Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor G. Conrads-Rahe am 08. September 2011
10383 Leser · 161 Stimmen (-79 / +82) · 9 Kommentare

Planen und Bauen

Bauvorhaben der Stadt München Truderinger Straße zwischen Gottschalkstraße und Schmuckerweg

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

auf o.g. Grundstück - hier befand sich bislang ein Sondermüll-Platz, der ersatzlos gestrichen wurde - wird seit wenigen Wochen in kürzester Zeit ein größeres Gebäude errichtet.

Befremdlich ist, dass es keine (wie sonst üblich oder sogar vorgeschrieben) Bautafeln gibt, die darüber informieren, was hier so eifrig gebaut wird. Nun habe ich von direkten Anwohnern erfahren, dass Sie dort ein Wohnheim für schwer erziehbare Jugendliche errichten wollen.

Bitte klären Sie mich umgehend auf, ob dies wirklich der Fall ist. Ich denke, hier hätte es Grundstücke der Stadt München gegeben, die weitaus geeigneter gewesen wären - bspw. an der Wasserburger Landstraße Richtung "Praktiker Baumarkt".

Es ist davon auszugehen, dass dieses Wohnheim die Wohnqualität unserer bislang äußerst gepflegten Gegend schwer beeinträchtigen wird.

Mit freundlichen Grüßen

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  1. Autor Monika Häusler
    am 09. September 2011
    1.

    Klar, diese "schwer erziehbaren Jugendlichen" sollte man besser gleich nach irgendwohin verschippern und dort wie Giftmüll abladen...

    Ist Ihnen bekannt, welche Arten von Jugendhilfe es gibt? Das SGB VIII ist hierbei auch als Lektüre behilflich. Angefangen bei Hilfe zur Erziehung, weil das Kind/der Jugendliche z.B. eine seelische Behinderung hat, wofür es nichts kann oder weil die Eltern/das Elternteil aus persönlichen Gründen (z.B. Krankheit/Tod) nicht mehr die Erziehung gewährleisten kann oder weil Jugendliche aus schwierigen familiären Verhältnissen (z.B. Misshandlung/Missbrauch) kommen, ein Trauma haben und sie im Wege des betreuten Wohnens wieder stabilisiert werden, ihre Schule/Ausbildung beenden können und so fort.

    Kein Kind kommt als "schwer erziehbar" auf die Welt und Kindern/Jugendlichen mit wie auch immer gearteten Problemen ist mit einer Abgrenzung -sprachlich als auch örtlich- nicht geholfen. Inwiefern durch ein Wohnheim Ihre Wohnqualität beeinträchtigt bzw. Ihre äußerst gepflegte Gegend in Mitleidenschaft gezogen werden sollte, kann ich nicht nachvollziehen. Ich denke, hier werden Vorurteile gepflegt, unberechtigte Ängste geschürt und einer für mich erschreckenden Ignoranz Vorschub geleistet.

    Natürlich steht es Ihnen frei, eine Baugenehmigung für eine Mauer um Ihre äußerst gepflegte Gegend zu beantragen.

  2. Autor Gabriele Conrads-Rahe
    am 09. September 2011
    2.

    Tja, sehr geehrte Frau Häusler,
    wenn´s einen selbst nicht betrifft, kann man solch einen Beitrag natürlich schreiben. Vielleicht würde ich dann genauso reagieren. An der nötigen Intelligenz und dem Einfühlungsvermögen für Menschen/Jugendliche, die unserem Gesellschaftsbild nicht so "angepasst" sind, mangelt es mir nicht. Auch wenn Sie mir das mit Ihren Vorhaltungen wohl unterstellen. Ich rede aber nicht nur so dahin, meine Eltern hatten genau das gleiche Problem bereits in einem Vorort von München und haben entsprechend schlechte Erfahrungen gemacht. Da kann man noch so viel Verständnis für die "Randgruppen unserer Gesellschaft" haben.
    Ihr Argument mit den "seelischen Behinderungen" aufgrund eines Schicksalschlags und Kindern, die ein Trauma haben, hinkt schwer - solche Kinder sind sicher nicht als schwer erziehbar einzustufen und ich würde hier jederzeit meine volle Unterstützung anbieten, solchen Kindern zu helfen.
    Ich habe nur zur Diskussion gestellt, dass es bzgl. der "schwer erziehbaren Jugendlichen" beste Alternativen in der nächsten Umgebung gegeben hätte und dass ich es von der Stadt München unfair finde, solch ein Objekt ohne Bautafel und Vorankündigung quasi "über Nacht" in einem Wohngebiet hochzuziehen.
    Vielleicht lesen Sie meinen Beitrag nochmal....
    Beste Grüße!
    PS.: Habe heute erfahren, dass es sich evt. doch nur um Sozialwohnungen handelt. Ein Platz für die schwer erziehbaren Jugendlichen wird dann wohl noch gesucht...

  3. Autor Monika Häusler
    am 09. September 2011
    3.

    Sehr geehrte Frau Conrads-Rahe,

    mit Ihren Ausführungen zeigen Sie ganz deutlich, dass Sie mit der Thematik "seelische Behinderung" bei Kindern/Jugendlichen leider gar nicht vertraut sind und Ihr Unverständnis aus reiner -mit Verlaub- Unwissenheit resultiert. Eine seelische Behinderung gründet nicht auf einem Schicksalsschlag - wie Sie es schreiben. Gerade Kinder/Jugendliche mit einer seelischen Behinderung (googeln hilft) werden gern als "schwer erziehbar" abgestempelt und bedürfen einer gezielten Jugendhilfemaßnahme, eben z.B. in einer Einrichtung. Daher hinkt mein Vergleich nicht und in unserer nicht "äußerst gepflegten Gegend" sind Einrichtungen der Jugendhilfe vorhanden, die meine Wohnqualität nicht beeinträchtigen. Aber so ist´s im Alltag oft, manche stören sich z.B. an spielenden Kindern (=Lärm), manche eben nicht.

    Dass Sie im Nachhinein nur das Fehlen einer Bautafel bzw. einer Vorankündigung des Bauvorhabens bemängeln, finde ich nun etwas seltsam. Mir klingt/klang Ihr Beitrag von Anfang an eher nach Abschiebung des Wohnheims in ein GEWERBEGEBIET (Wasserburger Landstraße Richtung "Praktiker Baumarkt"), was ich skandalös fände. Mit Ihrer Einstellung vermitteln Sie den Jugendlichen erst recht das Gefühl, eine "Randgruppe unserer Gesellschaft" zu sein und dies ist einer gezielten Fördermaßnahme nicht dienlich.

    Mit freundlichen Grüßen

    Monika Häusler

    PS: Es ehrt Sie, dass Sie die Sozialwohnungen nicht auch als Beeinträchtigung Ihrer Wohnqualität sehen. Vielleicht wird´s auch ein Heim für Asylbewerber?

    PPS: Im übrigen denke ich, dass Ihr Beitrag nun jeglicher Grundlage entbehrt.

  4. Autor Gabriele Conrads-Rahe
    am 09. September 2011
    4.

    Sehr geehrte Frau Häusler,
    nun verdrehen Sie aber den Sachverhalt. Sie haben doch mit I h r e m Beitrag "schwer erziehbare Jugendliche" mit Jugendlichen, die schwere Schicksalsschläge erlitten haben, in einen Topf geworfen. Das kam ja nicht von mir. Schwer erziehbare Jugendliche, sind aber nicht selten Jugendliche, mit denen die eigenen Eltern einfach nicht zurechtkommen bzw. von diesen "abgeschoben" werden. Das können oftmals auch ganz "normale" (wobei sich hier natürlich die Frage stellt, was ist normal) Familien sein.
    Ihre Anmerkung mit den Asylbewerbern ist total polemisch und wird von mir nicht kommentiert. Nur so viel: wir sind Vermieter und haben ein "multi-kulturelles" Haus!
    Zudem denke ich, sollte man immer noch die Freiheit haben, zu sagen, was man sich denkt, ohne die von Ihnen empfohlene "Fachlektüre" vorab zu studieren.
    Gesunder Menschverstand hat noch nie geschadet!
    Mit freundlichen Grüßen aus Trudering!

  5. Autor Monika Häusler
    am 12. September 2011
    5.

    Sehr geehrte Frau Conrads-Rahe,
    verstehendes Lesen wäre von Vorteil.
    Ich habe Ihnen aufgezeigt, dass Hilfe zur Erziehung (nach dem SGB VIII) in verschiedenen Formen erfolgt und die jeweilige Lebenssituation auffängt. Angefangen bei Kindern/Jugendlichen mit einer seelischen Behinderung (Therapien, Internat, Heimerziehung etc.) über Heimerziehung (wegen Schickssalsschlägen etc.) bis hin zu betreutes Wohnen (familiäre Schwierigkeiten) und so fort. Unter Hilfe zur Erziehung fällt z.B. auch die Bereitschaftspflege. Es gibt also manigfaltige Hilfemaßnahmen für Kinder und Jugendliche. Daher habe ich mitnichten alle in einen Topf geworfen, Sie haben nur nicht die Hilfe zur Erziehung als Jugendhilfemaßnahme richtig verstanden.
    Das Etikett "schwer erziehbar" für Jugendliche wird nur von Außenstehenden ohne Hintergrundwissen verwendet. Es steht nirgendwo im Gesetz noch auf dem Türschild einer Einrichtung!
    Kinder/Jugendliche, die eine seelische Behinderung haben, z.B. seelische Störungen als Folge von Krankheiten oder Verletzungen des Gehirns , kann in einer Einrichtung geholfen werden, da manche Eltern mit dem Umgang dieser seelischen Behinderung -je nach Ausprägung!- überfordert sein können. Das Kind bzw. der Jugendliche kann nichts für diese Erkrankung, bedarf aber einer gezielten Hilfemaßnahme und nicht eines Abstempelns mit "schwer erziehbar" und Abschiebung in ein Gewerbegebiet. Das "schwer erziehbar" entstammt für mich einem Jargon aus längst vergangenen -nicht ruhmreichen- Zeiten! Daher empfehle ich, z.B. von "seelischer Behinderung" zu sprechen.
    Natürlich haben Sie die Freiheit zu sagen, was Sie denken, habe ich nirgends bestritten. Ebenso bleibt es mir unbenommen, zu kommentieren bzw. klarzustellen, da Ihnen offensichtlich das Hintergrundwissen fehlt. Fachlektüre ist nicht nötig, gelegentlich wird hiervon auch in der Presse berichtet.
    Der Kontext "gesunder Menschenverstand hat noch nie geschadet" erschließt sich mir bei Ihrem Beitrag irgendwie nicht.
    Bislang konnten Sie noch nicht en detail erklären, welche Art von Beeinträchtigung Ihrer Wohnqualität bzw. die Ihrer Mieter Sie aufgrund einer Einrichtung der Jugendhilfe konkret befürchten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Monika Häusler

  6. Autor Norbert Nicklich
    am 12. September 2011
    6.

    ... inzwischen wissen wir doch: dort werden (wahrscheinlich) sozialwohnungen errichtet!

  7. Autor Gabriele Conrads-Rahe
    am 12. September 2011
    7.

    Eben! Danke, sehr geehrter Herr Nicklich!
    Deshalb langweilen die Endlos-Beiträge von Frau Häusler entsetzlich.
    Ich werde sie nicht mehr lesen und kommentieren! Hab auch gar nicht die Zeit dazu, weil ich arbeiten muss ;-)
    Beste Grüße - Gabi Conrads-Rahe

  8. Autor Monika Häusler
    Kommentar zu Kommentar 7 am 12. September 2011
    8.

    Ja, "wissen" und "wahrscheinlich" schließen sich gänzlich aus, aber ich will nicht larmoyant (googeln hilft ;-) ) werden.
    Aber es ist niedlich, wie Sie sich an einen Strohhalm klammern. Dass Sie Hintergrundwissen langweilt, das war bereits mit Ihrem ersten Beitrag klar. Wenn jemand HIER um eine umgehende Antwort bittet, der hat die Modalitäten dieser Plattform einfach nicht gelesen oder leider Gottes nicht verstanden. Da ist es mit weitergehendem Interesse etc. sicher nicht zu rechnen... Es ist für Sie offensichtlich leichter, nur heiße Luft abzusondern, an anerzogenem 30er-50er-Jahre-Jargon hängen zu bleiben, Halbwissen sowie Halbwahrheiten zu verbreiten und weiterhin innerlich zu konservieren.
    Sie WISSEN weiterhin NICHT, um was für ein Bauvorhaben es sich handelt! Ein Anruf bei der lokalen Baubehörde hätte den Horizont -zumindest zu diesem Thema- erweitern können...
    Mit wissenden Grüßen
    Monika Häusler

    PS: Danke für das letzte Wort ;-)

  9. Autor Gabriele Conrads-Rahe
    am 13. September 2011
    9.

    Für alle, die´s interessiert - hier die Info aus Hallo vom 08.09.2011

    20 neue Sozialwohnungen

    Nachricht von: Hallo Verlag
    Trudering-Riem, 08.09.2011 11:05

    Auf dem ehemaligen „Zirkusgrundstück“ an der Truderinger Straße 321 bis 325 werden Sozialwohnungen gebaut. Bereits im Mai hatte die Vollversammlung des Stadtrats den Verkauf des Grundstücks an einen privaten Bauträger beschlossen.
    Betreutes Wohnen für Senioren statt Sozialwohnungen hatten sich Stadtrat Hans Podiuk (CSU) und der Truderinger Bezirksausschuss auf dem Grundstück an der Truderinger Straße 321 bis 325 gewünscht und im September 2007 beantragt. Wegen zu geringen Baurechts und schützenswerter Bäume lehnte der Sozialausschuss des Stadtrats dieses Ansinnen jedoch ab.
    Auch eine Kinderkrippe, die Hans Podiuk Ende 2009 im Verbund mit den Sozialwohnungen forderte, kam nicht zustande. Eine zweigruppige Kinderkrippe wäre zwar laut Auskunft des damaligen Sozialreferenten Friedrich Graffe integrierbar gewesen, jedoch nur zu Lasten der Wohnungsanzahl.
    Nun hat ein privater Bauträger mit der Errichtung der 20 Sozialwohnungen begonnen, die nach dem städtischen KomPro/B-Programm vergeben werden. Zielgruppe sind Benachteiligte am Wohnungsmarkt, die aus dem städtischen oder verbandlichen Wohnungslosensystem kommen, also in Pensionen oder pensionsartigen Unterkünften untergebracht sind, sich in Situationen des Wohnungsnotstands oder in sozialen Schwierigkeiten befinden und von Vermietern im Rahmen von Auswahlvorschlägen wiederholt abgelehnt wurden. Vorrang bei der Vermittlung haben akut wohnungslose, mietfähige Personen, denen mit Hilfe von KomPro/B möglichst zeitnah dauerhafter Wohnraum zur Verfügung gestellt werden kann.
    Die Bauarbeiten für die Wohnanlage gegenüber dem Discounter „Kick“ haben bereits begonnen, bezugsfertig soll das Haus im zweiten Halbjahr 2012 sein. Gabriele Mühlthaler

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