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Autor B. Bürgerinitiative - Bahnstrom raus aus Germering am 15. November 2010
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Umwelt und Gesundheit

Bahnstrom raus aus Germering- Widerstand Münchens nicht akzeptabel

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

wir Germeringer Bürgerinnen und Bürger wenden uns an Sie, weil „Kirchturmpolitik“ uns alle miteinander nicht voran bringt. Die Verantwortung der Landeshauptstadt München und damit Ihre Verantwortung als Oberbürgermeister endet nicht an der Stadtgrenze. München braucht das Umland und das Umland braucht München. Allerdings haben wir den Eindruck, dass bei der Verlegung der Bahnstromtrasse aus dem Stadtgebiet von Germering dieser viel gepriesener Grundsatz keine Rolle mehr spielt.

Sie dürfen es nicht zulassen, dass vermeintlicher Artenschutz vor Menschenschutz steht. Die Betroffenen sind überwiegend Frauen und Kinder sowie ältere Menschen, die größtenteils ihre Zeit unter dieser Hochspannungsfreileitung verbringen.

Die Folgen für die Gesundheit sind nicht vorhersehbar.
Es ist daher besonders zum Schutze der Kinder und Familien unabdingbar, dass die Stadt München endlich ihren für uns unverständlichen Widerstand aufgibt und den Weg freimacht, damit die Bahnstromtrasse aus den Wohngebieten bzw. buchstäblich aus den Gärten der Germeringer Bürgerinnen und Bürger verschwindet.

Die Stadt Germering, hat in allen Abschnitten der Entscheidungsfindung und bei der Suche nach Alternativrouten die Stadt München eingebunden und in unseren Augen richtig, kompetent und besonnen entschieden.

Der ausgearbeitete Vorschlag, die Bahnstromtrasse entlang der Autobahnen A96/A99 zu führen, ist die sinnvollste Alternative. Ästhetische Gründe, die eine Ablehnung dieser Trasse rechtfertigen würden, sind für uns nicht einmal ansatzweise nachvollziehbar.
Für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Germering ist die plötzliche Ablehnung der Stadt München – die u.a. mit der Umsiedelung der Feldlerchen begründet wird - willkürlich und nicht akzeptabel. Bekanntlich sind die Feldlerchen in Europa ein sehr häufiger Brutvogel deren Bestand weltweit nicht gefährdet ist.

Es drängt sich deshalb der Verdacht auf, dass es bei der Verlegung der Hochspannungsfreileitung der Bahn AG (DB Energie) nicht in erster Linie um die Natur geht, sondern andere Gründe eine Rolle spielen. Gerade der Landeshauptstadt München, sollten die Belange und das Wohl der Menschen vor ihren Toren wichtig sein. Egoismus ist hier fehl am Platz.

Wir begrüßen es, dass Sie sich als Oberbürgermeister der Stadt München und Chef der Stadtverwaltung -wenn auch spät- dieser Diskussion gestellt haben. Sie versprachen eine Lösung zur Chefsache zu machen und sich an der Findung einer akzeptablen Lösung für die Menschen zu beteiligen. Wir nehmen Sie hiermit beim Wort.

Dass die Germeringer Familien durch die Haltung der Stadt München nun im Falle des Scheiterns der Alternativtrasse eine Kapazitätsausweitung der Bahnstromleitung in Kauf nehmen müssen ist unverantwortlich.
Wir appellieren deshalb an Sie, den Münchner Stadtrat und die gesamte Stadtverwaltung:

Geben Sie Ihren Widerstand auf!
Stimmen Sie dem vorgelegten Konzept der Stadt Germering entlang der A 96/A99 doch noch zu!
Treiben Sie mit Hochdruck eine Lösung voran! Eine Lösung, die sich an den Menschen und ihrer Gesundheit orientiert!
Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen,

Günter Schöbel
Andreas Kraft
Anja Kuttenkeuler
für die Bürgerinitiative „Bahnstrom raus aus Germering!“

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