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Autor Markus Geiser am 24. November 2009
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Bildung und Kultur

Abstimmung zum Studententicket

Sehr geehrter Herr Ude,

ich war, obwohl ich zu den autofahrenden Studierenden der TU München in Garching zähle, sehr erfreut zu hören, dass es nun endlich ein abstimmungsfähiges Modell für ein Semesterticket gibt.
Es ist schon lange überfällig, dass den ca. 80.000 Studentinnen und Studenten ermöglicht wird, zu attraktiven Preisen den ÖPNV in München zu nutzen.

Als nun allerdings das konkrete Modell vorgestellt wurde, verflog meine Begeisterung recht abrupt.
Bei den Schwachlastzeiten handelt es sich Mo - Fr um 18:00 bis 06:00 Uhr und am Wochenende um den ganzen Tag. Diese Zeiten werden vom Großteil der Studenten, die nicht sowieso mit der MVV zur Uni fahren, kaum genutzt, wodurch die "Entschädigung" für den Solidarbeitrag nicht nur schwach, sondern fast nicht gegeben ist. FRAGE1: Wäre es nicht möglich gewesen, das Netz ab Mittags zu nutzen? Dann bräuchte der reguläre Pendler immer noch das Zusatzticket und der Gelegenheitsfaher könnte vielleicht wirklich einmal die Gelegenheit nutzen.

Was den Solidarbeitrag grundsätzlich angeht, hätte ich ebenfalls eine Frage an Sie:
FRAGE2: Was macht einen Solidarbeitrag, den die autofahrenden, radfahrenden und zu Fuß gehenden Studenten für ihre MVV-nutzenden Kommilitonen zu zahlen haben, leichter durchsetzbar und gerechter als eine allgemeine Preisanhebung, welche sich laut Ihrer Kolumne vom 23.11.09 "kaum durchsetzen ließe und auch nicht gerecht wäre"? Ich sehe hier leider nicht den Punkt und wäre für klärende Details dankbar!

Ich stimme Ihrem Tenor zu, dass es äußerst schade ist, dass sich unser geliebter Freistaat nicht bereit erklärt hat, es Nordrhein-Westfalen gleich zu tun und das Semesterticket finanziell zu unterstützen, aber FRAGE3: Wie kommt es, dass Sie in Ihrer Kolumne kein Wort darüber verlieren, warum die Landeshauptstadt München das Ticket nicht bezuschusst? Sollte die Haushaltslage tatsächlich derart angespannt sein, dass es nicht möglich ist, sich mit den Studierenden solidarisch zu zeigen, dann wären wir sicherlich die letzten, die die Stadt dafür in die Kritik nehmen würden. Lässt man diese Option jedoch in der Diskussion unter den Tisch fallen, so ist Missmut, zumindest unter einem Teil der Studierenden, nicht unbedingt unerwartet. Ich würde Sie daher bitten anzuführen, weshalb man sich seitens der Stadt München gegen eine finanzielle Unterstützung entschieden hat oder überhaupt nicht darüber entschieden hat.

Ob es sich beim vorgestellten Modell tatsächlich um ein attraktives und bezahlbares Modell handelt, wird die Abstimmung zeigen, die Anzahl der Stimmen für das aktuell verhandelte Ticket wird aus meiner Sicht jedoch keinerlei Einfluss auf die Leichtigkeit der Realisiertung dieses Angebotes haben! Stimmt mindestens die geringstmögliche Mehrheit für das Semesterticket, so kann der aufgesetzte Vertrag unterzeichnet werden.
Spricht sich eine winzige oder eine gewaltige Mehrheit gegen das verhandelte Ticket aus, so muss neu verhandelt werden. Wenn also die Stimmzahl einfluss auf die Leichtigkeit einer Umsetzung hat - so sehe zumindest ich es - dann kann es sich hierbei nur um die Zahl der Gegenstimmen handeln. Dies Stimmen machen nämlich den Grad deutlich, wie weit das Semesterticket noch vom Wunschticket entfernt ist.
FRAGE4: Was wären aus Ihrer Sicht die Erleichterungen bei einem deutlichen JA?

Ich wünsche eine angenehme Woche und hoffe, dass die Server bald wieder verfügbar sind, damit auch ich über das Ticket abstimmen kann!

Hochachtungsvoll,
Markus Geiser

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