Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

Es können keine neue Fragen mehr gestellt oder bewertet werden. Bisherige Anfragen und Antworten sind weiterhin sichtbar.

Archiviert
Autor Anton Schütz am 04. Juni 2012
5470 Leser · 77 Stimmen (-9 / +68) · 0 Kommentare

Gesellschaft und Soziales

Antrag auf Wohnberechtigungsschein

Sehr geehrter Herr Ude,

wir wohnen in München-Zamdorf und möchten in naher Zukunft in den Nord-Westen ziehen, da unser Sohn dort zur Schule geht.
Aufgrund der Ihnen bekannten Mietmarktsituation haben wir einen Antrag auf Wohnberechtigungsschein im Sozialreferat gestellt.
Meine Frau ist also mit einem dickeren Pamphlet in die Franziskanerstraße gefahren, hat eine Stunde gewartet und ist mit einer Mitarbeiterin die Unterlagen durchgegangen. Diese hat gesagt, dass wohl alles komplett und in Ordnung sei und dass wir wohl bis zu drei Monate warten müssten.
Diese drei Monate haben wir nun gewartet und prompt kam die Antwort. Dies war jedoch nicht der erwartete Wohnberechtigungsschein, sondern eine forsche Aufforderung, die restlichen Unterlagen nachzureichen.
Dieses Schreiben ist außerdem in einem Ton geschrieben, der m. E. zu früh die Bürger unter Druck setzt. Ich zitiere:
"Wir bitten Sie, in Ihrem eigenen Interesse, die genannten Unterlagen unverzüglich nachzureichen. Sollte die erforderliche Auskunft nicht bis zum 15.06.2012 (4 Wochen) vollständig vorliegen, so müsste unter Hinweis auf Art. 26 BayVwVfG je nach Aktenlage Ihr Antrag abgelehnt oder die soziale Dringlichkeit niedriger bewertet werden, da Sie Ihrer Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen sind. In beiden Fällen ergeht ein kostenpflichtiger Bescheid."

Ich empfinde dieses Vorgehen als unerträglich. Wie wird hier mit Menschen, die sich mit dem Münchner Mietwahnsinn auseinander setzen müssen, umgegangen???

Sofort nachdem aus Sicht des Beamten ein Fehler begangen wurde, wird der Bürger unter Druck gesetzt. Es wird ihm das Gefühl vermittelt, dass er ein unnötiger Bittsteller ist, der die Frechheit besitzt, öffentliche Leistungen in Anspruch zu nehmen. Man hat die Empfindung, dass die Anzahl der Anträge dadurch minimiert werden sollen.

Ich bitte Sie, dass Sie sich dieser Sache annehmen. Aus meiner Sicht handelt es sich hier um ein Standardschreiben, das immer wieder ehrliche Bürger vor den Kopf stoßen wird.

Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüße

Anton Schütz

+59

Die Abstimmung ist geschlossen, da der Beitrag bereits archiviert wurde.