Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Florian König am 27. September 2013
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Planen und Bauen

Baurecht bricht Baumrecht

Sehr geehrter Hr. Ude,

offensichtlich ist die Baumschutzverordnung nicht in der Lage, schützenswerte Bäume zu erhalten. Gerade in schönen, begehrenswerten Wohngegegenden sollte nachhaltige Politik zur Wohnqualität besonderes Augenmerk finden.

Der aktuelle Fall in 81377 Großhadern, Waldesruhe 3, beweist, dass überaus schützenswerte Bäume einem Neubau weichen müssen. Die aktuelle Bebauung
und Baumbestand zeigt, dass angemessen neu- und auch noch größer gebaut werden könnte, ohne die Bäume zu fällen.

Trotz frühzeitiger Ankündigung auf dieses Vorgehen, wurden keine Bemühungen unternommen, der Baumschutzverordnung Rechnung zu tragen.

Nach Auskunft der Grünen Stadradsfraktion geschieht das wohl täglich. Zitat: "Baurecht bricht Baumrecht. d.h. liegt ein bestimmtes Baurecht für das Grundstück vor (das sich wiederum an der Bebauung im Umfeld orientiert), dann unterliegt der Baumschutz dem Baurecht. Die Kommune hat dann keinen Spielraum, den Erhalt der Bäume einzufordern. Die UNB hat lediglich Gestaltungsspielraum mit der Stellung der Gebäude. In der Regel füllen aber die neuen Gebäude fast den kompletten Raum aus, sodass kein Platz für die Bäume bleibt. Dies passiert leider täglich und insbesondere in den "Gartenstädten". Vorher Einfamilienhaus mit schönem Garten und großen Bäumen - danach Mehrfamilienhaus komplett auf dem gesamten Grundstück mit etwas Rasen und eventuell noch ein paar Sichtschutzsträuchern - für einen Großbaum ist kaum noch Platz.
Dieses Vorgehen wird insbesondere von der bayrischen Bauordnung unterstützt und leider auch von der generellen Praxis vor Gericht.
Hier muss sich dringend was ändern - liegt aber leider nicht in der Hand der Kommunen!
Unserer Meinung nach könnte die UNB öfters mutiger sein und Umplanungen einfordern, um besonders schöne Bäume zu erhalten. Dies gelingt aber sicherlich nur, wenn die UNB aus dem Planungsreferat herauskommt. Ob wir das nach der nächsten Kommunalwahl schaffen wird davon abhängen, ob wir mitreden dürfen und vor allem ob wir stark genug sind. Denn das will die SPD wiederum auf keinen Fall...".

Hr. Ude,
wie sehen Sie das mit der Erhaltung der Wohnqualität in unserer Stadt? Gilt hier wirklich Quantität vor Qulität?

MfG
Florian König

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