Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor I. Einsiedler am 12. März 2012
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Gesellschaft und Soziales

bei mehrjährigem Aufenthalt im Münchner Ausland kein Anspruch auf Sozialwohnung?

Sehr geehrter Herr Ude,

ich habe einen großen Fehler begangen, weil ich vor 23 Jahren wegen Heirats von München weg in einen kleinen Ort ins Allgäu gezogen bin. Nun bin ich geschieden und sitze jeden Abend vor dem Fernseher, denn der letzte Bus fährt abends um 19 Uhr. Vor lauter Heimweh nach München bin ich krank geworden. Ich bin 90% schwerbehindert mit eingetragenem G und auf offentliche Verkehrsmittel angewiesen. Gerne würde ich mal wieder ins Gärtnerplatztheater oder in Kirchenkonzerte gehen, Volkshochschule, Tierpark, usw...Auto kann ich mir keines leisten. Ich bekomme 979€ netto Altersrente, bin 64 Jahr alt, einen Rollstuhl brauche ich übrigens nicht. Ich trage orthopädische Stiefel.

Nun wurde mir vom Sozialreferat mitgeteilt, dass ich keinen Anspruch auf eine Sozialwohnung habe, da ich schon zu lange aus München weg sei. - Aber ich bin doch in München aufgewachsen, in Neuhausen in die Schule gegangen, meine Ausbildung als Arzthelferin in der Walner-Schule absolviert, in Giesing gearbeitet und meine Tochter in der Taxisstr., im Mütterheim zur Welt gebracht. München ist für mich meine Heimat. Hier habe ich doch noch Freundinnen, ist mir alles so vertraut. In einer anderen Stadt würde ich mich nicht zurichtfinden und mich niemals heimisch fühlen und wäre zudem ganz alleine. Eine "normal" finanzierte Wohnung kann ich mir nicht leisten. Meine liebe Tochter studiert inzwischen und geht ihre eigenen Wege. Gibt es sie noch, die Stadt mir Herz?, die eine Möglichkeit findet, einer heimwehkranken Rentnerin eine für sie finanziell erschwingiche Wohnung zu beschaffen? MVVPläne liegen schon vor.

Nun ganz konkret: meinen Sie, Herr Oberbürgermeister, dass ich einen zweiten behördlichen Anlauf wagen kann? Bei welcher Stelle melde ich mich am besten? Welche Formulare sind die richtigen für mich? Vielleicht hatte ich ja bei meinem ersten Versuch die falsche Nummer? Die Dame am Telefon machte mir gar keinen Mut und meinte es sei unnötig, ihr meine Unterlagen zuzuschicken. - Davon war ich ziemlich betroffen.

Mit dankbaren, freundlichen und heimatverbundenen Grüßen
Inge Einsiedler, vormals Kramer, geb. Wulf

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