Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor A. Ruzicka am 05. Februar 2013
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Gesellschaft und Soziales

Abschaffung der Kinderkomponente im "München Modell" benachteiligt Familien mit Kindern!

Sehr geehrter Hr. Ude,

der Stadtrat hat im Februar 2012 das neue wohnungspolitische Handlungsprogramm „Wohnen in München V“ und damit eine neue Regelung der Einkommensgrenzen für das städtische Förderprogramm „München-Modell“ beschlossen.

Insgesamt ist die Weiterentwicklung des Programms als positiv zu betrachten.
Mit der neu eingeführten Stufe im München Modell wurden der Zugang für mittlere Einkommensgruppen erweitert und für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte erleichtert.

Jedoch gehen diese Verbesserungen auf Kosten von Familien mit zwei und mehr Kindern: die Kinderkomponente wurde von 5000€ pro Kind auf 5000€ pro Haushalt gekürzt (LH München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung: Wohnen in München V. Wohnungsbauoffensive 2012 – 2016, S. 57f).
Eine Familie mit drei Kindern darf somit, um in die bisherige München Modell Stufe 5 zu kommen, 10.000€ weniger Einkommen pro Jahr haben. Auf Nachfrage hat man uns mitgeteilt, dass, wer mit der alten Regelung in die Stufe 5 gekommen wäre, nun in die Stufe 7 fallen würde. Es würde also keiner aus dem Programm fallen, der vorher hineingekommen wäre. Somit sind große Familien also doch benachteiligt, da diese ja die höheren Kauf- bzw. Mietpreise der Stufe 7 zahlen müssen.

Kinder machen das Leben nicht billiger, sie leisten in der Regel keinen Beitrag zum Haushaltseinkommen einer Familie. Warum geht der Stadtrat dann davon aus, dass Familien mit mehreren Kindern mehr Geld für Wohnraum zur Verfügung haben?
Zudem ist es in dieser Stadt nahezu unmöglich, ausreichend Wohnraum für eine Familie mit mehr als vier Personen zu finden, der auch noch bezahlbar ist. Fünf-Zimmer-Wohnungen und größer mit einem für Familien realistischen Preis gibt es nur im München Modell.

Die Stadtregierung und die politischen Parteien haben sich eine kinder- und familienfreundlich Stadtpolitik auf die Fahnen geschrieben, Kinder und Familien sollen in der Stadt bleiben und nicht ins Umland abwandern. Aber wie soll dies unter diesen Umständen möglich sein?
Warum wurde die Kinderkomponente zugunsten von kinderlosen Haushalten abgeschafft?

Wir bitten den Stadtrat daher, die spezifischen neuen Regelungen zu ändern, die größere Familien benachteiligen und die Kinderkomponente pro Kind wieder einzuführen.
Zudem sollten die Kriterien zur Bewertung des Haushaltseinkommens (Brutto-Netto-Berechnungen) nachvollziehbar und nicht nur anhand von einigen Beispielen dargestellt werden.

Mit freundlichen Grüßen,
Alexandra Ruzicka

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