Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Norbert Meier am 20. Oktober 2009
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Sonstige

Aufnahmeeinrichtung Baierbrunner Straße

Sehr geehrter Herr Ude,

Seit gut zwei Jahren wohnen meine Schwester und ich in der Baierbrunner Straße in München in direkter Nachbarschaft zur Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber. Zunächst möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich absolut nicht ausländerfeindlich bin. Mir ist bewusst, dass diese Menschen Dinge gesehen und erlebt haben, welche für mich unvorstellbar sind. Soweit ich weiß, stammt ein Großteil der jetzigen Asylsuchenden aus dem Irak.
Dass diese Aufnahmeeinrichtung von der Regierung von Oberbayern betrieben wird, ist mir bekannt. Ich schreibe im Namen der Nachbarschaft der Baierbrunner Straße und Anlass dieses Schreibens ist ein Vorfall von letzter Woche.
Ein Nachbar hatte zu später Stunde im Keller eine unliebsame Begegnung mit einem Asylbewerber. Da ich selbst etwas Ähnliches schon erlebt habe und dies auch in den Nachbarhäusern vorgekommen ist, würde ich Sie bitten, mir zu sagen, wie Sie unsere Sicherheit gewährleisten wollen.
Welches Gewaltpotential bei diesen, auf engsten Raum, gepferchten Menschen herrscht, bekomme ich Woche für Woche mit. In der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 2009 wurden die Auswirkungen dieser miserablen Unterbringung wieder einmal aufs Deutlichste bestätigt. Gegen 0.45 Uhr begann ein Streit zwischen Menschen unterschiedlichster ethnischer Herkunft, der in einer an Brutalität nicht zu überbietenden Schlägerei endete. Resultat war ein Großeinsatz der Polizei, die mit Helmen, Schlagstöcken und Schutzschilden in die Unterkunft eindrangen.
Da meine Schwester schon diverse Male belästigt wurde, geht sie auch nicht mehr ohne Pfefferspray aus dem Haus. Eine Vergewaltigung, welche im Frühjahr durch die Presse ging, lässt diese Befürchtungen nicht unbegründet.
Anrufe bei der Polizei werden meist genervt entgegen genommen. Wenn der Beamte daraufhin erneut beim Wachdienst anruft, um diesen aufzufordern, seinen Pflichten nachzukommen, finde ich das eine Frechheit. Da ich nicht unbegründet den Notruf wähle und in der Regel bereits selbst schon den Wachdienst informiert habe, liegt der Grund meines zweiten Anrufes bei der Polizei darin, dass der Wachdienst vorher nichts unternommen hat.
Falls die Polizei dann tatsächlich vorbei kommen sollte, dann lediglich zum Aufräumen. Diese Erfahrung habe ich bei einer Schlägerei vor der U-Bahn gemacht.
Die durchschnittliche Anfahrtszeit beträgt ca. 30-45min (auch bei der eben erwähnten Schlägerei). Wenn man mit Eiern beworfen wird (kam zwei Mal vor) machen sich die Beamten darüber lustig. Welche Gefahr von den Gegenständen die aus dem Heim auf den Gehweg geworfen werden (aktuell Pfanne, Radio, Flaschen) ausgeht, brauche ich nicht zu erwähnen. Unter diesen Umständen kommen mir wirklich Zweifel auf, dass die Polizei uns Anwohner noch ernst nimmt und dass dadurch die Sicherheit in diesem Stadtteil noch im selben Maße wie in anderen Vierteln gegeben ist.
Ich wende mich mit diesem Schreiben an Sie und damit an die Stadt München, da durch eine Versammlung mit der Regierung von Obb., Anwohnern und der Leiterin der Polizeiinspektion Drygalski-Allee, die Probleme bekannt sind.
Manchmal habe ich das Gefühl, bei der Polizei anzurufen ist mittlerweile genauso sinn- und wirkungslos, wie sich beim Wachdienst zu melden. Hinsichtlich der alltäglichen Lärmbelästigung stimmt diese Aussage mit Sicherheit.

Mit freundlichen Grüßen
Norbert Meier

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