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Autor Angela Elsasser am 03. Januar 2012
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Planen und Bauen

Bauvorhaben mit München-Laim mit Fällung von altem, gesundem Baumbestand

Sehr geehrter Herr Ude,

als Bewohnerin der Von-der-Pfordten-Str. 40 bin ich durch ein geplantes Bauvorhaben auf dem Nachbargrundstück (Hausnummer 38) betroffen. Die Prozesse der Entscheidungsfindung zwischen Bezirksausschuss, Lokalbaukommission und sonstigen Beteiligten und die Kriterien für die Genehmigung eines Bauvorhabens sind für mich eine Black Box.

Ich gehe davon aus, dass die LH München neben den Interessen des Eigentümers gleichrangig auch die Interessen der übrigen betroffenen Personen berücksichtigt und mögliche negative externe Effekte des Bauvorhabens vor Genehmigung eines Bauantrages prüft.

Aus meiner Sicht sprechen folgende Gründe gegen die geplante Bebauung des Nachbargrundstückes:

1. Veränderung des Gartenstadtcharakters unserer Siedlung
Bisher haben die benachbarten Grundstücke folgenden Charakter: Ein-/Mehrfamilenhäuser mit mittlerem bis großen Gartenanteil. Durch die Bebauung des nachbarlichen Gartens mit einem Haus und mehreren Parkplätzen würde sich der Charakter unserer Siedlung nachhaltig negativ verändern. Zudem würde ein Präzedenzfall geschaffen, der die Gefahr weiterer Neubauaktivitäten nach sich zöge.

2. Schutz des alten Baumbestandes
Ein Baum produziert lebensnotwendigen Sauerstoff, speichert Wasser und filtert Staub aus der Luft. Große und alte Bäume wie die Kammfichte in unserem Garten (ca. 20 m hoch) und die Rotbuche auf dem Nachbargrundstück sind besonders wichtig für das Stadtklima und die Reinigung der Luft. Die Bebauung des Nachbargrundstückes würde nicht nur die Fällung der Rotbuche zur Folge haben sondern potentiell auch die Gefahr der Verletzung des Wurzelwerkes unserer Kammfichte in sich bergen.

3. Schutz des Lebens- und Rückzugsraumes von Tieren
Die Bäume und Sträucher in unserem Garten bieten zahlreichen (auch seltenen) Vogelarten Schutz und Rückzugsraum.
Folgende Vögel sind in unserem Garten zu beobachten: Rotkehlchen, Buntspecht, Grünspecht, Kohlmeisen, Blaumeisen, Tannenmeisen, Grünlinge, Kleiber, Kernbeisser, Türkentauben, Amseln, Feldsperlinge, Spatzen. Im Frühjahr tanken auch Stare ihre Reserven nach langer Flugzeit bei uns auf. Diesen Tieren würde ein Teil Ihres Lebens- und Rückzugsraumes genommen.

Es sollte auch im Interesse der LH München sein, alten und nützlichen Baumbestand zu schützen, Lebens-, Rückzugs- und Schutzräume für Vögel zu erhalten und den Charakter von Siedlungen nicht durch einzelne Baumaßnahmen preiszugeben. Bitte teilen Sie mir mit ob und ggf. wie Sie mein Anliegen unterstützen können. Wenn sie zusätzlich den für mich sehr intransparenten Prozess - und die Kriterien der Genehmigung - des o.g. Bauvorhabens erläutern und den aktuellen Stand kommunizieren könnten wäre ich Ihnen dankbar.

Ich freue mich auf Ihre Antwort!

Mit freundlichen Grüßen

Angela Elsasser

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  1. Autor Maria Käser
    am 04. Januar 2012
    1.

    Sehr geehrte Frau Elsasser,
    leider geht aus ihrem Beitrag nicht hervor, wie denn die neue Bebauung aussehen soll; Sie schreiben nur etwas von mehreren Parkplätzen. Da ich in der Nähe der von-der-Pforten-Str. wohne, würde mich interessieren, in welchem Abschnitt das neue Bauvorhaben geplant ist? Auch ich finde es inzwischen katastrophal, daß der bürgerliche Charakter in Laim immer mehr einer sogenannten "verdichteten Bebauung" zum Opfer fällt und somit auch immer mehr Grünfläche und Baumbestand vernichtet wird. Bei manchen neueren Bauvorhaben ist die Bebauung so eng und dicht, daß man an Hühnerställe denken mag. Aber offensichtlich interessiert das in den Bauämtern wenig, hauptsache man kann öffentlich kundtun, wieviele Wohnungen wieder gebaut wurden. Aber zum Preis von Zerstörung des Lebensraumes für Mensch und Umwelt.

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