Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Petra C. Weyand am 18. Juni 2012
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Gesellschaft und Soziales

Alleinverdienend (-und erziehend)

Sehr geehrter Herr Ude,

als -vor allem- allein v er d i e n e nd e Mutter hat man es in München sehr schwer. Fast -so kommt einem vor- wird man bestraft, geht man einer bezahlten Beschäftigung nach. Um den Lebensunterhalt für meinen Sohn und mich zu bestreiten, arbeite ich an 2 Teilzeitstellen an der LMU (ein TZ-Platz war früher Ganztagsarbeitsplatz, so dass man tatsächlich "für 4" arbeitet). Aufgrund des Förderbedarfes meines Sohnes hatte ich einen Antrag auf Schulgeld (Jugendhilfe) gestellt, welcher seit 2 Jahren in der Luft hängt und nun nach langem Hin und Her endlich der Regierung von Oberbayern zur Entscheidung vorgelegt wurde. Eine öffentliche Schule kann mein Sohn nicht besuchen, Alternativen gibt es keine. So muss ich, schon um das Schulgeld zu begleichen, obwohl mein Sohn gerade wesentlich mehr Aufmkerksamkeit benötigen würde, einer Ganztagsbeschäftigung nachgehen. Dies möglichst ohne Pause, damit ich rechtzeitig wieder bei ihm sein kann. Obwohl ich immer am Rande eines Burn-Outs stehe, nehme ich diese Umstände gern in Kauf, geht er doch seit seiner Einschulung nun zum ersten Mal in der Montessori-Schule ohne Mobbing, Ausgrenzungen und Bauchweh in den Unterricht und macht außerdem für mich bis dahin überhaupt nicht vorstellbare schulische und persönlichkeitsbezogene Fortschritte.
Wieso gibt es nicht wenigstens für alleinverdienende Mütter(Väter) ohne sonstigen Unterhalt Vergünstigungen (wie zB den München-Pass)? Unterhalt wird vom UVG (kann der andere Elternteil nicht zahlen) im übrigen nach 72 Monaten oder nach Erreichen des 12. Lebensjahres eingestellt. Gerade ab dem 12. Lebensjahr haben Kinder jedoch einen erhöhten finanziellen Bedarf (Schulmittel, Ausflüge, Kleidung, Lebensmittel usw.) Alleinverdiendende -ohnehin schon ganztags arbeitend- erhalten keinerlei Unterstützung von der Stadt München, wenn sie selbst einer bezahlten Beschäftigung nachgehen. Gerade hier wäre dringend Abhilfe nötig. Zum Beispiel könnte man den Münchenpaß auf diesen Personenkreis ausweiten. Hartz-IV-Empfänger können diesen beantragen.Auch ich würde gern mit meinem Sohn günstig kulturelle Veranstaltungen besuchen, zumal ich ihm eine gewisse Bildung vermitteln möchte. Dies bleibt uns aufgrund meiner eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten meist verwehrt. Bitte unterstützen Sie die Alleinverdienenden Mütter und Väter in unserer Stadt mehr! Gerade die Kinder alleinverdienender Mütter/Väter haben dies bitter nötig! Können (werden) Sie hier etwas tun?

Schon jetzt ein herzlcihes Dankeschön für Ihre Antwort!

Mit freundlichen Grüßen

Petra C. Weyand
PS: Vorschläge
-Gelder zur Finanzierung hierzu aus Ressorts umbuchen, bei denen die Gefahr eines Einzugs der Mittel (w/Überschuss) besteht. Dies hätte auch den Vorteil, auf nicht notwendige Einkäufe (wie zB neue -nicht funktionierende- Rolltreppen für den gesamten MVV oder Finanzierung einer Straßenbahn in Fürstenrieder Str. bei ohnenhin gut funktionierender Buslinie uvm.) zu verzichten.
- Altes (wie zB U-Bahnen) erst bei notwendigem Bedarf durch Neues ersetzen
Die so eingesparten/umgebuchten Gelder dann der Jugendhilfe bzw. dem (Stadt-)Jugendamt zur Verfügung stellen, auch zwecks Einstellung qualifizierten Fachpersonals. An diesen Stellen wird das Geld dringend(er) gebraucht!

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