Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Claudia Hofstadt am 13. Mai 2009
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Bildung und Kultur

Alleinerziehend, vollberufstätig, kein Hortplatz

Sehr geehrter Herr Ude,

auch wenn die Thematik Hortplatz für fast alle berufstätigen Eltern hier in München ein Problem darstellt, ist es gerade für Alleinerziehende ein fast unüberwindbares Problem.

Es geht ja nicht nur um die Betreuung nach der Schule, sondern auch um die Betreuung in den Schulferien, die ja 14 Wochen im Jahr ausmachen bzw. um 8 Wochen, da ich nur 6 Wochen Urlaub habe.

An der Oberföhringer Schule (unser Schulsprengel) sind rund 30 Eltern auf der Warteliste des Hort. Die Mittagsbetreuung ist komplett überlaufen, so dass für das beginnende Schuljahr nicht einmal mehr Erstklässler aufgenommen werden.
Unabhängig davon hilft mir wie auch anderen Eltern die Mittagsbetreuung kaum etwas , da sie nur bis 15.00 Uhr geht und ich wie auch andere aber bis ca. 17. 00 Uhr arbeite/n und diese auch keinerlei Ferienbetreuung anbietet.

Gut, die Stadt München bietet Ferienbetreuung an mit wechselnden interessanten Programmen, aber ich habe kein Kind, das jede oder jede zweite Woche mit 6 oder 7 Jahren in eine andere Aktivität geschoben werden möchte, noch dazu wenn es alleine dahin muss.
Familiär lässt sich die Situation auch nicht entzerren, da alle noch arbeiten.

Insofern die Frage, besteht nicht doch die Möglichkeit eine dritte Hortgruppe auzumachen, z.B. über Container etc. bis eine endgültige Lösung gefunden werden kann? Der Platz hierzu müsste auf dem Schulgelände vorhanden sein.
Oder gibt es noch andere Lösungsmöglichkeiten für mich wie auch die anderen betroffenen Alleinerziehenden/Eltern, so dass die Kinder auch mit ihren Freunden auf die Sprengelschule gehen können?

In diesem Zusammenhang noch ein Hinweis auf die Aussage der Kinderbeauftragten der LH München am Schulinformationstag im Oktober 2008 mit der ich das Thema auch schon einmal diskutiert habe:
Sie sagte damals zu mir, dass es dem Kind zuzumuten wäre, in einen Hort bis zu 15 km Entfernung zu gehen. Man müsste dann halt ein Taxiunternehmen beauftragen, das das Kind täglich von der Schule zum Hort zu bringt! Unabhängig von der Tatsache, dass es in fast allen Stadtteilen im Radius 15 km-Entfernung ähnlich bei den Hortplätzen aussieht, sind die Kosten immens und wie soll man mit dieser Lösung dem Kind sein soziales Umfeld erhalten, das so wichtig ist?

Ich danke Ihnen im Voraus und bin mir sicher, dass Ihre Antwort auch andere Betroffene interessieren wird.

Mit freundlichen Grüßen
Claudia Hofstadt

+17

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Antwort
von Christian Ude am 30. Juli 2009
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Hofstadt,

ich habe großes Verständnis für die schwierige Situation, in der sich gerade alleinerziehende Eltern befinden, wenn sie die Betreuung ihres Kindes nach der Schule sicher stellen müssen. Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Grundschulkinder ist in den letzten Jahren in München sprunghaft angestiegen. Weil der Freistaat – anders als andere Bundesländer – fast kein Ganztagsangebot macht, richten sich die Erwartungen der Eltern in Bayern an die kommunale Ebene. Die Situation in München und die Maßnahmen der Stadt habe ich in meiner wöchentlichen Internetkolumne (Link: http://www.muenchen.de/Rathaus/dir/stadtspitze/obkolumn/3... ) dargestellt und darf Sie hier darauf verweisen.

Zu Ihrer konkreten Anfrage muss ich Ihnen leider Recht geben, dass das Angebot an Betreuungsangeboten für Grundschulkinder im Sprengel der Grundschule an der Oberföhringer Straße derzeit noch nicht optimal ist. Der Versorgungsgrad mit Plätzen in Horten und Tagesheimen im Sprengel der Grundschule Ihres Kindes liegt bei 17%, bezogen auf den Stadtbezirk Bogenhausen liegt der Versorgungsgrad bei 26%. Die Stadt München strebt für das gesamte Stadtgebiet einen Versorgungsgrad von 36% an. Es besteht in Bogenhausen also ganz klar ein weiterer Handlungsbedarf.

Deshalb ist hier für die nächste Zukunft der Neubau einer Kooperationseinrichtung mit 50 Hortplätzen am Hochstiftweg und die Erweiterung des Tagesheims an der Grundschule Regina-Ullmann-Straße von 150 auf 200 Plätze geplant. Der Standort am Hochstiftweg wird eine in die Wohnbebauung integrierte Einrichtung sein. Der dortige Bauträger hat den Baubeginn noch für dieses Jahr angekündigt.

Die Eröffnung einer weiteren Hortgruppe an der Grundschule Oberföhringer Straße zum Beginn des Schuljahrs 2009/10 ist aufgrund der angespannten Raumsituation an der Schule sehr unwahrscheinlich. Auch die Elterninitiative, die die Mittagsbetreuung an der Schule organisiert, sieht sich derzeit nicht in der Lage, eine weitere Gruppe zu gründen.

Einen Container im Schulhof aufzustellen ist ad hoc leider auch nicht möglich. Dazu müsste vorher das erforderliche baurechtliche und genehmigungsrechtliche Verfahren durchgeführt werden. Auch wenn ein Bauwerk nur vorübergehend an einem Standort aufgestellt wird, müssen doch alle Anforderungen erfüllt werden wie z.B. die der Statik oder der Versorgungstechnik. Auch die Betriebserlaubnis als Hort muss vorliegen.

Im Tagesheim der Grundschule Regina-Ullmann-Straße sind jedoch noch 5 Plätze frei. Wenn diese Lösung für Sie in Frage käme, müssten Sie sich möglichst bald mit der Leitung des Tagesheims in Verbindung setzen (Telefon 95 28 50). Dort erhalten Sie auch eine Beratung hinsichtlich der weiteren erforderlichen Formalien (Gastschulantrag).
Auch die Leitung des für Bogenhausen zuständigen Kindertagesstättenbezirks steht Ihnen unter der Telefonnummer 89 06 67 64 für Rat und Auskunft zur Verfügung.