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Beantwortet
Autor Ines Lusic am 03. Mai 2010
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Bildung und Kultur

Absage Hortplatz

Absage für einen Hortplatz
für meine Tochter Valentina Lusic

Sehr geehrter Herr Ude,

hiermit wende ich mich mit meinem Anliegen an Sie.
Ich habe für die Kindertagesstätte "Hermann-Gmeiner-Weg" eine Absage erhalten und bin verzweifelt.
Meine Tochter Valentina ist bereits seit fast 3 Jahren in dem Kindergarten Hermann-Gmeiner-Weg und ich hatte bereits im April 2009 Probleme einen Kindergartenplatz für meine 3jährige zweite Tochter Sara in dieser Einrichtung zu bekommen. Am 03.04.2009 ging meine Elternzeit von 3 Jahren vorbei und ich wollte wieder in meinen Beruf zurückkehren. Ein frei werdender Kindergartenplatz wurde jedoch zum gleichen Zeitpunkt jemand anderem vergeben, so dass ich meinen Arbeitsplatz verloren habe. Ich war dann 5 Monate arbeitslos und bekam dann den Platz im Sep. 2009 und glücklicherweise habe ich eine andere Stelle bekommen. Nun arbeite ich fast 1 Jahr und stehe gemäß aktuellem Stand ab September vor einem finanziellen Ruin. Wenn ich den dringend benötigten Platz im Hort nicht bekomme, werde ich voraussichtlich ab Sep. 2010 Arbeitslosengeld oder Hartz IV beantragen müssen, da ich meine Arbeit nicht mehr aufnehmen werden kann.
Ich bin ziemlich verzweifelt, da ich bei Verlust meines Arbeitsplatzes befürchte als 2fache Mutter später keine Arbeit mehr finden zu können. Ich habe ich immer wieder eher Ablehnung bei den Personalabteilungen von mehrere Firmen gemerkt. Außerdem werde ich in 2 Jahren wieder ähnliche Probleme bekommen, da meine Tochter Sara ebenfalls einen Hortplatz benötigen werden wird.
Bei dieser Kindertagesstätte und der Leiterin Frau Bauer, wo bereits meine beiden Kindern in den Kindergarten gehen, komme ich leider nicht weiter. Dort werde ich einfach nur als Nummer gesehen und vertröstet ohne Anzeichen von Hoffnung.
Wie kann das sein, dass die Stadt München zwar durch Statistiken wusste, dass Hortplätze dieses Jahr (durch einen Babyboom im Jahr 2004) sehr rar sein werden, jedoch wohl kaum was unternommen hat gegen die jetzige Situation?!

Ich hoffe, bei Ihnen Gehör gefunden zu haben und bitte Sie um Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen
Ines Lusic

+94

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Antwort
von Christian Ude am 12. August 2010
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Lusic,

zunächst einmal freue ich mich Ihnen mitteilen zu können, dass Sie für Ihre ältere Tochter Valentina mittlerweile im regulären Nachrückverfahren doch einen Hortplatz in der Städtischen Kindertagesstätte am Herrmann-Gmeiner-Weg 34 erhalten haben.

Leider ist die Situation im Hortbereich sehr schwierig, obwohl die Stadt hier große Anstrengungen unternimmt, um der gerade in den letzten Jahren überproportional angestiegene Nachfrage nachkommen zu können. Um darauf entsprechend reagieren zu können, brauchen wir aber auch Platz, um Horträume in der Nähe einer Schule einrichten zu können – und dieser Platz ist oft nicht vorhanden.

Dennoch haben wir seit 1990 rund 6.330 neue Hort- und Tagesheimplätze geschaffen und in den nächsten drei Jahren sollen weitere 3.400 Plätze hinzukommen – damit wir auch zukünftigen Hortkindern wie Ihrer jüngeren Tochter Sara in einigen Jahren einen Hort- oder Tagesheimplatz werden anbieten können.

Die Bereitstellung von Betreuungsplätzen für Grundschulkinder ist übrigens nicht allein Aufgabe der Kommune. Der für das Schulwesen allein zuständige Freistaat ist gefordert, endlich mehr Ganztagsklassen einzurichten - wie dies alle anderen Bundesländer auch tun. Im Schuljahr 2009/2010 gab es an den 131 Münchner Grundschulen nur neun Ganztagszüge mit insgesamt 24 Ganztagsschulklassen. Hier muss noch mehr getan werden. Die Landeshauptstadt München jedenfalls trägt ihren Teil dazu bei. Sie fördert, unterstützt und finanziert den Ausbau der Ganztagsschulklassen im Rahmen des Sachaufwands und beteiligt sich außerdem mit 5.000 Euro pro Klasse an den Personalkosten.

Mit freundlichen Grüßen