Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Roland Meyer am 11. April 2012
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Mobilität und Verkehr

Anliegerstrasse Blutenburgstrasse

Sehr geehrter Herr Ude,

wir wohnen in der Blutenburgstrasse in 80634 München, das ist das kurze Stück der Blutenburgstrasse auf der Rotkreuzplatzseite. Seit längerer Zeit, ist dieser Teil der Blutenburgstrasse ein 30 Zone. Leider hält das weder Taxis noch sonstige Fahrer davon ab, diesen Teil der Blutenburgstrasse als ampelfreie Rechtsabbiegerspur von der Nymphenburgerstrasse zum Mittleren Ring zu verwenden. Dies führt zu einer extrem hohen Verkehrsdichte, für die diese kleine Strasse nicht ausgelegt ist.

Meine Frage an Sie: Ist es möglich aus diesem Teil der Blutenburgstrasse eine Anliegerstrasse zu machen?

Schließlich werden ca. 90%-95% des Verkehrs ausschließlich durch Verkehrsteilnehmer erzeugt die nicht in diesem Teil der Blutenburgstrasse leben und nur die Ampel Nymphenburgerstr. / Mittlerer Ring umfahren wollen.

Gerne hätte ich ein Bild aus Google Earth (umgewandelt in ein JPG Forma) beigefügt. Dies ist mir leider nicht gelungen.

In der Hoffnung auf eine baldige Antwort verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Roland Meyer

+148

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Antwort
von Christian Ude am 28. Juni 2012
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Meyer,

Ihren Wunsch nach weniger Verkehr in der Blutenburgstraße kann ich nachvollziehen. Schließlich möchte niemand täglich rollende "Blechlawinen" vor seiner Haustür.
Der Abschnitt der Blutenburgstraße, in der Sie wohnen, ist dem öffentlichen Verkehr ohne Einschränkungen gewidmet und kann daher auch von allen Verkehrsteilnehmern genutzt werden. Zudem ist der Straßenabschnitt Bestandteil einer Tempo-30-Zone.
Das Verkehrsaufkommen dort gleicht dem zahlreicher anderer Straßen im erweiterten Innenstadtbereich. Zu den Hauptverkehrszeiten wird der Straßenabschnitt zwar teilweise tatsächlich von Autofahrern als „Schleichweg“ genutzt, um die Ampel an der Kreuzung Nymphenburger Straße / Landshuter Allee zu umgehen, ansonsten entspricht der Verkehr aber dem stadtüblichen Ausmaß.

Grundsätzlich können die Straßenverkehrsbehörden die Benutzung von Straßen oder Straßenstrecken beschränken oder verbieten. Solche Verkehrsbeschränkungen und -verbote sind aber nur zulässig, wenn die sachlichen Voraussetzungen hierfür erfüllt sind, die Maßnahmen also z.B. aus Gründen der Sicherheit und Ordnung des Verkehrs erforderlich sind. Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs dürfen sogar nur dann angeordnet werden, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das in einer Großstadt übliche Maß erheblich übersteigt. Diese Voraussetzungen sind aber in dem betreffenden Abschnitt der Blutenburgstraße - trotz des erhöhten Verkehrsaufkommens zu den Hauptverkehrszeiten - nicht gegeben.

Das Kreisverwaltungsreferat hat daher leider keine Möglichkeit, den Bereich der Blutenburgstraße als „Anliegerstraße“ auszuweisen. Im übrigen könnte ein Verkehrsverbot mit Anliegerausnahme nur mit permanenten polizeilichen Überwachungsmaßnahmen durchgesetzt werden, die jedoch das Polizeipräsidium München aus Kapazitätsgründen nicht in Aussicht zu stellen vermag. Die Anordnung eines Durchfahrtverbotes – ausgenommen Anlieger – wäre daher in der Praxis nahezu wirkungslos.

Ein erhöhtes Aufkommen an Schleichverkehr in der Blutenburgstraße dürfte derzeit auf die Großbaustelle Donnersbergerbrücke zurückzuführen sein. Es ist zu erwarten, dass sich nach Beendigung der Baumaßnahmen auch die Verkehrssituation dort wieder entspannen wird. Dies wirkt sich dann hoffentlich auch positiv auf den Verkehr vor Ihrer Haustür aus.

Mit freundlichen Grüßen