCall"), oder die automatische Aktivierung von Weckern sind sehr kostenaufwändig und nur schwer realisierbar, zudem fehlt hier der Informationsfaktor.

Die Lösung könnte allerdings eine mobile Application ("App") sein, die ganz individuell im Haushalt, Büro oder unterwegs über Gefahren informiert – und auch darüber, wie die Betroffenen sich am besten verhalten. Sollte eine Gefahr (z.B. eine Naturkatastrophe oder ein Großschadensfall) die Bevölkerung bedrohen, so könnten örtliche Feuerwehr- und Rettungsleitstellen, oder ggf. auch das BBK, eine Benachrichtigung abschicken, die die betroffenen Bürgerinnen und Bürger nicht nur warnt, sondern ebenso über (ortsbezogene) Details informiert und weitere Anweisungen gibt.

Ein Beispiel für ein solches Programm wäre die vom Fraunhofer-Institut im Auftrag der öffentlichen Versicherer Deutschlands entwickelte App "KATWARN", die kostenlos auf jedes Smartphone geladen werden kann, oder alternativ per SMS vor Katastrophen und Unwettern warnt. Diese App ist bereits an vielen Standorten in Deutschland im Einsatz, darunter u.a. auch Berlin und Hamburg.
Weitere Informationen dazu finden sich unter:
- http://www.fokus.fraunhofer.de/de/espri/ueber_uns/anwendu...
- http://www.voev.de/web/html/start/verband/engagement/scha...
- https://de.wikipedia.org/wiki/KATWARN

Meine Frage lautet daher: Wäre es möglich, KATWARN oder ein ähnliches Warn-System auch für München einzuführen?

Eine App (oder ein ähnlicher Dienst) ist kostengünstig und erreicht auf einfache Weise eine breite Masse an Menschen. Es verfügt sowohl über eine Weck- als auch Informationsfunktion und erfüllt somit beide Kriterien für eine wirksame Warnung der Bevölkerung.

Meiner Meinung nach sollte für den Schutz und die Warnung der Bürgerinnen und Bürger bei einer nie zu unterschätzenden Gefahr von Katastrophen, Großschadensfällen, oder Reaktorunfällen mehr getan werden - und ein solches System würde genau das erreichen.

Mit freundlichen Grüßen,
Phil Hackemann

+201

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Antwort
von Christian Ude am 22. Juli 2013
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Hackemann,

Ihre Bewertung der aktuell zur Verfügung stehenden Mittel und Wege, die Bevölkerung beim Eintritt einer Katastrophe oder vergleichbarer Zustände zu warnen, deckt sich mit der Einschätzung der Landeshauptstadt München.

Die Münchener Stadtverwaltung ist daher stets darauf bedacht, ihre technischen Ausstattung, insbesondere im Hinblick auf einen Katastrophenfall, ständig zu verbessern und auf dem aktuellsten Stand der Technik zu halten.

Dementsprechend prüft die Branddirektion der Landeshauptstadt München, in deren Zuständigkeitsbereich auch die Wahrnehmung der sich aus dem Bayerischen Katastrophenschutzgesetz und den Zivilschutzregelungen des Bundes ergebenden Aufgaben liegt, derzeit, ob und wie das System KATWARN auch in München eingesetzt werden kann. Ein Gespräch mit den System-Betreibern von KATWARN hat bereits stattgefunden. Detailliertere Angaben sind zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht möglich.

Vielen Dank für Ihr Interesse an den Sicherheitssystemen Ihrer Stadt und an der Arbeit der Münchner Katastrophenschutzbehörde.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Phil Hacke
    am 06. Juni 2013
    1.

    Speziell in der aktuellen Situation wird angesichts der Hochwasser-Katastrophe auch in Bayern klar, dass dringend ein besseres Frühwarnsystem benötigt wird!

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