Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

Es können keine neue Fragen mehr gestellt oder bewertet werden. Bisherige Anfragen und Antworten sind weiterhin sichtbar.

Archiviert
Autor Eva Sulzberger am 01. Juli 2013
4298 Leser · 77 Stimmen (-12 / +65) · 0 Kommentare

Gesellschaft und Soziales

Ämterkrieg

Sehr geehrter Herr Ude,

Aufgrund einer bevorstehenden Scheidung hat der Mann meiner Cousine das von der Familie bewohnte Haus von heute auf morgen verkauft und meine Cousine und ihre Tochter mussten ausziehen.
Eine freifinanzierte Wohnung für sich und ihre Tochter in München kann sie sich nicht leisten. Sie ist seit 28 Jahren bei der Stadt München als Kinderpflegerin angestellt und arbeitet somit in einem schlecht bezahlten Mangelberuf. Deshalb hat sie beim Wohnungsamt in der Franziskanerstr. eine Sozialwohnung beantragt. Sie hat auch einen Wohnungsberechtigungsschein mit Dringlichkeitstufe erhalten. Da es aufgrund der Wohnungsnot in München anscheinend keine Sozialwohnungen gibt und Wohnungslosigkeit drohte, haben wir, die gesamte Familie mit Hochdruck in München und Umgebung gesucht und wie ein Wunder sind wir auch fündig geworden.
Es gab eine Sozialwohnung EOF Stufe 3, in München-Haar, die frei wurde. Sofort haben wir uns für diese beworben.
Da es keinen Bewerber aus Haar selbst gab und meine Cousine einen Berichtigungsschein der Stadt München hatte, hat die Gemeinde einer Vergabe an sie zugestimmt.
Auch die Oberbayerische Siedlungsgesellschaft der die Wohnung gehört, war einverstanden und hat ihr einen Mietvertrag gegeben.
Diese Wohnung ist zwar in der Vergabe gebunden, hat aber einen fast normalen Mietpreis und wird durch einen Mietzuschuss gefördert. Diesen muss man beim Landratsamt am Mariahilfplatz beantragen, was meine Cousine auch tat – und damit begann das Unglück.
Obwohl auf ihrem Berechtigungsschein ausdrücklich stand : Um Wohnungen aus dem Dritten Förderungsweg „ EOF Stufen 3 und 5 können Sie sich direkt beim Vermieter bewerben“ behauptet das Landratsamt die Einstufung wäre nicht richtig und hat den Berechtigungsschein der Stadt München nicht anerkannt. Das Landratsamt untersagte der Wohnungsgesellschaft die Vermietung.
Meine Cousine hat sich daraufhin an das Wohnungsamt München an ihre Sachbearbeiterin um Hilfe und Aufklärung gewandt.
Dort wurde ihr mitgeteilt, man könne ihr nicht helfen, sie hätte warten sollen bis man ihr eine Wohnung zugeteilt hätte ( was bis heute nicht erfolgt ist) und wenn sie sich in München Land bewirbt, wäre das ihre Sache und ginge das Wohnungsamt nichts an. Sie müsse sich selber mit dem Landratsamt auseinander setzen.
Auf die Frage warum beide Stufen EOF 3 und 5 in ihrem Schein stünden, erhielt sie zur Antwort, das könne man ihr auch nicht erklären.
Trotz gültigem Mietvertrag wurde die Wohnung nicht übergeben und steht jetzt leer, meine Cousine ist inzwischen Wohnungslos und wohnt mit ihrer Tochter bei uns im Gästezimmer !!! Also hat nicht nur sie sonder auch wir unter der Behördenwillkür zu leiden.
Ich frage mich was ist das für ein Gebaren. Führen die Ämter untereinander Krieg oder wollen die Beamten in Not geratene Bürger schikanieren ? Ein normaler Mensch kann so was nicht verstehen.
Warum steht ein Mensch, der in einem schlecht bezahlten Mangelberuf arbeitet, auf der Strasse, obwohl es eine leere Wohnung gäbe, nur weil das eine Amt ein Berechtigungsschein eines anderen Amtes nicht anerkennt ? Darf so was den sein ?

Mit freundlichen Grüßen
E. Sulzberger

+53

Die Abstimmung ist geschlossen, da der Beitrag bereits archiviert wurde.