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Autor Hartmut Zöbeley am 26. August 2009
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Politik und Verwaltung

Autos in die Wohnung!

Autos in die Wohnung!

Es wird gebaut im Sommer. Die Stadtwerke reißen in Obergiesing die Bürgersteige auf, um die Münchner mit neuen Wasserrohren zu beglücken. Wie schön!

Nur wohin jetzt mit dem Auto vor der Türe?

Schon vor dem Herandröhnen der Bagger hat das Kreisverwaltungsreferat der Stadt, Hauptabteilung Straßenverkehr, gewütet. Mit einem Schilderwald von Einbahnstrassen und Halteverbotsschildern bepflasterten sie ganze Straßenzüge wie eine Karikatur.
„Oh Deutschland Deine Schilderwälder!“
Jetzt ist alles klar und eindeutig: Autos können hier nicht parken. Aber in den Nachbarvierteln auch nicht. Da gibt es nämlich schon die Anwohnerparkscheine. Wohin also mit dem Auto, wenn man es nicht zu sich in die Wohnung mitnehmen kann?

Die braven und fleißigen Arbeiter vor Ort sehen das Problem. Man verständigt sich mit pragmatischen Lösungen: Sie wissen, welchem Anwohner welches Auto gehört und rufen ihn im Baubedarfsfalle an. Es geht auch so!

Jetzt parken all die Autos wieder wie gewohnt, lediglich umgeben von jenen Halteverbotsschildern. Eindeutig und klar ist es nicht mehr so ganz. Aber das stört nicht. Die Polizei fährt vorbei – es scheint alles in Ordnung. Wenn da nicht das Kreisverwaltungsreferat der Stadt, Hauptabteilung Straßenverkehr, wäre.
In die Zonen des Halteverbots lässt es über Nacht weitere mobile Halteverbote für Umzüge aufstellen. Und siehe da: Es entstehen Halteverbotszonen in Halteverbotszonen!

Das beeindruckt jetzt auch die Polizei. Sie fängt an, abzuschleppen und Strafzettel zu verteilen. Auch wenn sich diese neuen Schilder klammheimlich zu den schon vorhandenen über Nacht dazugesellt haben. Ein Halteverbot gab es ja bereits schon vorher, die Strafe ist also berechtigt...
Der pflichtbedürftige Polizist kann nur darauf hinweisen, dass man nach dem Gesetz alle drei Tage seinen Parkplatz zu überprüfen habe. Auch in den Sommerferien. Wussten Sie das schon? Arm ist, wer nach einem dreiwöchigen Urlaub zurückkehrt und sein Auto nicht mehr findet.

Die tägliche Standgebühr meines abschleppten Wagens im Polizeidepot ist mir zu teuer. Ich möchte nächste Woche mit der Bahn in den Urlaub fahren. Aber wohin mit dem Auto?

Da bleibt mir nur noch eins: Das geliebte Blech zu mir nach Hause in den dritten Stock zu tragen. Oder ich lasse die Bahn und nehme mein Auto mit! Dann kann ich beruhigt in den Urlaub fahren.

Hartmut Zöbeley, Alpenplatz - Obergiesing

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