Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Andreas Rohe am 10. Oktober 2011
4239 Leser · 77 Stimmen (-1 / +76) · 1 Kommentar

Mobilität und Verkehr

Anwohner - die Looser der Wies´n?

Sehr geehrter Herr Ude,

als Bewohner der Schwanthalerhöhe und in direkter Nachbarschaft des Oktoberfestes kann ich nur feststellen, dass die Behinderungen und Belastungen durch das Oktoberfest von Jahr zu Jahr unerträglicher werden.

Ein Parkplatz zu bekommen, ist völlig unmöglich, obwohl wir in einer Anwohnerzone und im Parksperrgebiet Theresienhöhe wohnen. Schilder, die die Einfahrt verbieten, werden erst gar nicht richtig aufgestellt, sind umgedreht oder liegen auf der Erde, wie in der Riedlerstr., oder sind so unsichtbar, dass sie nicht auffallen, wie in der Holzapfelstr.

Halten tut sich auf jeden Fall keiner dran. Tausende von autofahrenden Besuchern und Angestellten der Wiesn, die sicherlich auch die S-Bahn benutzen (gerne und oft Kennzeichen FFB, EBE und DAH) und unter der zugepieselten Hackerbrücke ein- und aussteigen könnten, fallen Tag für Tag über die Schwanthalerhöhe her, versperren rücksichtslos alle freien Plätze und Wege einschließlich Feuerwehrzufahrten.
Was ist, wenn es im Stadtteil wirklich mal brennt. Weder Feuerwehr noch Notarzt haben eine Chance in die heillos zugeparkten Straßen zu gelangen. Gerade die Stadt München, die so viel Wert auf Brandschutz legt, hebt zur Wiesnzeit scheinbar alle Gesetze auf.
Eine Überwachung findet so gut wie nicht statt. Polizei findet sich nur auf dem Oktoberfest, aber nicht in den umliegenden Stadtteilen. Auch das Ordnungsamt hält sich vornehm zurück, abgeschleppt wird gar nicht.
Konsequenz für die Anwohner: wir können unsere Fahrzeuge wochenlang nicht nutzen, und müssen die (s. Artikel SZ vom 08.10.2011) mit Betrunkenen hoffnungslos überfüllten öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.
Lieber Herr Ude, bitte überlegen Sie doch mal, wer Sie gewählt hat ! Wohl nicht die Besucher aus den Landkreisen!
Die Schwanthalerhöhe war traditionell eine Hochburg der SPD. Die Grünen haben nicht von ungefähr hier zweistellige Ergebnisse erzielt.

Die konkrete Anfrage:

Warum wird das politisch gut gemeinte Parksperrgebiet von den ausführenden Behörden weder durchgesetzt noch überwacht ?
Welches sind die Maßnahmen für 2012?
Welchen Anwohnerschutz wird es geben? (oder geht es nur um Besucherschutz.... € € € ...?)

Ich verweise auch auf div. andere kritische Artikel zum Oktoberfest in diesem Forum, wie
"oktoberfest-verordneter-freiheitsentzug-fuer-anwohner"
"die-wiesn-verliert-ihren-charakter"

Fragende Grüße

+75

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  1. Autor Stephan Hannemann
    am 18. Oktober 2011
    1.

    Ich kann mich der Auffassung nur anschließen, dass die Anwohner der Theresienwiese und der Peripherie die Leidtragenden des jährlich stattfindenen Oktoberfestes sind. Gleichzeitig muss aber der Vollständigkeit halber erwähnt werden, dass die Belästigungen bereits Wochen vor der Wiesn beginnen, sich Wochen danach hinziehen und nicht nur verkehrstechnischer Natur sind: So ist die wunderbare Freifläche lange Zeit über blockiert und insgesamt eine riesengroße Müllhalde. Auch heute noch, also über zwei Wochen nach Wiesn-Ende, ist die gesamte Theresienwiese vermüllt, versumpft und riecht teilweise beißend nach Müll und Fäkalien. Bei diesem Anblick fühlen sich dann auch noch einige dazu eingeladen, ihren Privatmüll dort abzustellen. Als Hundebesitzer fällt einem dieser unhaltbare Zustand natürlich noch viel besser auf. Gleichzeitig ist man aber auch über einen Zeitraum von ca. 6-8 Wochen gezwungen, den Hund an der Leine zu führen, um Schlimmeres zu vermeiden. Als Hundbesitzer ist man ja zurecht dazu angehalten, den Kot mit einem Tütchen aufzunehmen. Gilt diese Verpflichtung denn nicht auch für Menschen? Das Oktoberfest ist eine Veranstaltung der gruseligsten Enthemmung. Ich kann es nicht verstehen, warum man diesen groß angelegten Sumpf noch weiter pflegt und viele Menschen - nicht nur die Anwohner - damit konfrontiert! Muss das denn unbedingt zentral in München sein? Ist so ein sog. Fest nicht am Stadtrand viel besser zu handeln? Ist es langfristig zulässig, die unmittelbaren Anwohner ohne jeden Schadensersatz in diese wochenlange Unfreiheit zu entlassen?
    Es besteht dringender Handlungsbedarf!

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