Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

Es können keine neue Fragen mehr gestellt oder bewertet werden. Bisherige Anfragen und Antworten sind weiterhin sichtbar.

Beantwortet
Autor H. Runge am 22. Juli 2013
7291 Leser · 151 Stimmen (-6 / +145) · 1 Kommentar

Planen und Bauen

Auto-Monokultur Aubing Ost / Westkreuz

Sehr geehrter Herr Ude,

würden Sie gerne auf einem Autoschrottplatz wohnen? Vermutlich nicht.

Vielleicht können Sie dann auch verstehen, dass sich viele Bewohner im Bereich Aubing-Ost / Westkreuz nicht gerade am Anblick der Strassen des Stadtteils freuen.

Bei mehreren Bürgerversammlungen der vergangenen Jahre wurde von Mitarbeitern der lokalen Baukommission der Stadt München die Absicht geäußert, die Gewerbeflächen für den Gebrauchtwagenhandel und damit die Anzahl der Händler und die damit verbundenen Probleme zu reduzieren.

Passiert ist genau das Gegenteil:

Anstelle des großen Marktplatzes neben der Bodenseestr. 137 ist jetzt ein Gebrauchtwagenverkaufsplatz. Ein zusätzlicher Autoverkäufer hat sich neben dem Holzhandel Hinkofer angesiedelt. Auch an der Ecke Bodenseestr./ Brunhamstr. hat sich noch ein "Auto-Tandler" etabliert (Foto 1).

Das Foto 2 zeigt die Flächen entlang der Bodenseestr. auf denen Gebrauchtwagen gehandelt werden.

In dem Abschnitt zwischen Limes- und Mainaustr. kann man sicher schon von einer Gebrauchtwagen-Monokultur sprechen.
Aber Monokulturen haben nicht nur in der freien Natur ihre Schattenseiten:

Die Fahrzeugtransporter halten / parken regelmäßig auf der Bodenseestraße und produzieren damit einen Engpass für diese Verkehrs- Hauptschlagader von/nach München (Fotos 3-4).

Sehr häufig produzieren die auf den Verkaufsflächen abgestellten Fahrzeugen fehlerhaft einen Diebstahlalarm, der durchaus auch mal eine Stunde läuft, bis er von irgendjemand abgestellt wird.

Obwohl auf den Verkaufsfächen nur ein stilles Gewerbe betrieben werden sollte, werden dort regelmäßig Autoreparaturen mit hohem Lärmpegel durchgeführt; übrigens auch gern am Samstag und Sonntag. Da oft unter freiem Himmel lackiert wird, dürfen sich die Nachbarn auch an diesen Gerüchen "erfreuen".

Keinen schöner Anblick bieten die im gesamten Wohngebiet abgestellten Schrottfahrzeuge, die dort monatelang herumstehen und Parkplätze belegen (Fotos 5-11).

Die Käufer/ Verkäufer kommen zu einem großen Anteil aus Bulgarien / Rumänien und übernachten häufig in ihren Fahrzeugen - im Winter auch schon mal mit laufendem Motor. Da diese Fahrzeuge offensichtlich nicht mit einem WC ausgestattet sind, verrichten die Insassen ihre Notdurft oft unmittelbar neben dem Fahrzeug. Daraus ergeben sich dann nette Anblicke / Hinterlassenschaften für die Anwohner.

Ich bitte Sie sich dafür einzusetzen, dass diese Monokultur wieder in ein ansprechendes Wohngebiet zurückverwandelt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Heinrich Runge

Die Fotos können unter dem folgenden Link abgerufen werden:

http://www.flickr.com/photos/28691105@N03/sets/7215763470...

+139

Über diesen Beitrag kann nicht mehr abgestimmt werden, da er bereits beantwortet wurde.

Antwort
von Christian Ude am 27. September 2013
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Runge,

haben Sie herzlichen Dank für Ihre Beteiligung an der Internet-Plattform „direktzuUde“. Ihr Anliegen vom 22. Juli 2013 möchte ich wie folgt beantworten:

Eine generelle baurechtliche Unzulässigkeit von Autohandelsbetrieben in der Bodenseestraße, wie Sie vorschlagen, gibt es nicht. Die angesprochenen Bereiche entlang der Bodenseestraße weisen kein klassisches Wohnen auf, sondern stellen sich zum einen als Mischgebiet und zum anderen als Gewerbegebiet dar. Im Rahmen der bauplanungs- und bauordnungs- rechtlichen Vorgaben ist in der Bodenseestraße Autohandel als Nutzungsart daher zulässig und genehmigungsfähig. Werden alle öffentlich-rechtlichen Anforderungen erfüllt, besteht nach Artikel 68 Abs. 1 der Bayerischen Bauordnung hier ein Rechtsanspruch für den Antragsteller auf Erteilung einer Baugenehmigung für diese Nutzung.

Die konkret angesprochenen Autohandelsbetriebe sind genehmigt. Ein Teil davon ist zeitlich befristet als Zwischennutzung vorgesehen.

Bei den angesprochenen Reparaturarbeiten handelt es sich um keine baurechtlich relevante Werkstattnutzung, so dass der Lokalbaukommission hier bauaufsichtlich kein Einschreiten möglich ist.

Das angesprochene Abstellen von Autotransportern zum Be- und Entladen von Fahrzeugen in zweiter Reihe ist eine häufig im Stadtgebiet vorkommende Situation, die immer dort auftritt, wo Autohandel oder Autohäuser ansässig sind. Es handelt sich meist um eine kurzfristige Störung des Verkehrsflusses, ist aber in der Praxis nicht anders lösbar, denn diese Fahrzeuge finden auf Privatgrund wegen ihrer Länge keinen Platz. Auf öffentlichem Verkehrsgrund eine ausreichende Ladezone vorzuhalten würde eine dauerhafte Verdrängung der Parker wegen einer nur kurzen und nicht täglich stattfindenden Ladetätigkeit nach sich ziehen. Wenn dieses Verhalten in dauerhafte Verkehrsbehinderung ausufert, wäre es von der Polizei zu ahnden.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Albert Hermann
    am 02. August 2013
    1.

    Geben Sie bitte diesem Artikel Ihre Stimme, damit wir uns wieder auf normale Verhältnisse freuen dürfen. Das Problem der Autohändler wurde ohne Sinn und Verstand in den Münchner Westen abgeschoben.
    Dies muss unbedingt entzerrt und an Auflagen geknüpft werden.

  2. Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein.