Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Stefanie Tchinda am 29. Juli 2010
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Gesellschaft und Soziales

Anrecht auf Sozialwohnung erst nach 5 Jahren?!

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

mich beschäftigt und bedrückt derzeit ein Problem, welches unlösbar erscheint.
Hierbei geht es um bezahlbaren Wohnraum innerhalb Münchens.
Mein Mann ist kamerunischer Staatsbürger und kam vor 4 Jahren nach München um zu studieren.
Ich lebte seinerzeit in Nordrhein-Westfalen, zog aber nach unserer Heirat 2008 nach München, damit mein Mann sein Studium hier beenden kann, wir unsere Ehe aber trotzdem leben können.
Ich bin hier nun seit 2 Jahren bei einer Firma beschäftigt und verdiene unseren gesamten Lebensunterhalt, da mein Mann kein BAFöG bekommt.
Möglich war / ist dies nur, weil wir relativ günstig in einem Studentenwohnheim unterkommen konnten und nun seit 2 Jahren auf 32 qm leben.
Nun endet im September unsere Wohnzeit und wir MÜSSEN ausziehen.
Aber wohin? Unzählige Wohnungsbesichtigungen verliefen erfolglos, denn Wohnungen, die sich innerhalb unseres möglichen Mietbudgets bewegen, ziehen meist an die 20 Interessenten an.
Ein junges Ehepaar ( 24 / 27 ) mit Studentenhintergrund, einem gemeinsamen Nettoeinkommen von 1500 Euro monatlich und einem sehr offensichtlichen Migrationshintergrund ( hierbei handelt es sich tatsächlich um die Hautfarbe meines Mannes! ), steht dann ganz schnell an letzter Stelle der in Frage kommenden Mieter.
Ich Verzweiflung wandte ich mich an das Amt für Wohnen und MIGRATION, denn uns läuft die Zeit davon.
Ernüchternd war allerdings die Aussage der dortigen Mitarbeiterin. Man kann uns schlicht nicht helfen.
Wenn wir schon wohnungslos sind, würde man uns vorübergehend in einer Pensionswohnung unterbringen können.
Das hatte für mich den Beigeschmack eines Obdachlosenheims.
Jetzt frage ich mich: Warum hilft man uns nicht vorab, diese Situation zu vermeiden? Die Wohnungssuche aus einer Obdachlosenunterkunft wird für uns sicherlich nicht einfacher werden, als sie derzeit ist und somit auch nicht erfolgsversprechender.
Man fühlt sich diskriminiert und unerwünscht. Ich mag München, würde gerne hierbleiben und stelle mir meine Zukunft hier vor, bekomme aber stets das Gefühl, hier nicht wirklich ankommen zu können.
Damit bleibt München eine Stadt für Menschen, die es bereits geschafft haben, nicht aber für solche, die sich noch auf dem Weg dahin befinden.

Warum gibt es diese Vorschrift des fünfjährigen Aufenthalts innerhalb von München, um eine Sozialwohnung anmieten zu dürfen?

Mit freundlichen Grüßen,

Stefanie Tchinda

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