Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Christian Wendel am 24. November 2010
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Mobilität und Verkehr

30er Zone in der Hofangerstraße, 81735 München

Sehr geehrter Herr Ude,

wir wohnen seit 12 Jahren in der Hofangerstraße und bis heute ist es mir unbegreiflich weshalb diese Straße nicht zur 30 Zone erklärt wird bzw. Maßnahmen getroffen werden, dass hier nicht so schnell gefahren werden kann.
Die Straße verfügt nicht einmal über einen Mittelstreifen, da sie nicht breit genug dafür ist um sie kennzeichnen zu können.

Mein Neffe wäre hier fast schon überfahren worden und meine Katze wurde es bereits!!
60-70 Kmh ist keine Seltenheit und selbst 50 Kmh ist viel zu schnell für diese beengte Straße, die als Durchgangsverkehr zur Salzburger Autobahn bzw. Neuperlach dient.

Uns und unseren Nachbarn wurden schon unzählige Spiegel abgefahren, obwohl wir schon alle halb auf dem Gehsteig stehen.

Anfangs gab es hierfür sogar auch noch Strafzettel bis dann Parkbuchten gekennzeichnet wurden, die den halben Gehsteig einnehmen, da es sonst gar nicht möglich gewesen wäre diese hier anzubringen.

Früher oder später wird es hier zu einem tragischen Unfall kommen.
Denn gerade an den Wochenenden wenn hunderte Familien in den Ostpark kommen sieht man oft wie spielende Kinder fast vor ein Auto laufen, dass bei diesen Geschwindigkeiten keine Chance hat zu bremsen.

Ich hoffe und freue mich auf eine baldige Antwort, da ich sonst beginnen werde eigene Maßnahmen zu ergreifen (Schilder an unserer Hauswand montieren etc.) um diese Situation in den Griff zu bekommen.

Mit besten Grüßen,
C. Wendel

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Antwort
von Christian Ude am 12. Januar 2011
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Wendel,

wie mir das Kreisverwaltungsreferat mitteilt, liegen zumindest derzeit die Voraussetzungen für die Ausweisung einer Tempo 30 Zone in der Hofangerstraße nicht vor.

Denn nach den einschlägigen Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung kommt eine Tempo 30 Zonenregelung nur in Wohngebieten und vor allem dort in Betracht, wo mit hoher Fußgänger- und Fahrradverkehrsdichte sowie hohem Querungsbedarf zu rechnen ist. Das Aufkommen an Durchgangsverkehr darf nur von geringer Bedeutung sein. Deshalb ist nach § 45 Abs. 1 c StVO auch klargestellt, dass sich die Zonenregelung nicht auf Vorfahrtsstraßen (Zeichen 306 StVO) erstrecken darf. Diese Voraussetzung ist in der Hofangerstraße nicht erfüllt. Vielmehr weist die Straße nach wie vor einen hohen Durchgangsverkehrsanteil auf, da sie die Schmidbauerstraße/Ottobrunner Straße mit der Heinrich-Wieland-Straße verbindet und somit eine Nord/Süd-Verbindung im innerstädtischen Straßennetz darstellt. Auf die Bevorrechtigung der Straße gegenüber den einmündenden Straßen kann aus Gründen der Sicherheit des Verkehrs nicht verzichtet werden.

Als Maßnahme zur Drosselung der Geschwindigkeiten in der Hofangerstraße wurden bereits Parkstreifen auf der Fahrbahn ab nördlich Berger-Kreuz-Straße markiert. Damit verschmälert sich die Durchfahrbreite für den Kfz-Verkehr auf ca. 5 Meter, so dass immer wieder Behinderungen im Begegnungsverkehr auftreten. Dies wirkt sich auch auf das Geschwindigkeitsverhalten aus.

Darüber hinaus stehen im Zusammenhang mit der Realisierung des Bebauungsplanes mit Grünordnung Nr. 1638 auch Prüfungen einer Verkehrsberuhigung der Hofangerstraße an. Dabei sind u. a. verkehrsberuhigende Maßnahmen, wie z. B. Tempo 30 vorgesehen - unter der Voraussetzung, dass verkehrsmindernde Maßnahmen für die Hofangerstraße ergriffen werden. Eine dieser Maßnahmen ist z. B. der Umbau des Knotens Ottobrunner Straße/Schmidbauerstraße mit dem Ziel, die Verkehrsmenge deutlicher auf der Ottobrunner Straße zu bündeln. Dadurch soll erreicht werden, dass sich auch der Durchgangsverkehranteil in der Hofangerstraße reduziert.

Mit freundlichen Grüßen