Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Matthias Brenner am 26. April 2012
4735 Leser · 124 Stimmen (-15 / +109) · 4 Kommentare

Mobilität und Verkehr

Bahn und Flughafen

Sehr geehrter Hr. Ude,
ich spreche Sie an als Oberbürgermeister, aber auch als SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Bayern.

Die Belastungen durch den Individualverkehr werden immer größer, gleichzeitig beginnt immer stärker das Bewußtsein zu wachsen, welchen Belastungen wir durch Lärm, Verlust von Natur, Staub, usw. wir ausgesetzt sind.

In diesem Zusammenhang kann ich Ihre Haltung zur 3.ten Start nicht nachvollziehen. Wir alle wissen, dass gerade das Rohöl sich immer mehr verknappt. Auch wid sicherlich die steuerliche Gerechtigkeit (Besteuerung des Flugbenzins) hergestellt werden. Die niedrigen Flugpreise, wie sie heute angeboten werden, sind mit Sicherheit nicht mehr lange haltbar. Aus meiner Sicht, wird daher in absehbarer Zeit, der Bedarf nach Flugdienstleistungen sinken. Ich vermute daher, dass sich allein aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine dritte Startbahn nicht lohnen kann (30 Jahre Abschreibung, heute 6% Steigerung der Energiekosten / Jahr, d.h. deutlich über der Inflationsrate).

Gleichzeitig werden wichtige Nahverkehrsprojekte nicht angegangen, weil die Finanzierung gefährdet ist. Stichwort 2.tes Tunnel, Elektrifizierung und 2-gleisiger Ausbau nach Mühldorf.

Gerade auf der Strecke nach Mühldorf ist jetzt abzusehen, dass die Autobahn vor der Bahn fertiggestellt ist. Die Bürger werden also mit dem Auto einfacher in die Stadt kommen, als mit der Bahn, dabei sind die Einfallsrouten längst überlastet.

Unverständlich finde ich in diesem Zusammenhang, dass München nicht mehr als Bahndrehkreuz ausgebaut wird. Die Gelder der Startbahn, die sich meiner Meinung nach nicht rentieren können, sollten dafür verwendet werden. Beispiel: ICE Halt München-Pasing, München-Flughafen und dann einfädeln in die 2-gleisig ausgebaute Mühldorfer-Strecke ergibt eine wunderbare Ost-West-Achse, die meiner Meinung nach wirklich Zukunft hat. Gleichzeitig würde Verkehrsraum frei auf der Achse nach Süden über Rosenheim, der auf Grund des Brennertunnels, der nun gebaut wird, dringend notwendig ist.

Zusammenfassend möchte ich Sie bitten, den Flughafen in seiner Größe zu lassen, mehr braucht Bayern nicht. Stattdessen fördern Sie bitte den Ausbau der Bahn. So könnte nicht nur der Personenverkehr gefördert werden, sondern auch viele Güter-Transporte auf der Straße vermieden werden (z.B. Chemiedreieck Burghausen). Wir Bürger hätten damit die Chance auf mehr Lebensqualität heute und auf gute Berförderungsmöglichkeiten mit der Bahn, wenn Fliegen zu teuer wird.

Ich danke Ihnen
Matthias Brenner

+94

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  1. Autor Maria Käser
    am 26. April 2012
    1.

    Sehr geehrter Herr Brenner,
    Ihrer Argumentation kann ich mich nur anschließen. Leider wird ja von Hr. Ude immer gerne in's Feld geführt, daß die Kosten für die 3. Bahn von der MFG getragen werden. Er vergißt aber zu erwähnen, daß die Stadt München Darlehensgeber der MFG ist, wohlgemerkt zu enorm günstigen Konditionen. Würde die Stadt München darauf bestehen, daß die Darlehen endlich zurück gezahlt würden, hätte München jede Menge finanziellen Spielraum um in den völlig überforderten ÖNV zu investieren. Und die MFG hätte kein Geld mehr, die 3. Bahn zu bauen; also 2 Fliegen mit einer Klappe wären geschlagen. Wenn man sich den tägl. Flugplan des Flughafens ansieht, wird man feststellen, daß ein Großteil der Flüge innerdeutsch ist. Selbst Flüge von Nürnberg nach München finden statt. Ein ökologischer und okonomischer Wahnsinn! Mann kann nur hoffen, daß sich auch bei Hr. Ude die Vernunft und der Wille zum Erhalt von Umwelt und Lebensqualität durchsetzt.

  2. Autor Philipp Alt
    am 29. April 2012
    2.

    Das Thema wurde schonmal beantwortet. Es wird immer mehr Flugverkehr geben, daher braucht man auch mehr Start/Landebahnen, weil die Flugzeuge können in 2 Jahren nicht 1 Stunde auf dem Rollfeld warten, bis sie eine Starterlaubnis bekommen. Das kostet den Passagier nur Zeit und der Fluggesellschaft Geld.

  3. Autor Maria Käser
    am 03. Mai 2012
    3.

    Na ja, lieber Herr Alt, ganz so einfach ist es nicht, wie Sie in Ihren 3 Sätzen mit unzulänglichen Argumenten beschreiben! Oder warum baut die LH jetzt mal eben 3.500 Arbeitsplätze ab? Ich bin übrigens noch nie 1 Std. auf dem Rollfeld gestanden, wg. Überlastung der Startbahn. Dieses hat oft ganz andere Gründe.

  4. Autor Matthias Brenner
    am 04. Mai 2012
    4.

    Hallo Hr. Alt,
    das Problem sind meiner Meinung nach Argumentationsketten, die uns vorgelegt werden, die aber bei genauer Betrachtung erhebliche Mängel aufweisen. Warum soll der Flugverkehr immer weiter wachsen? Wer begründet die Notwendigkeit, dass dies so sein muss? Ist es nicht vielleicht so, dass es gar nicht so sein kann?

    Ich bin der Meinung, dass wir kurz vor dem Scheitelpunkt sind. Vielleicht wächst der Flugverkehr noch ein paar Jahre. Meiner Meinung nach sind aber inzwischen genug Hinweise vorhanden, dass das Wachstum auch zu Ende sein wird.

    Wenn die Startbahn gebaut wird, befürchte ich, dass sie sich nicht amortisieren wird. Außerdem ist dann der Boden verloren und für viele Bürger der Lebenswert der Heimat zerstört. Ich finde die Preise sind zu hoch und die Gewinnerwartungen zu niedrig.

    Aus diesem Grund schlage ich vor, dass die Politik Großinvestitionen in Bereiche tätigt, die auch nach der Energiewende Bestand haben.

    Viele Grüße
    Matthias Brenner

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