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Autor Ewald Baron am 24. April 2009
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Mobilität und Verkehr

Abwrackprämie für Fahrräder

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

vielleicht haben Sie den Artikel schon am Mittwoch in der SZ gelesen.
Würde so etwas nicht auch München gut zu Gesicht stehen?
Besonders angesichts der Meldungen der letzten Wochen, dass München noch Fahrradfreundlicher werden soll.

mit freundlichen Grüßen

Ewald Baron

Rückenwind für Radler
Abwrackprämie für Fahrräder

22.04.2009, 9:46
http://www.sueddeutsche.de/automobil/324/465910/text/

Als erste Stadt in Deutschland zahlt Mannheim eine Fahrrad-Abwrackprämie. Einzige Bedingung: Die alten Räder müssen noch fahrtauglich sein.

Mannheim macht's vor: 50 Euro gibt es für jedes "abgewrackte" Rad. (Foto: Stadt Mannheim)

Willi Altig hatte eigentlich gedacht, es könne ihn nichts mehr überraschen, was mit Fahrrädern zu tun hat. In den sechziger Jahren fuhr er mit seinem berühmten Bruder Rudi die großen Rennen der Welt. Im Jahr 1969 eröffnete er einen Radladen in Mannheim. Und in diesen Laden kommen nun die Kunden und fragen, wie das denn genau funktioniere mit der Abwrackprämie. Mit der für die Fahrräder. Willi Altig war am Anfang etwas überrascht, mittlerweile kennt er die Richtlinien. Die Stadt Mannheim zahlt - als erste Kommune in Deutschland - eine Abwrackprämie für Fahrräder, 50 Euro für jedes alte Zweirad.

Etwa 20 Kunden haben bei Altig in den vergangenen Tagen nach dem städtischen Zuschuss gefragt. Eigentlich sollte die Prämie nur für einhundert Räder gelten, Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) will sie je nach Nachfrage auch auf 200 aufstocken. Vom 2. Mai an zahlt die Stadt für alte Fahrräder, die bei der Rückgabe noch einigermaßen fahrtauglich sein müssen. Eine Beschäftigungsinitiative möbelt sie dann auf und verkauft sie weiter. So richtig abgewrackt wird also gar nicht.
Die Idee kommt vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) , der seit Monaten gegen die 2500 Euro Auto-Abwrackprämie protestiert. "Wir wollen auf die autofixierte und verlogene Konjunkturpolitik der Regierung aufmerksam machen", sagt der VCD-Bundesvorsitzende Michael Gehrmann. Über die Homepage des Verbandes kann man einen Antrag an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle verschicken, dessen Mitarbeiter mit den Hunderttausenden Anträgen auf die Abwrackprämie für Autos schon genug zu tun haben.

Seit Mitte Februar kommen nun noch einmal 10.000 Zuschriften von Bürgern dazu, welche die Umweltprämie zum Kauf eines neuen Fahrrades oder von Tickets für den Nahverkehr verlangen. "Bitte schicken Sie mir die notwendigen Unterlagen zu", heißt es in dem Schreiben an das Bundesamt.

Das Einzige, was zurückkam, war die Drohung mit juristischen Mitteln, falls die Fahrradanträge nicht aufhören würden. Bisher ist es bei der Drohung geblieben, die der VCD öffentlich machte, was wieder einen Anstieg der Mails nach sich zog. Die Abwrackprämie für Fahrräder gibt es bisher nur in Mannheim, Interesse aber in ganz Deutschland. Die Grünen in Regensburg verlangen auch eine Prämie.

Der staatliche Zuschuss für ein neues Auto heißt eigentlich Umweltprämie, dient aber vor allem dem Ziel, den Absatz der deutschen Autoindustrie anzukurbeln. Das deutsche Fahrrad hingegen ist noch nicht in der Krise. "Es gab bisher höchstens eine Wetterkrise", sagt Rolf Lemberg, der Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbandes. Der Winter war zu kalt, die Verkäufe liefen eher schleppend.

Insgesamt hält der Deutsche aber auch in Zeiten großer Unsicherheit zu seinem Fahrrad. Die Hersteller im Inland produzierten im vergangenen Jahr 2,37 Millionen Räder, nur 30.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die Krise hat die Branche bisher verschont. Das Einzige, was sich Hersteller und Händler wünschen, ist, dass die Deutschen ihr Fahrrad öfter mal wechseln würden. Insgesamt gibt es in Deutschland 68 Millionen Fahrräder, bei einem Auto-Bestand von 41 Millionen. Aber nur alle 20 Jahre, so die Erfahrung des Händlers Altig, leiste sich der Kunde im Durchschnitt ein neues Fahrrad. Vielleicht ändere sich das aber: "Viele sind durch die Abwrackprämie jetzt auf die Idee gekommen."

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